Es ist bekannt, dass das Ende der muslimischen Besatzung Spaniens in der muslimischen Welt als Katastrophe betrachtet wird. Grausam wurden angeblich die Muslime gezwungen, umgehen Christen zu werden oder ins Exil zu gehen, ein Akt grausamer christlicher Intoleranz nach jahrhunderte langem multikulturellen Zusammenleben unter toleranter islamischer Herrschaft. Die historischen Dokumente sprechen eine ganz andere Sprache, und widerlegen eine weitere islamische Legende.
Im Kapitulationsvertrag vom 25. November 1491, unterzeichnet von Boabdil, dem letzen muslimischen Herrscher Granadas, und den spanischen Königen Ferdinand und Isabella heißt es:
„4. Wird festgelegt, dass ihre Majestäten (die Katholischen Könige) und ihre Nachfahren auf ewig den besagten König Boabdil sowie seine Untergebenen, große wie kleine, nach ihren eigenen Gesetzen leben lassen und ihnen nichts von ihrem Eigentum und ihren Einkünften wie sie sie jetzt haben, wegnehmen werden. Sie werden weiterhin nach ihrem eigenen Recht und ihren eigenen Sitten und Gebräuchen leben können.
5. Wird festgelegt, dass man ihnen weder ihre Pferde noch ihre Waffen oder sonstige Dinge wegnehmen oder wegnehmen lassen wird, auf immer und ewig. Dies gilt nicht für ihre Pulvervorräte.
6. Wird festgelegt, dass all die erwähnten Personen, Männer und Frauen, Große und kleine aus der besagten Stadt (Granada), die wünschen, anderswo zu leben, ihr Eigentum verkaufen dürfen an wen sie wollen.
7. Wird festgelegt, dass man denjenigen unter ihnen, die anderswo zu leben wünschen, innerhalb der nächsten 70 Tage zehn große Schiffe schicken wird, die sie sicher dorthin transportieren werden, wohin sie es wünschen.
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9. Wird festgelegt, dass dem genannte König Boabdil und den Einwohnern von Granada für drei Jahre vom Tag der Unterzeichnung dieses Vertrages an alle Steuern und Gebühren, die sie für ihre Häuser und ihr Eigentum zu zahlen hätten, erlassen werden.
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11. Wird festgelegt, dass ihre Hoheiten keinerlei Männer oder Tiere des besagten Königs Boabdil zu irgendwelchen Diensten heranziehen werden, es sei denn, diese stellen sie freiwillig zur Verfügung, wofür sie angemessene Bezahlung erhalten sollen.
12. Wird festgelegt, dass es keinem Christen gestattet wird, die Gebetshäuser der Mauren ohne Erlaubnis ihrer Zuständigen zu betreten, andernfalls er von ihren Hoheiten bestraft werden wird.
13. Wird festgelegt, dass niemals ein Jude ihre Steuern einziehen darf, noch irgendwelche Befehlsgewalt über sie haben noch Recht in ihren Angelegenheiten sprechen darf.
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21. Wird festgelegt, dass die Justiz gegen keinen Mauren vorgehen kann, wegen etwas, dass dieser einem anderen Mauren angetan hat.
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29. Wird festgelegt, dass die Händler aus der Stadt Granada und allen Gebieten, für die diese Urkunde gültig ist, sicher kommen und gehen und ihre Waren handeln können in allen Gebieten, die ihren Hoheiten unterstehen und keine höheren Gebühren zahlen müssen, als die Christen.
30. Wird festgelegt, dass keine christliche Frau, die mit einem Mauren verheiratet ist und dessen Religion angenommen hat, gegen ihren Willen gezwungen werden darf, wieder Christin zu werden, und dass sie öffentlich im Beisein von Christen und Mauren gefragt werden soll.
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32. Wird festgelegt, dass gegen keinen Mauren und keine Maurin Gewalt angewendet werden soll, mit dem Ziel, sie zu Christen zu machen.“
Quelle: Modesto Lafuente, Historia de España, Pamplona 2003, P. 576ff.
Dies sind wohl unzweifelhaft höchst großzügige Bedingungen, die man einem nach jahrhunderte langem Kampf besiegten, erbitterten Feind zugestand. Keine Dhimmisteuer, keine diskriminierende Kleidung, um die Andersgläubigen erkenntlich zu machen, keine Privilegien für Muslime, die zum Christentum übertreten.
In dieser spanischen Webseite zur Geschichte von Andalusien (
Andaluca.cc ADN, Capitulacin de Granada) heißt es: „Die geringe Bereitschaft der Christen, den Vertrag einzuhalten, führte dazu, dass Boabdil und viele seiner Getreuen bald nach Marokko ins Exil gingen.“ Cesar Vidal meint hingegen in seinem Buch (España frente al Islam), dass die Auswanderung der Muslime mit dem Auslaufen der Steuerbefreiung nach drei Jahren begann. Denn wir wissen ja, dass Muslime höchst ungern den Kuffar Steuern zahlen.
Ganz anders und sehr viel schlechter erging es übrigens den Juden unter den Katholischen Königen; sie wurden anders als die Muslime wirklich vor die Alternative gestellt, sich taufen zu lassen oder das Land umgehend zu verlassen.