Du hast es offensichtlich nicht verstanden. Wieviele Zivile Opfer es gab ist vollkommen irrelevant, denn solange der Tatbestand für einen Mord/ Kriegsverbrechen ausreichend begründet wird, kommt es auch zur Anklage.
Niemand, ausgenommen Deiner Wenigkeit, spricht hier von einem quantitativen Strafmass welches sich an der Opferzahl richtet. Es geht hier ausschliesslich um gerichtliche Effizienz.
Definieren wir juristisch ahndbar, bevor hier wieder fehlerhaft selbsinterpretiert wird: Vor dem ICTY und dem Obersten Gericht in Sarajevo werden "nur" Kriegsverbrechen verhandelt im Sinn entsprechender Konventionen verhandelt. Dies umfasst Kriegsverbrechen an Zivilisten, Kriegsverbrechen an Soldaten oder Männern
ausserhalb einer Gefechtssituation. Dies umfasst
nicht die mögliche Klage einer Mutter, egal ob Bosniakin, Serbin oder Kroatin, deren Sohn in einer Gefechtssituation ums Leben gekommen ist.
Deswegen ist die Argumentation "ist es nicht besser" mit so und soviel Opfern zu rechnen vollkommen unnütz.
Es wird gerichtlich entschieden für wieviele Opfer der Angeklagte zur Verantwortung gezogen werden kann.
Das gilt aber nur innerhalb der tatsächlich juristisch ahndbaren Fälle, also innerhalb der 800-900. Diese Verbrechen erfolgten ja über mehrere Jahre und sind vermutlich nicht immer von der gleichen Gruppe begangen worden. Deshalb ist es wichtig effizient in genau diesem Bereich zu ermitteln. Du forderst hier aber, dass das Gericht hier erst einmal alle nimmt und dann von selbst auf einer juristisch ahndbare Zahl kommt. Genau dieser Satz beweist im Grunde genommen, wofür man diese Opferzahl eigentlich nutzen will. Vor einer juristischen Aufwertung soll es um´s Aufbauschen gehen, in dem man unterstellt das 3.267 Opfer allesamt Kriegsverbrechen an Zivilisten waren (
O-Ton Medien aus der RS). Ein Interesse den tatsächlichen, also juristisch ahndbaren Fällen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, scheint nicht zu bestehen.
Widmen wir uns nur der Effizienz: Das OG in Sarajevo muss jedes Opfer eindeutig einem Verdächtigen zuordnen und in 3.267 Fällen aufwändig recherchieren, dass z.B. Djordje X. aus Bratunac in Gefechten um Sarajevo starb. Das dauert: 1 Tag, 1 Woche, einen Monat und bedeutet dann: Es bleiben noch 3.266 Fälle. Wenn das für Dich effiziente Aufbarbeitung von juristisch nachverfolgbaren, ahndbaren Kriegsverbrechen bedeutet, dann OK......
Spannend wird es dann, wenn das OG in Sarajevo irgendwann die tatsächlich juristisch ahndbare Opferzahl ermittelt, also 3.267 abzüglich VRS-Soldaten, Freiwilliger Griechen und Russen. Wenn am Ende "nur" 800 dabei rauskommen, ist der nächste Angriffspunkt schnell gefunden: In Sarajevo sind serbische Opfer weniger Wert, was wiederum "Futter" gibt um das Oberste Gericht in BiH in Frage zu stellen. Medial werden die Serben ja seit jahren auf 3.267 festgenagelt und nun will mir jemand erzählen, dass man 2/3 weniger so ohne weiters hinnehmen würde ? Da passte es doch besser wenn man Oric verantwortlich macht für 3.267 Tote und sich moniert sich das er frei herumläuft, als ihn für "nur" 800 hinter Gitter zu sehen. Einige User hier reflektieren hier genau das.
Zunächst mal geht es bei der Zahl von 3267 Opfern denke ich darum zu veranschaulichen das die Serben in der Region viele Opfer zu beklagen hatten und das keiner dafür zur Verantwortung gezogen wurde.
...weil nicht alle 3.267 Opfer auch Opfer einer Verbrechens geworden sind, für welches man jemanden zur Verantwortung ziehen kann. Demnach dürften die Serben also alle ihre Gefallenen (ca. 25.000) genau so vor den Kadi bringen, wie die Bosniaken ihre fast 65.000 ? Halte ich für nicht zielführend...
Niemand kann auch bestreiten das die meisten Opfer in Srebrenica am 11.07 Männer und viele von denen Soldaten waren.
Das mag zutreffen. Nur gab es an diesem Tag keine Gefechte, bei denen man den Grossteil der ca. 7.000 Getöteten hätte unterbringen können. Anders gesagt: Die serbische Armee tappte in eine Falle (Ist doch Deine Sicht, oder ?) und lieferte die benötigte Opferanzahl (Clinton & Izetbegovic konnten sich ja auf die serbische Armee verlassen). Demnach ist die Zahl echter Gefechtstoter wohl mehr als überschaubar.
Wie man es aber auch immer dreht und wendet: Die serbischen Massenmorde begangen
nach der Kapitulation von Srebrenica und das machte es juristisch wieder ahdbar.