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[h=2] 29. Januar 2013 18:21 Konflikt in Westafrika
Malis Zukunft liegt in Afrikas Händen[/h]
In Timbuktu feiern die Menschen und der französische Präsident sieht sich schon als Sieger: Der Erfolg des Mali-Einsatzes scheint nahe. Dabei droht nun ein Guerillakrieg zwischen Felsenhöhen und Wüstendünen - und der Konflikt ist alles andere als eine weitere Episode im weltweiten Anti-Terror-Kampf.
Ein Kommentar von Caroline Ischinger
Es ist ein Moment des Triumphs im Mali-Konflikt: In Timbuktu feiern die Menschen auf den Straßen, nachdem französische und malische Truppen einmarschiert sind. In der Hauptstadt Bamako ist die Jubelstimmung so groß, dass auf den Märkten französische Fahnen knapp werden. Und in Paris setzt Präsident François Hollande schon eine Siegermiene auf.
Nach Gao und Timbuktu muss nur noch Kidal erobert werden - dann wären die Islamisten aus ihren drei Hochburgen im Norden vertrieben, wo sie die Menschen zuletzt im Namen der Scharia terrorisiert haben. Der Präsident von Burkina Faso und Vermittler im Mali-Konflikt, Blaise Compaoré, mag also recht haben, wenn er verkündet, das Schlimmste sei vorbei. Doch mindestens genauso sicher ist: Der schwerste Teil steht noch bevor.
Die französische Intervention war notwendig, um zu verhindern, dass die Islamisten sich im Norden Malis dauerhaft festsetzen oder gar noch Richtung Süden vorrücken. Noch sind die Radikalen aber nicht besiegt. Ihr Rückzug dürfte taktischer Natur sein, als nächstes droht ein Guerillakrieg zwischen Felsenhöhlen und Wüstendünen. Wer allerdings nur auf die Dschihadisten schaut und den Konflikt lediglich als eine weitere Episode im weltweiten Anti-Terror-Kampf begreift, der begeht einen Fehler.
...
[h=3]Der Ursprung der Krise[/h] Dabei darf der Ursprung der Krise nicht aus dem Blick geraten: Es waren die Tuareg, die den Norden zunächst überrannten und dann die Kontrolle an die Islamisten verloren. Ihre Forderung nach Selbstbestimmung ist jahrzehntealt, ihre Revolte im vergangenen Jahr war eine Fortführung früherer Aufstände gegen die Zentralregierung. Die Tuareg sehen sich als benachteiligte Minderheit, Friedensabkommen scheiterten immer wieder oder wurden halbherzig umgesetzt.
Es ist daher eine Chance, dass die Tuareg-Bewegung MNLA nun ihre Hilfe im Kampf gegen die Terroristen angeboten hat, denn kaum jemand kennt das Wüstenterrain im Norden so gut wie sie. So zerstritten die Tuareg untereinander auch sind und so misstrauisch der Süden sie auch beäugt - man wird nicht darum herumkommen, sie politisch einzubinden und ihnen bei der wirtschaftlichen Entwicklung des abgehängten Nordens entgegenzukommen.
Konflikt in Westafrika - Das Triumphgefühl könnte Ernüchterung weichen - Politik - Süddeutsche.de
Malis Zukunft liegt in Afrikas Händen[/h]
In Timbuktu feiern die Menschen und der französische Präsident sieht sich schon als Sieger: Der Erfolg des Mali-Einsatzes scheint nahe. Dabei droht nun ein Guerillakrieg zwischen Felsenhöhen und Wüstendünen - und der Konflikt ist alles andere als eine weitere Episode im weltweiten Anti-Terror-Kampf.
Ein Kommentar von Caroline Ischinger
Es ist ein Moment des Triumphs im Mali-Konflikt: In Timbuktu feiern die Menschen auf den Straßen, nachdem französische und malische Truppen einmarschiert sind. In der Hauptstadt Bamako ist die Jubelstimmung so groß, dass auf den Märkten französische Fahnen knapp werden. Und in Paris setzt Präsident François Hollande schon eine Siegermiene auf.
Nach Gao und Timbuktu muss nur noch Kidal erobert werden - dann wären die Islamisten aus ihren drei Hochburgen im Norden vertrieben, wo sie die Menschen zuletzt im Namen der Scharia terrorisiert haben. Der Präsident von Burkina Faso und Vermittler im Mali-Konflikt, Blaise Compaoré, mag also recht haben, wenn er verkündet, das Schlimmste sei vorbei. Doch mindestens genauso sicher ist: Der schwerste Teil steht noch bevor.
Die französische Intervention war notwendig, um zu verhindern, dass die Islamisten sich im Norden Malis dauerhaft festsetzen oder gar noch Richtung Süden vorrücken. Noch sind die Radikalen aber nicht besiegt. Ihr Rückzug dürfte taktischer Natur sein, als nächstes droht ein Guerillakrieg zwischen Felsenhöhlen und Wüstendünen. Wer allerdings nur auf die Dschihadisten schaut und den Konflikt lediglich als eine weitere Episode im weltweiten Anti-Terror-Kampf begreift, der begeht einen Fehler.
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[h=3]Der Ursprung der Krise[/h] Dabei darf der Ursprung der Krise nicht aus dem Blick geraten: Es waren die Tuareg, die den Norden zunächst überrannten und dann die Kontrolle an die Islamisten verloren. Ihre Forderung nach Selbstbestimmung ist jahrzehntealt, ihre Revolte im vergangenen Jahr war eine Fortführung früherer Aufstände gegen die Zentralregierung. Die Tuareg sehen sich als benachteiligte Minderheit, Friedensabkommen scheiterten immer wieder oder wurden halbherzig umgesetzt.
Es ist daher eine Chance, dass die Tuareg-Bewegung MNLA nun ihre Hilfe im Kampf gegen die Terroristen angeboten hat, denn kaum jemand kennt das Wüstenterrain im Norden so gut wie sie. So zerstritten die Tuareg untereinander auch sind und so misstrauisch der Süden sie auch beäugt - man wird nicht darum herumkommen, sie politisch einzubinden und ihnen bei der wirtschaftlichen Entwicklung des abgehängten Nordens entgegenzukommen.
Konflikt in Westafrika - Das Triumphgefühl könnte Ernüchterung weichen - Politik - Süddeutsche.de