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Klimawandel + Umweltschutz

Die Klimakatastrophe braucht auch Antworten auf die soziale Frage
Die Schere zwischen wohlhabenden und weniger wohlhabenden Menschen droht weiter auseinanderzugehen. Die Klimaveränderungen schaffen neue soziale Probleme

Die Rekordtemperaturen der letzten Wochen, die Bilder der verdorrten Felder und der Waldbrände quer durch Europa stehen in einem seltsamen Kontrast zum Phlegma der Politik. Was Europa im Sommer 2026 klimamäßig erlebt, ist teilweise dystopisch. Die höchsten Temperaturen liegen, sowohl bei Tag als auch bei Nacht, gleich mehrere Grad über dem, was man bisher kannte. Laut Wissenschaft steht in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren nochmals ein vergleichbarer Anstieg der Höchsttemperaturen bevor. Er wird unseren Alltag völlig verändern.

Bereits jetzt mindern Hitze und Trockenheit auch in Österreich die Lebensqualität vieler Menschen, gefährden Existenzen und führen zu vielen Hitzetoten. Bei Katastrophen anderer Art, von Terrorakten bis zu Zugunfällen, hätte die Politik – bei viel geringeren Opferzahlen und Schäden – längst Maßnahmenpakete beschlossen. Einzelne Politiker:innen haben freilich seit Jahren gewarnt: von Bundespräsident Van der Bellen über die Grünen bis zu Vizekanzler Babler drängen viele seit langem auf entschiedenere Klimamaßnahmen. Und es passiert bereits einiges: Die Wiener Stadtregierung investiert seit Jahren massiv in Nachhaltigkeit, Hochwasserschutz und Ausbau der Trinkwasserreserven. Aber 2026 lehrt uns: Wir müssen viel mehr viel schneller in die Wege leiten.

 
Dürre, Hitze
COP zu Wüstenbildung mit besonderer Brisanz
Derzeit findet in der mongolischen Hauptstadt Ulan-Bator die 17. UNO-Konferenz zur Wüstenbildung (COP17) statt. Das diesjährige Motto lautet „Land wiederherstellen. Hoffnung wiederherstellen“. Angesichts der weltweiten teils historischen Dürre, Trockenheit und Hitze dürfte der Konferenz dieses Mal tatsächlich besonders viel Bedeutung zukommen.

Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft aus 197 Ländern nehmen laut dem UNO-Sekretariat zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD) an der zweiwöchigen Konferenz teil. „Sie kommen zusammen, um Lösungen für die miteinander eng verbundenen Herausforderungen der Wüstenbildung, der Bodendegradation und der Dürre zu erarbeiten“, heißt es auf der UNCCD-Website.

Denn nutzbares Land, so die UNCCD-Chefin Yasmine Fouad, sei die wichtigste Lebensgrundlage. Es sei die Basis für Ernährungssicherheit, Wasserversorgung und Stabilität. Wenn Acker- und Weideflächen verloren gehen, nähmen die Unsicherheit zu, die Vertreibung und der Wettkampf um knapper werdende Ressourcen.

 
Klimaziele? Europa wird die Welt nicht retten
Die EU verfolgt hehre Klimaziele, Österreich will den Musterschüler spielen. Leider bringt uns das wenig, wenn der Rest der Welt nicht mitmacht.
Österreich will bis 2040 „klimaneutral“ werden. Heißt: Ab dann sollen wir nur noch so viele Treibhausgase ausstoßen, wie heimische Wälder oder Böden absorbieren können. Die Regierung hat sich zu diesem hehren Ziel in Form eines Klimagesetzes bekannt – im Gegenzug bekommen Bauern Dürrehilfen. Logischer Kuhhandel: Ein kühleres, feuchteres Klima hilft ja auch den Landwirten.

Andererseits … Klimapolitische Ansagen sind häufig nur Lippenbekenntnisse, die auf Extremwetterperioden folgen. Zudem verfolgt die EU – deren „Green Deal“ ist das weltweit ambitionierteste CO2-Sparprogramm – die Klimaneutralität ja erst ab 2050. Österreich ist also noch ambitionierter. Ökonomen sind uneins, ob das der heimischen Wirtschaft mehr nutzt als schadet. Fest steht: Österreich verursacht 0,2 Prozent der globalen Emissionen, beeinflusst das Weltklima also nur minimal.

Und so nähert man sich dem Kern des Problems: Könnte es sein, dass sich Europa mit konsequenter Klimapolitik aus dem Markt preist, während der Rest der Welt weiterhin möglichst billig produziert?

Ähnliche Argumente sind von FPÖ, Industriellenvereinigung oder dem ÖVP-Wirtschaftsflügel zu vernehmen. Bisweilen werden sie mit plumper Wissenschaftsfeindlichkeit („Klimahysterie“), faktenferner Nostalgie („Heiße Sommer gab es schon immer“) oder dem Vorwurf des „Klima-Kommunismus“ garniert. Das mag die Überzeugungskraft des jeweiligen Absenders schwächen. Kaum abzustreiten ist: Der Green Deal ist derzeit ein Minderheitenprogramm, das die Welt nicht retten wird.


Also einfach zusehen wie die Welt zu Grunde geht, so nach dem Motto, hinter mir die Sintflut? Weil es leider dieses weltgrößte A....loch und seine Speichellecker eben so verkünden? Das wäre eine Bankrotterklärung
 
Copernicus
Weltmeere so warm noch nie zuvor
Die Weltmeere sind so warm wie noch nie seit Beginn der Messungen im Jahr 1979. Am Samstag hat die tägliche globale durchschnittliche Meeresoberflächentemperatur ihren höchsten jemals gemessenen Wert erreicht, teilte der Klimawandeldienst des EU-Programms Copernicus heute mit.

Mit 21,1 Grad Celsius sei am 22. August ein neuer Höchstwert aufgestellt worden, womit die bisherige Höchsttemperatur von 21,09 Grad vom März 2024 übertroffen worden sei. „Dieser Rekord ist ein weiteres deutliches Zeichen dafür, dass der Ozean zunehmend unter Druck steht“, sagt Samantha Burgess, strategische Leiterin für Klima bei Copernicus. Mit dem anhaltenden Anstieg der Meerestemperaturen würden die Risiken für Ökosysteme und Küstengemeinden zunehmen. „Die Folgen sind bereits sichtbar: Die Zahl der Tage mit marinen Hitzewellen hat sich weltweit seit Anfang der 1990er-Jahre mehr als verdreifacht“, sagte Burgess.

Zwar sollten Tagesrekorde stets im breiteren klimatischen Kontext interpretiert werden, so die Klimaforscherinnen und Klimaforscher. Doch stehe dieser Meilenstein im Einklang mit der anhaltenden langfristigen Erwärmung der Weltmeere und dem Auftreten eines El-Nino-Ereignisses im tropischen Pazifik. Im tropischen Pazifik entwickelt sich demnach derzeit ein starker El Niño, der den Ozean noch weiter aufheizt. Burgess betont dabei: „El Niño führt zu einer zusätzlichen Erwärmung des Systems, doch dies geschieht zusätzlich zu der jahrzehntelangen, vom Menschen verursachten Erwärmung.“

 
CO2-Speicherung in Österreich wird konkreter
Nachdem die Regierung im Zuge ihrer Einigung auf Dürrehilfen und ein Klimagesetz die Aufhebung des generellen Verbots von Carbon Capture and Storage (CCS) zur Speicherung von CO2 aus Industrieemissionen avisiert hat, wird das von der emissionsstarken Zementindustrie begrüßt. Ihr geht es um die Abscheidung von CO2 bei der Zementproduktion, in der die Entstehung von CO2 unvermeidbar ist.

Die geplante Zulassung von Carbon Capture and Storage – also CO2-Abtrennung und -Speicherung – hatte SPÖ-Chef und Vizekanzler Andreas Babler, dessen Partei mit Markus Marterbauer den für Bergbau zuständigen Minister stellt, im ORF-„Sommergespräch“ bekräftigt. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) bezeichnete die CO2-Speicherung in einer schriftlichen Stellungnahme unter anderem als „zentrale Klimaschutzmaßnahme“ und „echte Perspektive“. Dabei geht es neben der Zement- etwa auch um die Kalk- und Stahlindustrie.

Gesetz derzeit in Abstimmung
Das Vorgehen sei zur Erreichung der Klimaziele notwendig. Das Gesetz befinde sich derzeit koalitionsintern in Abstimmung. Das Vorhaben soll bald in den Ministerrat kommen. Gemeinsam mit dem neuen Klimagesetz und dem UVP-Gesetz soll das Gesetz zur CO2-Speicherung in Begutachtung.

 
Wer gesund ist, merkt eh nichts.
Selbst wer völlig gesund ist, gerät bei extremer Hitze biologisch und mental an seine Grenzen. Ab etwa 26 Grad Raumtemperatur sinken die Konzentration und Leistungsfähigkeit messbar, während im Freien selbst fitten Menschen Flüssigkeitsmangel oder ein Hitzschlag drohen. Zudem rauben heiße Tropennächte dem Körper die nötige Erholung, was zu chronischer Müdigkeit und nachweislich höherer Reizbarkeit führt. Hinzu kommen neue Umweltgefahren wie die Ausbreitung exotischer Insektenarten und verlängerte Pollensaisons, die auch vorher Gesunde krank machen können. Schließlich lebt niemand isoliert, sodass uns die Hitze spätestens über die Belastung von Familie, Wirtschaft und Gesundheitssystem alle betrifft.
 
Ein Perscheid über Klimawandel

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El Nino: Dürrealarm in Panama und El Salvador
Nach Honduras haben auch Panama und El Salvador wegen der durch das Klimaphänomen El Nino ausgelösten Trockenheit einen Dürrealarm ausgerufen. Panamas Innenministerin Dinoska Montalvo sagte laut heutiger AFP, die Behörden müssten auf das vorbereitet sein, was im Zusammenhang mit El Nino noch „kommen könnte“.

El Salvador erklärte, der Dürrealarm ermögliche der Regierung, Überwachungs-, Kontroll- und Hilfsmaßnahmen für betroffene Gemeinden umzusetzen. Die Alarmstufe Rot betreffe das gesamte Staatsgebiet, so der Zivilschutz des Landes.

Zentralamerika leidet derzeit unter extremer Trockenheit. Honduras hatte wegen der Dürre bereits vergangene Woche für 80 Prozent seines Staatsgebiets einen Dürrealarm ausgerufen. Auch der Schiffsverkehr durch den Panamakanal musste bereits eingeschränkt werden.

Zentralamerika besonders betroffen
Zusätzlich zur fortschreitenden Erderwärmung verstärkt El Nino derzeit Probleme wie Dürren. Bei dem natürlich auftretenden Klimaphänomen erwärmt sich die Wasseroberfläche im östlichen und zentralen Pazifik nahe des Äquators, was weltweit Auswirkungen auf Wind, Luftdruck und Niederschläge hat. In der Folge steigt das Risiko für Wetterextreme. Üblicherweise tritt das Phänomen El Nino alle zwei bis sieben Jahre auf und dauert zwischen neun und zwölf Monate an.

 
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