Wer warst du nochmal, Lolek oder Bolek? na ist egal, das Niveau der Ahnungslosigkeit ist in etwa gleich: der eine hat keinen Schimmer wie Diskussion funktioniert, der andere zwar schon, bringt aber nur pauschale Vorwürfe (z.B. "Vereinfachungen") und glaubt das seien Argumente obwohl jeder weiß dass er die Aussagen von Abdel-Samad im Detail garnicht kennt.
Da ist aber was dran. Simples Beispiel: In einem seiner Bücher erklärt er, dass der Islam zutiefst faschistisch ist. Sowieso eine sehr beliebte Argumentation in Deutschland, weil Faschismus als das ultimativ Böse gilt, verständlich. Das Problem dabei ist, dass das eben auf alle Religionen zutrifft, was auch nicht verwundern sollte, denn der Faschismus hat sich an den Religionen orientiert, besitzt viele religiöse Elemente. Letztlich geht es dabei auch um Buchverkäufe und er will gezielt schockieren. Das macht ihn nicht gerade zum seriösesten Kritiker. Das ändert natürlich nichts daran, dass er eine wichtige Stimme ist, nur eben keine absolute.
interessant ist im Vergleich Nietzsche. Ein paar Zitate:
Christlich ist ein gewisser Sinn der Grausamkeit, gegen sich und andere; der Hass gegen die Andersdenkenden; der Wille, zu verfolgen
Ich verurteile das Christentum, ich erhebe gegen die christliche Kirche die furchtbarste aller Anklagen, die je ein Ankläger in den Mund genommen hat. Sie ist mir die höchste aller denkbaren Korruptionen, sie hat den Willen zur letzten auch nur möglichen Korruption gehabt.
So lange man nicht die Moral des Christentums als Kapital-Verbrechen am Leben empfindet, haben dessen Verteidiger gutes Spiel.
Vor 150 Jahren muss das schon heftig gewesen sein. Allerdings war die Gesellschaft eben schon damals weiter als die islamisch geprägten Gesellschaften. Wahrscheinlich ist der wichtigste Schritt, dass man nicht gleich Journalisten erschießen will, wenn sie etwas kritisches berichten oder Zeichner abschlachten, weil sie den Propheten malen, genauso nicht bei jedem Scheiß auf die Straße Stürmen und Israel und US-Flaggen verbrennen. Das ist halt schon ziemlich kaputt. Deswegen ist auch die Frage, was da reformiert werden muss. Solange man sich dem entziehen kann und es keine Religionsmiliz gibt, wie im Iran, die Partygäste verhaftet und auspeitscht, sollte das keinen stören, aber eben auch keine Gesetze beeinflussen.
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Wer warst du nochmal, Lolek oder Bolek? na ist egal, das Niveau der Ahnungslosigkeit ist in etwa gleich: der eine hat keinen Schimmer wie Diskussion funktioniert, der andere zwar schon, bringt aber nur pauschale Vorwürfe (z.B. "Vereinfachungen") und glaubt das seien Argumente obwohl jeder weiß dass er die Aussagen von Abdel-Samad im Detail garnicht kennt.
Da ist aber was dran. Simples Beispiel: In einem seiner Bücher erklärt er, dass der Islam zutiefst faschistisch ist. Sowieso eine sehr beliebte Argumentation in Deutschland, weil Faschismus als das ultimativ Böse gilt, verständlich. Das Problem dabei ist, dass das eben auf alle Religionen zutrifft, was auch nicht verwundern sollte, denn der Faschismus hat sich an den Religionen orientiert, besitzt viele religiöse Elemente. Letztlich geht es dabei auch um Buchverkäufe und er will gezielt schockieren. Das macht ihn nicht gerade zum seriösesten Kritiker. Das ändert natürlich nichts daran, dass er eine wichtige Stimme ist, nur eben keine absolute.
interessant ist im Vergleich Nietzsche. Ein paar Zitate:
Christlich ist ein gewisser Sinn der Grausamkeit, gegen sich und andere; der Hass gegen die Andersdenkenden; der Wille, zu verfolgen
Ich verurteile das Christentum, ich erhebe gegen die christliche Kirche die furchtbarste aller Anklagen, die je ein Ankläger in den Mund genommen hat. Sie ist mir die höchste aller denkbaren Korruptionen, sie hat den Willen zur letzten auch nur möglichen Korruption gehabt.
So lange man nicht die Moral des Christentums als Kapital-Verbrechen am Leben empfindet, haben dessen Verteidiger gutes Spiel.
Vor 150 Jahren muss das schon heftig gewesen sein. Allerdings war die Gesellschaft eben schon damals weiter als die islamisch geprägten Gesellschaften. Wahrscheinlich ist der wichtigste Schritt, dass man nicht gleich Journalisten erschießen will, wenn sie etwas kritisches berichten oder Zeichner abschlachten, weil sie den Propheten malen, genauso nicht bei jedem Scheiß auf die Straße Stürmen und Israel und US-Flaggen verbrennen. Das ist halt schon ziemlich kaputt. Deswegen ist auch die Frage, was da reformiert werden muss. Solange man sich dem entziehen kann und es keine Religionsmiliz gibt, wie im Iran, die Partygäste verhaftet und auspeitscht, sollte das keinen stören, aber eben auch keine Gesetze beeinflussen.