Tatsächlich waren es weder Erdogan noch Davutoglu, die eine Verbesserung der Beziehungen zu den Nachbarn einleiteten, sondern der bereits verstorbene Ismail Cem.
Mit seinem damaligen griechischen Gegenpart Giorgos Papandreou erreichte Cem eine Annäherung zwischen Athen und Ankara. Zwei verheerende Erdbeben, die in kurzer Folge die Türkei und Griechenland heimgesucht hatten, lösten und eine Welle gegenseitiger Hilfsbereitschaft aus. (Als „Erdbeben-Diplomatie“ in unseren Zeitungen bezeichnet.)
Cem strebte auch mit allen anderen Nachbarstaaten der Türkei bessere Beziehungen an. Eine Cem zugeordnete Aussage: „Ich dachte, dass wir dies ändern sollten, sofern wir daran eine Teilschuld tragen.“
Als Davutoglu im Mai 2009 ins Amt kam, setzte er Cems Politik fort und versah sie mit einem eingängigen Slogan: „Null Probleme mit Nachbarn“ sei das Ziel. Um eine regionale Ordnungsmacht zu sein, müsse die Türkei ihre Dauerkonflikte mit den Nachbarn beilegen, meinte damals Davutoglu. Selbstbewusst verkündete er zu seinem Amtsantritt als Außenminister vor sieben Jahren: „Die Türkei ist kein Land mehr, das nur auf Krisen regiert. Sie erkennt Krisen schon vor deren Entstehung und greift wirksam ein. Sie formt die Verhältnisse in der Region.“ Und dann begannen die Auszucker Erdogans…
Heute gilt: Die Türkei ist ein Land, das nur auf Krisen regiert und sie oft viel zu spät erkennt. Greift sie ein, bleibt das meist wirkungslos oder verschlimmert die Lage.
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Da vermutlich gleich wieder der Dalmatiner sowie die orientierungslose Bosnische Zecke ihre Unterstellungen mir gegenüber ausspucken werden, möchte ich an dieser Stelle ein letztes Mal klarstellen, dass ich mit Sicherheit kein "Türkenhasser" bin! Es ist einzig und allein die Politik Erdogans und dessen gedankenlose Verherrlichung der in diesem Zusammenhang einschlägig bekannten User dieses Forums, die ich aus tiefstem Herzen verachte. Daran wird sich auch in alle Zukunft nichts ändern.