Während Europa doppelt so schnell heißer wird wie der globale Durchschnitt, Hunderttausende vor Bränden fliehen und Kriege weiter Milliarden Tonnen Ressourcen verschlingen, behandelt die Politik die Klimakatastrophe noch immer wie ein Problem für später. Trump treibt gleichzeitig Militärhaushalt und neue Kriege voran - auf einem Planeten, der längst keine Zeit mehr hat. Was unsere Enkel davon halten werden, dass fast 50 Prozent ihn gleich 2 Mal zum obersten Planetenzerstörer machten, kann man sich ausmalen.
Und ausgerechnet viele unter 25 werden beim Klima leiser. Das ist nicht pragmatisch. Das ist verdammt gefährlich.
„Klimawandel“: das sanfte Wort für den größten Krieg
Es gibt Wörter, die eine Sache kleiner machen, als sie ist, und „Klimawandel“ ist das freundlichste von allen. Es klingt nach Jahreszeiten, nach einem milden Übergang, nach etwas, das man aushält. Gemeint ist ein Krieg, den die Menschheit gegen den eigenen Planeten führt, und man müsste von Klimakatastrophe oder Klimahölle reden. Wer die Sache so sanft benennt, hat schon halb aufgegeben, sie zu gewinnen. Ein Ding falsch zu nennen heißt, es nicht mehr zu sehen. Sprache ist kein Kleid, das man einem Ereignis überwirft, sondern die Brille, durch die man es erkennt. Ein weiches Wort nimmt der Sache die Dringlichkeit, und was nicht dringlich klingt, wird nicht behandelt. So schützt der Begriff am Ende nicht uns, sondern das, was uns zerstört. Genau darum ist der Streit um das richtige Wort kein Streit um Vokabeln, sondern der erste Schritt jeder Gegenwehr.
Man betrachte die Lage ohne dieses Beschönigen. Die Vereinigten Staaten, die sich noch immer für die größte Macht der Erde halten, obwohl diese Rolle womöglich längst an China übergegangen ist, stehen mitten im gefährlichsten globalen Konflikt, den es je gab, und führen zugleich ihre alten Kriege weiter, als hätten sie alle Zeit der Welt. Dabei verschlingt jeder Krieg fossile Brennstoffe und heizt mit seinen Abgasen jenen Planeten weiter auf, um dessen Bewohnbarkeit es angeblich geht. Der naheliegende Gedanke, wenigstens für eine Weile nicht mehr aufeinander zu schießen, während die Erde brennt, bleibt ungedacht. Es wäre der Augenblick, in dem Vernunft sich zeigen könnte. Doch die Geschichte der Menschheit ist eine lange Kette von Kriegen, einer finsterer als der davor, und nichts deutet darauf hin, dass sie in unserer Gegenwart reißt.
Es gibt Wörter, die eine Sache kleiner machen, als sie ist, und „Klimawandel" ist das freundlichste von allen. Es klingt nach Jahreszeiten, nach einem milden Übergang, nach etwas, das man aushält. Gemeint ist ein Krieg, den die Menschheit gegen den eigenen Planeten führt, und man müsste von...
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