Du bist ein Lappen, man.
Du hast weder eine Ahnung über die Struktur des Nahen Ostens, noch hast du landeskundliche Ahnung über die Türkei. Deshalb wiederhole ich mich - bleib bei Pietro und Sahra.
Insbesondere den Türken kotzt es an, solchen halbgespickten Idioten, die irgendwo irgendwas aufschnappen und einem beibringen wollen wie es in deiner eigenen Heimat war, zu erklären das sie Idioten sind.
Außerdem ist deine Herangehensweise nicht differenziert genug, sondern emotionalisiert und einseitig perspektiviert. Da du dich scheust ( da zeitintensiv) mit der Thematik auseinander zu setzen, empfehle ich dir die Lombardis.
Also.... Die Nahost-Politik verfolge ich schon seit 15, 16 Jahren sehr genau. Und ich kenn mich sehr gut aus. Also werfe mir nichts vor über mich, was du nicht wissen kannst!!!
Du argumentierst gleich, wie X Balkaner über die anderen Konflikte. Jedes Mal: "Ihr habt einfach keine Ahnung", und meinen, dass das als Argument und Begründung durchkommen kann. - Ist ja
dogmatisch, fast wie bei der Kirche, die oft mit dem Pseudo-Argumenten wie "das stimmt nicht" oder "das ist einfach so, weil es halt so ist" kommt.
Ich will ja nicht alles an Erdogan schlecht reden. Vor dem ganzen Schlamassel hat er die türkische Wirtschaft auf Vordermann gebracht wie kein zweiter vor ihm (ähnlich wie bei Putin). - Deshalb kann ich gewisse Sympathien vor verstehen. Und er war eine zeitlang sehr gut zu den Kurden. Vor einigen Jahren hatte ich wirklich gut über Erdogan gedacht, obwohl ich seinen Konservatismus mit meiner liberalen Einstellung gar nicht teilen kann. Aber irgendwann kippte bei mir die Zustimmung für ihn:
1.) Er nimmt autokratische Züge an und baut die Demokratie ab.
- Er geht sehr restrikt gegen kritische Stimmen und Kritiker vor. - Dies beweisen unzählige internationale Organisationen und Beobachter.
- Er hat die Medienfreiheit massiv eingeschränkt. - Auch für dies gibt es internationale Organisationen, welche diese Freiheit in allen Ländern der Welt messen und bewerten.
- Die Chancen der Opposition (ein sehr wichtiges Kriterium in einer Demokratie) sind massivst eingeschränkt!
- Er lässt die Verfassung ändern, um seine Machtzeit zu verlängern (in einer Demokratie ein absolutes No-Go!!!)
- Er lässt sich einen pompösen überdimensionierten Palast bauen, was man eigentlich nur von Diktatoren kennt.
- und und und....
2.) Er will das "Rad-der-Zeit" (in Sachen Entwicklung der Zivilisation in der Türkei) zurückdrehen, hin zu mehr Konservatismus, Traditionalismus und Religionismus! Dabei werden viele gesellschaftliche Freiheiten massivst eingeschränkt.
- Er möchte ein Landesweites Alkohol-Verbot (aber nur aus religiösen Gründen). Dies machte er aber sehr geschickt, indem er Anti-Alkohol-Gesetze erliess, die mit dem Abständen zu Moscheen zu tun haben (lässt aber seit dem geschickterweise viele Moscheen bauen)
- Will die Todesstrafe einführen (ist ja auch in der Scharia drin)
- Auf wundersame Weise sind die meisten IS-Kämpfer über die Türkei in den IS gekommen.
- Gebildete und Intellektuelle sind ihm ein grosses Dorn im Auge und er geht ganz geschickt gegen sie vor (der Onkel eines türkischen Kollegen von mir wurde ohne Begründung aus der technischen Universität Bursa entlassen und bekam dazu noch ein Berufsverbot, und er ist kein Gülen-Anhänger)
- und und und...
3.) Er ist auch in anderen Bereichen Grösssenwahnsinnig und hat Expansionsgelüste (ganz nach dem Gusto eines wahnsinnigen Diktators).
- Stellt Jahrhundert-alte Friedensverträge in Frage
- Hat Besitzansprüche auf Territorien von Nachbarsstaaten mit der Begründung, dass dies mal Türkei war und dort türkische Historie immer noch präsent ist, vergisst aber gleichzeitig, dass das im umgekehrten Fall auch der Fall ist.
4.) Und dann kommt noch seine Einstellung zu den Kurden, welche sich deuuutlich verschlechtert hat.