Mit dieser Botschaft vermitteln Klimaexperten ein schiefes Bild
Es stimmt, dass der Kampf gegen Treibhausgase in Österreich entschlossener geführt werden müsste. Aber er nützt nichts gegen die Hitze und ihre Folgen
In Zeiten der Rekordtemperaturen sind Klimafachleute als Interviewpartner gefragt. In den vergangenen Tagen erklärten sie in den Medien fast täglich, wie wir am ehesten mit der unerträglichen Hitze in der Stadt, Wassermangel und anderen schlimmen Folgen der Erderwärmung fertig werden können. Die Ratschläge reichen von Begrünung und Beschattung über ökologisches Bauen, Entsiegelung und Aufforstung, Wassersparen bis zu medizinischen und psychologischen Maßnahmen. Selbst Klimaanlagen kommen ins Spiel.
Und fast jedes Interview endet mit dem Appell, dass dies alles wenig nutzt, wenn die Regierung und unsere Gesellschaft nicht das Problem an der Wurzel packen und den Kampf gegen den Klimawandel viel entschlossener führen.
Dieselbe Botschaft kommt von Klimaschützerinnen und prominenten Vertretern der Zivilgesellschaft: Es ist heiß, daher tut endlich etwas gegen den Klimawandel. Auch der Ökonom Kurt Bayer attackiert in einem STANDARD-Gastkommentar die Klimapolitik der Regierung und wirft ihr vor, durch Untätigkeit an den vielen Naturkatastrophen schuld zu sein.
An dieser Stelle jaule ich innerlich jedes Mal auf. Nicht, weil die Botschaft dahinter falsch wäre. Österreich muss sich tatsächlich so schnell wie möglich von der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen lösen und den Ausstoß von Treibhausgasen beenden. Aber man sollte niemanden glauben lassen, dass selbst die beste Klimapolitik uns auch nur eine Spur von Abkühlung bringen würde.
Es dauert Jahre
Das liegt einerseits an der Zeitachse. Selbst wenn die Welt ab morgen klimaneutral wäre, also in Summe keine Treibhausgase mehr ausgestoßen werden, würde es viele Jahre oder gar Jahrzehnte dauern, bis sich das auf die Temperaturen auswirkt. Und das auch nur dann, wenn es gelingt, CO₂ und Methan aus der Atmosphäre herauszuholen, sei es durch natürliche oder durch neue technologische Methoden.
Es stimmt, dass der Kampf gegen Treibhausgase in Österreich entschlossener geführt werden müsste. Aber er nützt nichts gegen die Hitze und ihre Folgen
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