Bereits 900 türkische Militärs in Irak einmarschiert
Rund 900 türkische Soldaten sind in die irakische Provinz Nainawa unter dem Vorwand einmarschiert, kurdische Freiwillige auszubilden. Sie befinden sich in einem Camp der Miliz, wie der Gouverneur der Provinz, Nawfal Akub, Sputnik mitteilte.
„Nach meiner Information liegt die Zahl der türkischen Kräfte, die sich in der Provinz befinden, nicht über 900 Soldaten. Sie sind in dem Lager der Miliz im Dorf Dad, Bezirk Shekhan, stationiert“, so Akub.
Wie al-Akub betonte, werde er diese Situation heute bei einem Treffen mit dem türkischen Botschafter besprechen.
„Die Türkei hat die Irak-Krise und die politischen Meinungsverschiedenheiten in der Führungsspitze ausgenutzt“, unterstrich er.
Der irakische Regierungschef Haider al-Abadi hatte zuvor erklärt, dass die türkischen Soldaten, deren Zahl einem ganzen Bataillon entspreche, mit Panzern auf das Territorium seines Landes gerollt seien. In Bagdad wurde diese Aktion als Invasion bewertet und der Abzug der Militärs gefordert. Im Parlament wurde sogar von einer militärischen Gegenantwort gesprochen.
Nach der Version türkischer Medien befinden sich unweit der nordirakischen Stadt Mossul rund 130 türkische Militärs. Sie sie seien dorthin im Zuge der planmäßigen Rotation im Rahmen des seit mehr als zwei Jahren andauernden Programms zur Ausbildung der kurdischen Einheiten (Peshmerga) geschickt worden. Hurriyet Daily News schreibt, dass die Türkei eine ständige Militärbasis in der Region um Bashika in der irakischen Provinz Mossul stationiert hat.
Der irakische Präsident Fuad Masum hat erklärt, dass Ankara die Truppen aus dem Irak abziehen müsse und dass die Handlungen der Türkei das Völkerrecht sowie die irakische Souveränität verletzen.
Der Chef des Sicherheitsausschusses des irakischen Parlaments, Hakim al-Zamili, hat verkündet, dass als Gegenantwort auf die türkische Invasion und die Verletzung der Souveränität des Landes sich der Irak an Russland mit der Bitte um eine militärisches Eingreifen wenden könne.
Bereits 900 türkische Militärs in Irak einmarschiert
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Irakischer Premier fordert sofortigen Rückzug türkischer Truppen aus Irak
Der irakische Regierungschef Haider al-Abadi hat einen sofortigen Rückzug der türkischen Truppen aus seinem Land gefordert. „Ankara hat noch 24 Stunden Zeit, dann wird das Problem im UN-Sicherheitsrat behandelt“, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Erklärung Al-Abadis.
„Wir fordern von der Türkei, die Souveränität des Iraks zu achten, und haben der türkischen Seite 48 Stunden Zeit gegeben. Jetzt sind 24 Stunden geblieben.“ Am Sonntag hatte al-Abadi erklärt, dass sich die irakischen Behörden das Recht vorbehalten, beliebige Gegenschritte zu unternehmen, darunter auch den Weltsicherheitsrat einzuschalten, sollen die türkischen Truppen das Territorium des Iraks binnen 48 Stunden nicht verlassen.
Als Lüge bezeichnete Al-Abadi die Behauptung der Türkei, wonach Bagdad der Verlegung der türkischen Truppen ins Land zugestimmt hatte. „Wir haben keine Informationen und keine Vereinbarungen mit den Türken über die Truppenverlegung“, betonte er.
Nach irakischen Angaben war ein türkisches Panzerbataillon am vergangenen Freitag auf irakisches Gebiet mit dem Vorwand eingedrungen, kurdische Kämpfer auszubilden, die gegen die Terroristen kämpfen. Das irakische Außenministerium bezeichnete den Einmarsch als eine „feindliche Handlung“.
Irakischer Premier fordert sofortigen Rückzug türkischer Truppen aus Irak