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Klimawandel + Umweltschutz

Verzweiflung bei kilmaskeptischen Kampfpostern. Cartoon by Karl Berger

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Für alle, die gerade behaupten, dass es "früher doch auch heiß war":
In den 1980er Jahren waren in Mitteleuropa Tage mit 30 Grad die absolute Ausnahme.
Heute sind 30 Grad die Abkühlung irgendwann in der Nacht.

Wer es nicht glauben will, soll sich die Temperaturstatistiken ansehen – statt „Herbert38“, „Alice33“ und den anderen rechten Verschwörungsdeppen weiter jeden Schwachsinn nachzuplappern.

Michael Bonvalot // standpunkt.press

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Mit dieser Botschaft vermitteln Klimaexperten ein schiefes Bild
Es stimmt, dass der Kampf gegen Treibhausgase in Österreich entschlossener geführt werden müsste. Aber er nützt nichts gegen die Hitze und ihre Folgen

In Zeiten der Rekordtemperaturen sind Klimafachleute als Interviewpartner gefragt. In den vergangenen Tagen erklärten sie in den Medien fast täglich, wie wir am ehesten mit der unerträglichen Hitze in der Stadt, Wassermangel und anderen schlimmen Folgen der Erderwärmung fertig werden können. Die Ratschläge reichen von Begrünung und Beschattung über ökologisches Bauen, Entsiegelung und Aufforstung, Wassersparen bis zu medizinischen und psychologischen Maßnahmen. Selbst Klimaanlagen kommen ins Spiel.

Und fast jedes Interview endet mit dem Appell, dass dies alles wenig nutzt, wenn die Regierung und unsere Gesellschaft nicht das Problem an der Wurzel packen und den Kampf gegen den Klimawandel viel entschlossener führen.

Dieselbe Botschaft kommt von Klimaschützerinnen und prominenten Vertretern der Zivilgesellschaft: Es ist heiß, daher tut endlich etwas gegen den Klimawandel. Auch der Ökonom Kurt Bayer attackiert in einem STANDARD-Gastkommentar die Klimapolitik der Regierung und wirft ihr vor, durch Untätigkeit an den vielen Naturkatastrophen schuld zu sein.

An dieser Stelle jaule ich innerlich jedes Mal auf. Nicht, weil die Botschaft dahinter falsch wäre. Österreich muss sich tatsächlich so schnell wie möglich von der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen lösen und den Ausstoß von Treibhausgasen beenden. Aber man sollte niemanden glauben lassen, dass selbst die beste Klimapolitik uns auch nur eine Spur von Abkühlung bringen würde.

Es dauert Jahre
Das liegt einerseits an der Zeitachse. Selbst wenn die Welt ab morgen klimaneutral wäre, also in Summe keine Treibhausgase mehr ausgestoßen werden, würde es viele Jahre oder gar Jahrzehnte dauern, bis sich das auf die Temperaturen auswirkt. Und das auch nur dann, wenn es gelingt, CO₂ und Methan aus der Atmosphäre herauszuholen, sei es durch natürliche oder durch neue technologische Methoden.

 
30 Grad und mehr
Meerestemperaturen alarmierend hoch
Die Temperaturen in Teilen des Mittelmeers sind in den vergangenen Tagen so hoch wie nie zuvor gelegen. Vor der Baleareninsel Mallorca wurden 33 Grad Celsius registriert, im Ligurischen Meer vor der italienischen Badeortschaft Porto Venere 31. Das empfindliche maritime Ökosystem gerät ins Wanken, gefährliche invasive Arten breiten sich aus. Extremtemperaturen im Pazifik weisen indessen auf einen „Super-El-Nino“ hin.

„Nachdem wir lange gesagt haben, dass sich das Klima verändert, also dass der Wandel im Gange ist, sehen wir jetzt, dass der Wandel bereits vollzogen ist“, sagte Paola Tepsich, Forscherin der Stiftung CIMA und Expertin für marine Ökosysteme der Zeitung „La Stampa“ am Freitag. Messungen des nationalen Wellen- und Meeresbeobachtungsnetzes des italienischen Umweltforschungsinstituts ISPRA registrierten im Sommer auch vor der Hafenstadt Civitavecchia bei Rom sowie vor Sardinien und Sizilien Wassertemperaturen von mehr als 30 Grad.

Dass selbst das Ligurische Meer, das von Ozeanografen traditionell als vergleichsweise kühles Becken betrachtet wird, solche Werte erreicht, ist Fachleuten zufolge alarmierend. Messbojen mussten mancherorts nachgerüstet werden, weil ihre Sensoren nur Werte bis 30 Grad erfassen konnten.

 
Trump: "Ich bin ein Umweltschützer - ob Sie es glauben oder nicht." 🤣🤣🤣🤣🤣


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Kreuzfahrten
Niedrigwasser: Schiffe stranden in Wien
Nach wie vor sind die Pegelstände auf der Donau in Österreich aufgrund der ausbleibenden Niederschläge und der hohen Temperaturen niedrig. Das wirkt sich auch auf den internationalen Flusskreuzfahrtverkehr aus. Aktuell liegen 23 Flusskreuzfahrtschiffe in Wien.

Das sei für die Sommersaison grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Allerdings würden die Schiffe derzeit deutlich länger im Hafen verbleiben als üblich, hieß es von der Wien Holding auf APA-Anfrage. Rund um die Wiener Reichsbrücke stehen zwölf durch Donauraum Wien, ein Unternehmen der Wien Holding GmbH, betriebene Anlegestellen zur Verfügung. Dabei können die Kabinenschiffe großteils dreireihig verheftet werden, hieß es von der Wien Holding. Dieser Umstand ergebe eine Maximalauslastung von 27 großen Kabinenschiffen.

Für viele Personenschiffe sei Wien aktuell der Endpunkt der Reise, da eine Weiterfahrt in den Osten aufgrund der Pegelstände nicht mehr möglich sei, so die Wien Holding. Die Ausfälle jener Schiffe, die Wien nicht erreichen können, werden durch jene Schiffe kompensiert, die Wien nicht verlassen können.

 
Klimaerwärmung
Trump-Regierung schafft Arktisbericht ab
Die Regierung von Präsident Donald Trump hat die Veröffentlichung eines wichtigen Klimaberichts zum Zustand der Arktis gestoppt. Die Nationale Ozean- und Atmosphärenbehörde (NOAA) wird den seit 2006 jährlich erscheinenden Bericht in diesem Jahr nicht veröffentlichen.

Der letzte Arktis-Bericht war im Dezember veröffentlicht worden, als Trump bereits im Amt war. Einen Grund für die Entscheidung, ihn 2026 zu streichen, nannte die NOAA nicht. Bereits veröffentlichte Berichte würden aber weiterhin öffentlich verfügbar sein, erklärte sie.

Alternative Veröffentlichung gesucht
„Die Arktis ist die Region der Erde, die sich am schnellsten erwärmt“, sagte Twila Moon, eine der drei Autorinnen des Berichts, der Nachrichtenagentur AFP. Die Forscherin der Universität Colorado in Boulder hatte am Montag erfahren, dass der Bericht eingestellt wird. Sie sei „extrem enttäuscht“, sagte Moon. „Es ist ein Fehler, die Führungsrolle und die Kompetenzen der amerikanischen Klimawissenschaft nicht aufrechtzuerhalten.“

„Sie zwingen uns Unwissenheit auf“, kritisierte der ehemalige NOAA-Chef Rick Spinrad. „Die Arktis ist ein Indikator für den Klimawandel“, betonte er. Im letzten Arktis-Bericht war zu lesen, dass die Region rund um den Nordpol das bisher wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen erlebte.

Die Forscherin Moon sucht nun gemeinsam mit ihren Mitautoren einen Weg, „um 2026 einen Bericht über die Arktis zu veröffentlichen“ – ohne die Unterstützung der US-Regierung.

Kampf gegen die Wissenschaft
Trotz weltweiter Rekordhitze und heftiger Waldbrände setzt die US-Regierung ihren Kampf gegen die Wissenschaft unbeirrt fort. Insbesondere Umweltwissenschaftler sind Trump, der den Klimawandel wiederholt als „den größten Betrug“ weltweit bezeichnete und nach seinem erneuten Amtsantritt im Jänner 2025 den Wiederausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen anordnete, ein Dorn im Auge.

 
Während Europa doppelt so schnell heißer wird wie der globale Durchschnitt, Hunderttausende vor Bränden fliehen und Kriege weiter Milliarden Tonnen Ressourcen verschlingen, behandelt die Politik die Klimakatastrophe noch immer wie ein Problem für später. Trump treibt gleichzeitig Militärhaushalt und neue Kriege voran - auf einem Planeten, der längst keine Zeit mehr hat. Was unsere Enkel davon halten werden, dass fast 50 Prozent ihn gleich 2 Mal zum obersten Planetenzerstörer machten, kann man sich ausmalen.
Und ausgerechnet viele unter 25 werden beim Klima leiser. Das ist nicht pragmatisch. Das ist verdammt gefährlich.

„Klimawandel“: das sanfte Wort für den größten Krieg
Es gibt Wörter, die eine Sache kleiner machen, als sie ist, und „Klimawandel“ ist das freundlichste von allen. Es klingt nach Jahreszeiten, nach einem milden Übergang, nach etwas, das man aushält. Gemeint ist ein Krieg, den die Menschheit gegen den eigenen Planeten führt, und man müsste von Klimakatastrophe oder Klimahölle reden. Wer die Sache so sanft benennt, hat schon halb aufgegeben, sie zu gewinnen. Ein Ding falsch zu nennen heißt, es nicht mehr zu sehen. Sprache ist kein Kleid, das man einem Ereignis überwirft, sondern die Brille, durch die man es erkennt. Ein weiches Wort nimmt der Sache die Dringlichkeit, und was nicht dringlich klingt, wird nicht behandelt. So schützt der Begriff am Ende nicht uns, sondern das, was uns zerstört. Genau darum ist der Streit um das richtige Wort kein Streit um Vokabeln, sondern der erste Schritt jeder Gegenwehr.

Man betrachte die Lage ohne dieses Beschönigen. Die Vereinigten Staaten, die sich noch immer für die größte Macht der Erde halten, obwohl diese Rolle womöglich längst an China übergegangen ist, stehen mitten im gefährlichsten globalen Konflikt, den es je gab, und führen zugleich ihre alten Kriege weiter, als hätten sie alle Zeit der Welt. Dabei verschlingt jeder Krieg fossile Brennstoffe und heizt mit seinen Abgasen jenen Planeten weiter auf, um dessen Bewohnbarkeit es angeblich geht. Der naheliegende Gedanke, wenigstens für eine Weile nicht mehr aufeinander zu schießen, während die Erde brennt, bleibt ungedacht. Es wäre der Augenblick, in dem Vernunft sich zeigen könnte. Doch die Geschichte der Menschheit ist eine lange Kette von Kriegen, einer finsterer als der davor, und nichts deutet darauf hin, dass sie in unserer Gegenwart reißt.

 
Verzweiflung bei kilmaskeptischen Kampfpostern. Cartoon by Karl Berger

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Tatsächlich berufen sich manche auf das Jahr 1540, und bezeichnen den jetzigen Sommer verglichen mit dem damaligen als geradezu "sibirisch".

Dass die Temperaturen damals noch nicht aufgezeichnet wurden, wird höchstens mal irgendwo am Rande erwähnt.
 
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