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Armenien - Aserbaidschan Konflikt

  • Ersteller Ersteller Gelöschtes Mitglied 28870
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Nein, ist es nicht. Befreit ist eine nette Umschreibung für eine militärische Vertreibung von über 100.000 Menschen. Dass dort jetzt Wohnungen stehen, ändert nichts daran, dass das Gebiet jahrzehntelang mehrheitlich armenisch war und die Bevölkerung nicht freiwillig gegangen ist. Neubauten machen eine Enteignung nicht legaler, sie kaschieren sie nur mit Beton. Wenn man historische Realität durch Erdogan-Fake-News ersetzt, wirkt das vielleicht im Staatsfernsehen, aber nicht in einer ernsthaften Diskussion mit mir ;)
Technisch gesehen wurden sie aber nicht vertrieben. Sie haben es abgelehnt, unter aserbaidschanischer Verwaltung zu leben und sind von selbst abgezogen. Das kann man nachvollziehen aber es war ihre eigene Entscheidung :mrgreen:
 
Technisch gesehen wurden sie aber nicht vertrieben. Sie haben es abgelehnt, unter aserbaidschanischer Verwaltung zu leben und sind von selbst abgezogen. Das kann man nachvollziehen aber es war ihre eigene Entscheidung :mrgreen:
„Ah ja, die berühmte "freiwillige Massenwanderung" von über 100.000 Menschen, die innerhalb weniger Tage alles stehen und liegen lassen, klingt total plausibel. Niemand flieht aus Angst vor Repression, Gewalt oder Verlust von Rechten, nein, das war natürlich ein entspannter Umzug mit Kofferpacken. Wenn man Vertreibung einfach umetikettiert, wirkt sie gleich viel harmloser.
Die Realität bleibt aber, eine Bevölkerung verlässt nicht aus Jux ihre Heimat, sondern weil die Alternative unter Zwangsverwaltung und Drohkulisse schlicht untragbar war.
 
„Ah ja, die berühmte "freiwillige Massenwanderung" von über 100.000 Menschen, die innerhalb weniger Tage alles stehen und liegen lassen, klingt total plausibel. Niemand flieht aus Angst vor Repression, Gewalt oder Verlust von Rechten, nein, das war natürlich ein entspannter Umzug mit Kofferpacken. Wenn man Vertreibung einfach umetikettiert, wirkt sie gleich viel harmloser.
Die Realität bleibt aber, eine Bevölkerung verlässt nicht aus Jux ihre Heimat, sondern weil die Alternative unter Zwangsverwaltung und Drohkulisse schlicht untragbar war.

Sie konnten bleiben oder durften gehen, aber nachdem, was sie angerichtet hatten, war es besser, dass sie das Weite gesucht haben

Todesopfer und Vermisste
  • Tote: Schätzungen zufolge verloren zwischen 16.000 und 30.000 Aserbaidschaner ihr Leben. Davon waren laut aserbaidschanischen Angaben viele Zivilisten. Allein beim Massaker von Chodschali im Jahr 1992 starben mehrere hundert Menschen.
  • Vermisste: Über 4.000 Aserbaidschaner gelten seit den Kämpfen in den 90er Jahren offiziell als vermisst. [1, 2, 3, 4]

Flucht und Vertreibung
Die Zahl der vertriebenen Aserbaidschaner war eine der höchsten weltweit im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung: [1]
  • Gesamtzahl: Etwa 700.000 bis 800.000 Aserbaidschaner mussten fliehen.
  • Herkunft: Davon stammten rund 500.000 Menschen aus den sieben aserbaidschanischen Bezirken rund um Bergkarabach, die von armenischen Truppen als „Pufferzone“ besetzt wurden.
 
Sie konnten bleiben oder durften gehen, aber nachdem, was sie angerichtet hatten, war es besser, dass sie das Weite gesucht haben

Todesopfer und Vermisste
  • Tote: Schätzungen zufolge verloren zwischen 16.000 und 30.000 Aserbaidschaner ihr Leben. Davon waren laut aserbaidschanischen Angaben viele Zivilisten. Allein beim Massaker von Chodschali im Jahr 1992 starben mehrere hundert Menschen.
  • Vermisste: Über 4.000 Aserbaidschaner gelten seit den Kämpfen in den 90er Jahren offiziell als vermisst. [1, 2, 3, 4]

Flucht und Vertreibung
Die Zahl der vertriebenen Aserbaidschaner war eine der höchsten weltweit im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung: [1]
  • Gesamtzahl: Etwa 700.000 bis 800.000 Aserbaidschaner mussten fliehen.
  • Herkunft: Davon stammten rund 500.000 Menschen aus den sieben aserbaidschanischen Bezirken rund um Bergkarabach, die von armenischen Truppen als „Pufferzone“ besetzt wurden.
Ah, die klassische Logik von das Skythe, wenn irgendwo in den 90ern Verbrechen passiert sind, darf man 2023 eine ganze Bevölkerung zur Strafe aus ihrer Heimat vertreiben und nennt das dann freiwillig gegangen.
Deine Zahlen ändern nichts daran, dass Vertreibung nicht plötzlich legal oder moralisch sauber wird, nur weil man sie mit alten Wunden dekoriert, mal abgesehen davon, über 2 Mio Armenier wurden von den Osmanen massakriert. Ein Völkermord, den Erdogan und Kumpane noch immer leugnen.
Und nein, 100.000 Menschen packen nicht innerhalb weniger Tage ihr ganzes Leben zusammen, weil sie "es angerichtet hätten", sondern weil sie unter einer feindlichen Verwaltung keine Sicherheit mehr sahen. Wenn man das auf die Türkei übertragen würde, dann müssten etliche Millionen Türken abziehen.
Wer historische Opfer instrumentalisiert, um aktuelle Vertreibungen zu rechtfertigen, betreibt keine Aufarbeitung, sondern Propaganda, vor allem weil er nach wie vor den Völkermord an den Armeniern durch das osmanische Reich leugnet.
 
„Ah ja, die berühmte "freiwillige Massenwanderung" von über 100.000 Menschen, die innerhalb weniger Tage alles stehen und liegen lassen, klingt total plausibel. Niemand flieht aus Angst vor Repression, Gewalt oder Verlust von Rechten, nein, das war natürlich ein entspannter Umzug mit Kofferpacken. Wenn man Vertreibung einfach umetikettiert, wirkt sie gleich viel harmloser.
Die Realität bleibt aber, eine Bevölkerung verlässt nicht aus Jux ihre Heimat, sondern weil die Alternative unter Zwangsverwaltung und Drohkulisse schlicht untragbar war.
Es gab keine Übergriffe und die aserbaidschanische Regierung hat kund gegeben, dass jeder der bleiben will, bleiben kann. Die Aserbaidschaner wussten natürlich, dass die Armenier nicht bleiben werden aber es war ein guter Schachzug. Allerdings gibt es keine Strafe ohne Straftat. Aserbaidschaner können für nichts angeklagt werden.
 
Es gab keine Übergriffe und die aserbaidschanische Regierung hat kund gegeben, dass jeder der bleiben will, bleiben kann. Die Aserbaidschaner wussten natürlich, dass die Armenier nicht bleiben werden aber es war ein guter Schachzug. Allerdings gibt es keine Strafe ohne Straftat. Aserbaidschaner können für nichts angeklagt werden.
Natürlich, keine Übergriffe. 100.000 Menschen haben rein zufällig innerhalb weniger Tage alles stehen und liegen lassen, weil sie plötzlich Lust auf einen Roadtrip hatten.
Die Regierung sagt "Ihr dürft bleiben", während gleichzeitig eine komplette Drohkulisse aus Belagerung, Blockade und jahrelanger Feindpropaganda im Raum steht, aber klar, völlig freie Entscheidung. Glaubst ja selber nicht
Guter Schachzug ist übrigens eine interessante Umschreibung für eine Situation, in der eine Bevölkerung zwischen Unsicherheit und Unterwerfung wählen soll. Und der Satz keine Strafe ohne Straftat klingt nett, nur dass hier gerade eine ganze Zivilbevölkerung behandelt wird, als wäre sie ein einziger Täter.
 
Natürlich, keine Übergriffe. 100.000 Menschen haben rein zufällig innerhalb weniger Tage alles stehen und liegen lassen, weil sie plötzlich Lust auf einen Roadtrip hatten.
Die Regierung sagt "Ihr dürft bleiben", während gleichzeitig eine komplette Drohkulisse aus Belagerung, Blockade und jahrelanger Feindpropaganda im Raum steht, aber klar, völlig freie Entscheidung. Glaubst ja selber nicht
Guter Schachzug ist übrigens eine interessante Umschreibung für eine Situation, in der eine Bevölkerung zwischen Unsicherheit und Unterwerfung wählen soll. Und der Satz keine Strafe ohne Straftat klingt nett, nur dass hier gerade eine ganze Zivilbevölkerung behandelt wird, als wäre sie ein einziger Täter.
Es zählt nur was tatsächlich zählt und juristisch anbelangt werden kann. Die Armenier können Angst haben und diese Angst kann begründet sein, nur ist Angst ein ziemlich subjektives Empfinden und kann nicht anbelangt werden. Wo kämen wir denn hin, wenn ich Angst vor dir hätte und du dafür in den Bau müsstest. :lol:
 
Es zählt nur was tatsächlich zählt und juristisch anbelangt werden kann. Die Armenier können Angst haben und diese Angst kann begründet sein, nur ist Angst ein ziemlich subjektives Empfinden und kann nicht anbelangt werden. Wo kämen wir denn hin, wenn ich Angst vor dir hätte und du dafür in den Bau müsstest. :lol:
Klar, 100.000 Menschen verlassen innerhalb weniger Tage ihre Häuser, Dörfer, Friedhöfe und alles, was sie besitzen, völlig subjektive Gefühlslage, nichts weiter.
Wenn eine Bevölkerung nach Blockade, Belagerung und jahrelanger Feindpropaganda kein Vertrauen in eine feindliche Verwaltung hat, ist das natürlich reine Einbildung.
Und der Vergleich "Wenn ich Angst vor dir hätte, müsstest du in den Bau" ist süß, nur dass hier nicht eine Person Angst vor einer anderen hat, sondern eine ganze Minderheit vor einem Staat, der sie jahrzehntelang als Feind markiert hat. Aber gut, wenn man Vertreibung nicht sehen will, nennt man sie eben subjektives Empfinden und hofft, dass niemand merkt, wie zynisch das ist.
 
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