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Bayern gehört nicht zu D ^^Bayern hat doch die geringste Arbeitslosenquote, gefolgt von BaWü
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Er sollte den hut nehmen der fink,halte sowieso nichts von ihmHSV nach historischem Debakel am Boden
Die Hamburger lecken nach der historischen Pleite in München ihre Wunden. Ex-Torwart Frank Rost findet bei SPORT1 harte Worte.
Von Christian Stüwe und Sven Görn
München/Hamburg - Fast 20 Minuten lang versuchte Frank Arnesen zu erklären, was nicht zu erklären war.
Mit den Händen in den Hosentaschen, ernstem Gesichtsausdruck und leerem Blick stand der Hamburger Sportchef in der Interviewzone der Münchner Arena und verwendete Wörter wie "unfassbar", "Debakel", und "Schande".
"Das war ein schlechter Tag", sagte der Däne nach der 2:9-Niederlage bei den Bayern ( Bericht): "Das werden wir nie vergessen. Sowas bleibt in einem Fußballerherz sitzen."
Historische Pleite
Heiko Westermann sprach gar von einem der "schwärzesten Tage in der HSV-Geschichte" - und lag damit richtig. ( DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)
In der Saison 1963/64 hatte der HSV mit 2:9 gegen 1860 München verloren, niemals kassierte der Traditionsklub in seiner langen Geschichte eine höhere Niederlage.(DIASHOW: Die Bilder des Spieltags)
"Ich schäme mich, heute das HSV-Trikot getragen zu haben", sagte Westermann und dürfte damit die Gefühlslage im Umfeld des kompletten Vereins auf den Punkt gebracht.
Seeler feiert lieber Ostern
Dem Vorstandsvorsitzenden Carl Jarchow stand auch am Sonntag noch die Hilflosigkeit ins Gesicht geschrieben: "Was sollen wir denn machen? Wir können die Mannschaft ja schwer entlassen, wir brauchen sie ja noch."
Vereins-Ikone Uwe Seeler wollte sich erst gar nicht äußern. "Ich feiere lieber Ostern", sagte Seeler.
Wehrlos ergaben sich die Hamburger in ihr Schicksal, lediglich dem ebenso tapferen wie bemitleidenswerten Torwart Rene Adler war es zu verdanken, dass das Ergebnis nicht zweistellig ausfiel.
Nach der Blamage wollte sich Adler nicht äußern, genauso wie der Großteil seiner Kollegen. "Jedes Wort ist jetzt zuviel", sagte Adler am Sonntag knapp.
Dafür hauten zwei der Vorgänger des Torwarts ordentlich drauf.
Rost mit Galgenhumor
"Das war eine Vorführung, die ich so noch nie in der Bundesliga gesehen haben", sagte Frank Rost zu SPORT1: "Das war nur mit Galgenhumor zu ertragen."
Die Niederlage sei auch in der Höhe völlig verdient gewesen, erklärte Rost, der von 2007 bis 2011 das Tor des HSV hütete. Es sei ihm vorgekommen, als habe eine "Schülermannschaft gegen Profis" gespielt, sagte der 39 Jahre alte Ex-Keeper.
"In dieser Mannschaft steckt kein Leben", sagte Uli Stein am Sonntag im VolkswagenDoppelpass: "Man kann gegen die Bayern natürlich verlieren, aber nicht in dieser Form. Das tut mir als Hamburger weh."
Keine einzige Gelbe Karte
Die Statistiken untermauern die Einschätzungen der Ex-Torhüter. 30 Flanken schlugen die Bayern vor das Tor, lediglich sieben die Hamburger.
Nur 37 Prozent der Zweikämpfe konnten die Rothosen für sich entscheiden, dass die Mannschaft sich nicht einmal eine Gelbe Karte abholte, spricht für sich.
"Kein Spieler hat heute 20 Prozent seiner Leistung gebracht, jeder kann sich schämen für diese Leistung", sagte Trainer Thorsten Fink bei LIGA total!.
"Wir haben alle versagt, nicht nur das Team, das auf dem Platz steht - der Trainer gehört ja mit zum Team", ärgerte sich Fink weiter.
Europa? Kein Thema
Dabei hatten die Hamburger vor der Partie noch davon geträumt, den Sprung nach Europa zu schaffen.
Selbst nach der Pleite hat der HSV noch Chancen auf das internationale Geschäft - doch der Auftritt in München holte alle Beteiligten auf den Boden der Tatsachen zurück.
"Von Europa brauchen wir nicht zu reden", stellte Arnesen klar.
Fink bemüht Durchhaltparolen
Zumal sich die Mannschaft schon seit Wochen in schlechter Verfassung präsentiert. Am 23. Februar verlor der HSV 1:5 in Hannover, Fink verglich seine Elf damals mit einem "Jugendteam, das gegen eine Herrenmannschaft spielt" und versprach, "Druck" zu machen.
Nicht einmal einen Monat später folgte das 0:1 in Augsburg, zwei Wochen nach dem 1:1 gegen Schlusslicht Greuther Fürth.
Auch jetzt bemühte Fink wieder Durchhalteparolen. "Für uns gilt es, nach vorne zu schauen und nächste Woche zu gewinnen", sagte der Trainer: "Wir müssen den Fans zeigen, dass dieses Spiel ein einmaliger Ausrutscher war."
Würstchen und Bier für die Fans
Nach der Partie gegen Düsseldorf in drei Wochen wird der Verein die Fans zu Würstchen und Bier einladen, um sich bei den enttäuschten Anhängern zu entschuldigen.
Doch zunächst kommt am Samstag der Tabellennachbar Freiburg nach Hamburg.
"Das Spiel ist für uns sehr wichtig für die nächsten Wochen", sagte Arnesen: "Die Spieler sind natürlich heiß darauf, das Debakel wieder gut zu machen. Nächsten Samstag müssen wir einen anderen HSV sehen."
Allerdings dürfte es mehr als Würstchen, Bier und einen Sieg gegen Freiburg benötigen, um das Debakel in München vergessen zu machen.