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11. September – Tag der Trauer, Tag des Zorns

  • Ersteller Ersteller Gelöschtes Mitglied 8317
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9/11: Der Tag, der niemals endet
Der 11. September 2001 hat New York und die USA verändert. Noch immer gehen die Wunden dieses Tages tief und auch 25 Jahre nach den Anschlägen fragen sich nicht nur Angehörige: Wie kann man angemessen erinnern?

Wenn Elizabeth Miller erklären muss, was sie von ihrem toten Vater in sich selbst trägt, dann zeigt sie auf ihre Wangen und Augen. "Von hier an aufwärts bin ich mein Vater", sagt die 31-Jährige. "Dafür hat meine Schwester Katie seinen schnellen Witz. Und meine Schwester Rachel sieht aus wie ein Klon seiner Mutter." Miller muss solche Dinge oft erklären. Sie war sechs Jahre alt, als ihr Vater Douglas bei den Anschlägen vom 11. September 2001 starb.

Er war einer von 343 Feuerwehrleuten, die nach den Einschlägen von zwei Flugzeugen in die Zwillingstürme des New Yorker World Trade Centers zur Hilfe eilten. Erst Tage später wurde der Familie offiziell bestätigt, dass Douglas mit seiner Rettungsmannschaft zum Südturm gefahren und nicht mehr von dort zurückgekehrt war. Er wurde 34 Jahre alt. 2753 Menschen starben an diesem Tag in New York.

 
Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich damals von der Schule nachhause kam und in den Nachrichten die schrecklichen Anschläge verfolgte.

Auch blieb mir in Erinnerung, dass Palästinenser die Anschläge gefeiert und Süssigkeiten verteilt haben.
 
Fröhliches Rosch ha-Schana an alle meine jüdischen Freunden. :yay:
Der ist auch gut. Du hast keine jüdischen Freunde, aber stimmt, heute beginnt nach Sonnenuntergang das Jahr 5787 nach dem jüdischen Kalender. Mit diesem Fest beginnen auch die zehn ehrfurchtsvollen Tage der Reue, die am 20. September im höchsten jüdischen Feiertag, dem Versöhnungsfest Jom Kippur, münden.

P.S.: Übrigens am 11.09. 1973 putschte das chilenische Militär unter Führung von General Augusto Pinochet, einem brutalen Faschisten, gegen die Regierung des sozialistischen Präsidenten Salvador Allende. Es war der Beginn einer brutalen, grausamen Militärdiktatur.
 
Die Lehre aus 9/11: Die Überreaktion ist der größte Erfolg des Terrors
Nicht die Attentate in New York und Washington, sondern die kriegerische Antwort der USA haben den Zielen der Al Kaida gedient. Das war kein Zufall

Auch 25 Jahre nach dem Grauen des 11. September 2001 mit fast 3000 Toten bleibt eine Frage unbeantwortet: Was wollten die Al Kaida und ihr Anführer Osama Bin Laden mit den Angriffen auf das World Trade Center und das Pentagon eigentlich erreichen? Anders als Amokläufer verfolgen Terroristen zumeist ein konkretes politisches Ziel. Bin Laden selbst nannte in den folgenden Jahren aus seinen Verstecken heraus eine Fülle von Motiven, von denen eines hervorsticht: die Absicht, die USA zu einer teuren und selbstzerstörerischen Überreaktion zu provozieren, dank der die ganze Region sich vom Westen abwenden würde.

Dieser scheinbar paradoxen Strategie folgen auch andere Terrororganisationen. Die Rote Armee Fraktion (RAF) erwartete in den 1970er-Jahren, dass der westdeutsche Staat auf ihre Anschläge mit brutaler Polizeigewalt antworten und so sein "wahres, faschistisches Gesicht" zeigen würde. Auch die Hamas dürfte mit ihrem blutigen Massaker vom 7. Oktober 2023 die massive israelische Reaktion bewusst heraufbeschworen haben.

 
Javier Solana, Angel Saz-Carranza
Die Welt hat nach 9/11 einen verhängnisvollen Kurs eingeschlagen
Die Terroranschläge in den USA haben eine Entwicklung in Gang gesetzt, die zu der zerrütteten geopolitischen Ordnung führte, in der wir heute leben

Vor einem Vierteljahrhundert änderte sich der Kurs der Welt schlagartig. Etwa zeitgleich mit dem Beginn des neuen Jahrtausends waren in den USA und Russland, den beiden damals weltgrößten Militärmächten, zwei neue Präsidenten ins Amt gelangt. Dann jedoch veränderten die Terroranschläge vom 11. September 2001 auf die USA den Kurs beider Länder sowie des aufstrebenden China grundlegend und setzten Entwicklungen in Gang, die zu der zerrütteten geopolitischen Ordnung führten, in der wir heute leben.

Jeder, der alt genug ist, erinnert sich noch daran, wo er sich an diesem schicksalhaften Tag befand. Einer von uns war auf der Krim, der andere in Khartum, und obwohl wir fassungslos waren, erkannten wir damals noch nicht, dass wir Zeugen des Beginns einer neuen Ära wurden.

 
9/11: Bilder im Kopf
Was sich an dem Tag unauslöschlich eingebrannt hat

Es sind ein paar Bilder und Ereignisse, die sich unauslöschlich von 9/11 eingebrannt haben:

Man dreht, alarmiert vom Diensthabenden, CNN auf und sieht einen älteren Mann auf einem Dach in Süd-Manhattan stehen und scheinbar völlig unbeteiligt, nüchtern, in ruhigem Tonfall das in die Kamera kommentieren, was sich hinter ihm abspielt. Die Türme brennen, jetzt beginnt einer einzustürzen, tatsächlich, er stürzt ein, eine riesige Staubwolke treibt auf den Zuschauer zu und der CNN -Reporter bleibt weiter so cool wie eine Hundeschnauze. Seltsam unangemessen.

Oder, später, der kurze Filmausschnitt, von schräg unten, der riesige Schatten des Flugzeugs rast über die Hausdächer und die Maschine scheint direkt in dem Turm zu verschwinden. Kommentar eines unsichtbaren Zuschauers, unverkennbar eines New Yorkers: "Holy shit!"

Und dann, die Aufnahmen von den Bündeln, die aus hunderten Metern Höhe entlang der Glasfront des Turmes in die Tiefe fallen – jetzt faltet sich das Bündel sozusagen auf, man sieht: Es ist ein Mensch, der lieber in die Tiefe gesprungen ist, als von dem unentrinnbaren Feuer, das durch sein Büro rast, verschlungen zu werden.

Jahre vorher hat man in einem der Twin Tower des World Trade Centers die Aussicht genossen, Sinnbild amerikanischer Größe. Ist das Land seither wieder "great again" geworden, wie es die bizarre Figur an seiner Spitze behauptet? (Hans Rauscher, 11.9.2026)

 
25 Jahre 9/11: Wie antimuslimischer Rassismus zur Normalität wurde
Die Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon am 11. September 2001 haben den Blick auf muslimische Menschen weltweit verändert. Die Nachwirkungen sind bis heute dramatisch

Der Tiroler Emran Feroz war gerade auf dem Heimweg von der Schule, als Terroristen am Morgen des 11. September 2001 vier Passagierflugzeuge in den USA entführten. Die Terrorangriffe auf das World Trade Center und das Pentagon, bei denen rund 3000 Menschen getötet wurden, sollte nicht nur in den USA und vor allem im Nahen Osten vieles grundlegend verändern, sondern auch im Leben des damals Zehnjährigen.

Schon am nächsten Tag wurde der in Innsbruck geborene Sohn afghanischer Eltern in der Schule zu "dem Afghanen". Er wurde von Lehrpersonen dazu aufgefordert zu erklären, warum die in der "Heimat" so etwas tun. Und er wurde von Mitschülern aufgezogen, wie der Journalist in seinem Buch Der längste Krieg beschreibt, das er inzwischen verfasst hat. Dabei war er nur ein Kind, und noch dazu war keiner der 19 islamistischen Attentäter aus Afghanistan.

Feroz hat quasi am eigenen Leib erlebt, wie schnell die Stimmung kippen kann: "Was sich durch 9/11 schon ab Tag eins verändert hat, ist der Umstand, dass man ganze muslimische Bevölkerungen im Kollektiv unter Generalverdacht gestellt hat", sagt Feroz angesichts des damals rasanten Anstiegs von Rassismus gegenüber Menschen, die mit dem Nahen Osten und insbesondere dem Islam in Verbindung gebracht wurden, dem STANDARD. Bereits normale religiöse Ausübung sei fortan oft schon als verdächtig angesehen worden.

Antimuslimische Gewalt gestiegen
Allen voran sei diese Atmosphäre für die Menschen in Afghanistan und dem Irak gefährlich gewesen. Dort hat der Einmarsch der USA viel Leid gebracht. Laut einer Studie der US-Elite-Uni Brown wurden im von US-Präsident George W. Bush ausgerufenen "War on Terror" bis 2023 fast eine Million Menschen im Irak, in Afghanistan, Syrien und dem Jemen getötet, darunter 432.000 Zivilpersonen. Im Westen sei das oft mit dem rassistischen Bild, Muslime und Araber könnten nicht anders, als einander abzuschlachten, quittiert worden, so Feroz.

 
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