Bin heute zufällig auf etwas gestoßen-
In Spanien wurden seit Beginn der Franco-Diktatur bis in die 80er Jahre unter Kooperation von Ärzten, der Kirche und Gerichten systematisch Babys aus Krankenhäusern oder Gefängnissen an adoptionswillige Eltern verkauft. Den leiblichen Eltern gegenüber wurden die babys als tot erklärt, der verschlossene Sarg durch Entstellung u.ä. gerechtfertigt. Die Mütter waren alleinstehende Frauen, Regimegegnerinnen, aber auch verheiratete Mütter von Zwillingen bei denen es leicht viel, ein Kind als tot zu erklären.
Die Adoptiveltern waren teilweise involviert, teilweise glaubten sie jedoch auch, einfach Gutes zu tun. Der enorme Preis für die Babys kam vor allem Gynäkologen und Nonnen zu Gute, die sich an diesem systematischen Kinderhandel enorm bereicherten. Den Müttern wurde angedroht, sie in die Psychiatrie einzuweisen, falls sie z.B. Verdacht schöpften und die Wahrheit erfahren wollten.
Die Gesellschaft Adir ist eine Opfervereinigung, die sich um die Herausgabe der Dokumente bemüht, eine Sammelklage eingereicht hat und versucht, durch Aufbau einer DNA Sammlung Kinder und leibliche Eltern zusammenzuführen.
Man schätzt, dass in dem genannten Zeitraum 30.000 Kinder auf diese Weise entführt und verkauft wurden, dass ist der ungefähre Anteil der Adoptionen in dem Zeitraum,die das immergleiche Muster an Unregelmäßigkeiten im Verwaltungsakt aufweisen. Es könnten jedoch auch weit mehr sein. Bis heute wird das Thema tabuisiert. Die katholische Kirche hatte keine Hemmungen, sich zu beteiligen, und sieht bis heute keinen Klärungsbedarf. "Du darfst nicht lügen" scheint in diesem Fall eine Interpretationssache zu sein.
Die Gier des Menschen scheint keine Grenzen zu kennen.
Interessant ist für mich auch, welche Art von Regimen Europa in Zeiten des Kalten Krieges um den Preis der Stabilität und der Abwehr des Kommunismus zu dulden bereit war.
Kinderraub in Spanien - Illegale Adoptionen werden nur langsam | Weltzeit | Deutschlandradio Kultur.
Spanien: Kinderraub unter Franko | Spanien | de - ARTE