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Der Ukraine Sammelthread

In dieser Grenzregion spüren auch Russen den Schrecken von Putins Krieg gegen die Ukraine
Im Gebiet Belgorod an der Grenze zur Ukraine hat Wladimir Putins Krieg für russische Bürger verheerende Konsequenzen: Evakuierungen, Stromausfälle, Verletzte und Tote stehen auf der Tagesordnung. Auch für den Gouverneur könnte das bald Folgen haben.

Kaum eine russische Region spürt die Folgen des russisch-ukrainischen Krieges so deutlich wie das Grenzgebiet Belgorod. Während die Bevölkerung in einem Großteil Russlands von unmittelbaren Kriegszerstörungen kaum betroffen ist, sieht das in der westlichen Region anders aus. Belgorod grenzt an die ukrainischen Gebiete Sumy und Charkiw.

Angriffe haben sich gemehrt
Als Reaktion auf den russischen Angriff nehmen die ukrainischen Streitkräfte das russische Grenzgebiet immer wieder ins Visier. Denn von hier aus operiert das russische Militär. Das bleibt nicht ohne Folgen für die Zivilbevölkerung.

Wie der Belgoroder Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow am Mittwoch bekannt gab, starben in den ersten drei Monaten 57 Zivilisten in dem Gebiet, an die 500 Menschen wurden verletzt. Mehr als 3000 Häuser oder Wohnungen wurden beschädigt. Laut Gladkow haben die Angriffe der Ukrainer heuer zugenommen.

 
Putin kündigt eintägige Osterfeuerpause an
Der russische Präsident Wladimir Putin hat eine Feuerpause im Krieg in der Ukraine für die orthodoxen Ostertage angekündigt. „Auf Beschluss des Oberbefehlshabers … W. W. Putin wird im Zusammenhang mit dem bevorstehenden orthodoxen Osterfest ein Waffenstillstand vom 11. April, 16.00 Uhr (15.00 Uhr MESZ), bis zum Ende des Tages am 12. April 2026 verkündet“, erklärte der Kreml gestern in einer Mitteilung.

Kiew bestätigte die Feuerpause. Die Ukraine hatte zuletzt wiederholt eine Waffenruhe zu Ostern gefordert.

Zeitliche begrenzte Waffenruhen waren zuletzt brüchig
In dem seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine gab es schon mehrfach Versuche zeitlich begrenzter Waffenruhen. In der Vergangenheit warfen sich die Kriegsparteien dabei immer wieder gegenseitig Verstöße vor. Außerdem warfen sich beide Seiten vor, solche Phasen für die Neuaufstellung von Truppen sowie für die Wiederaufrüstung zu nutzen.

 
Putin kündigt Oster-Waffenstillstand an – Zweifel bleiben nach Erfahrungen aus dem Vorjahr
Wladimir Putin hat für den Krieg gegen die Ukraine einen Oster-Waffenstillstand angekündigt, der am 11. April um 16:00 Uhr beginnen und bis zum Ende des 12. April dauern soll. Laut Kreml sollen die Kampfhandlungen in dieser Zeit auf allen Frontabschnitten eingestellt werden, gleichzeitig bleibt den Truppen die Anweisung, jederzeit eingreifen zu können, falls es zu Provokationen oder Angriffen kommt. Moskau erklärt, man gehe davon aus, dass die Ukraine diesem Schritt folgen werde. Die Ankündigung kommt in einem Moment, in dem beide Seiten erneut die Leichen gefallener Soldaten ausgetauscht haben, ein Ablauf, der den fortgesetzten Charakter des Krieges unterstreicht. Noch am selben Tag hatte Dmitri Peskow erklärt, eine Entscheidung über eine Waffenruhe sei nicht getroffen worden, was die kurzfristige Kehrtwende bemerkenswert macht. Auf ukrainischer Seite hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj bereits zuvor signalisiert, dass man grundsätzlich bereit sei, über eine Oster-Waffenruhe zu sprechen und verschiedene Wege zur Beendigung des Krieges zu unterstützen. Dennoch bleibt Skepsis. Im vergangenen Jahr wurde ein ähnlicher Waffenstillstand von Russland angekündigt, der nur rund 30 Stunden dauern sollte. Bereits kurz nach Beginn berichtete die ukrainische Seite von wiederholten Verstößen. Diese Erfahrung prägt die Erwartungshaltung gegenüber der neuen Ankündigung. Ob die Feuerpause tatsächlich eingehalten wird, dürfte sich schnell zeigen.

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Selenskyj: Ukraine steht vor schwierigen Monaten
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj stellt sich auf eine schwere nächste Phase im Krieg gegen Russland ein. „Diese Frühlings- und Sommermonate werden politisch und diplomatisch ziemlich schwierig“, erklärte Selenskyj in heute freigegebenen Äußerungen. Es werde sowohl auf dem Schlachtfeld als auch diplomatisch Druck auf die Ukraine geben, den Krieg zu beenden. Bis September werde es sehr schwer werden.

Zugleich teilte er mit, dass ungenannte Partner Kiew gebeten hätten, die Angriffe auf den russischen Ölsektor zu reduzieren. Hintergrund seien die weltweit gestiegenen Preise infolge des Iran-Krieges und der Eskalation im Nahen Osten. Selenskyj betonte jedoch, dass Russland im Gegenzug seine eigenen Angriffe auf ukrainische Energieanlagen einstellen müsse, wenn es eine Deeskalation wolle.

Die USA hatten im März wegen des Krieges mit dem Iran die Sanktionen gegen russisches Öl vorübergehend gelockert, um die globalen Energiemärkte zu stabilisieren. Nach der am Dienstag verkündeten zweiwöchigen Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran äußerte Selenskyj nun die Hoffnung, dass die Strafmaßnahmen wieder vollständig in Kraft gesetzt werden.

 
„Druschba“-Pipeline wird laut Ukraine repariert
Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj erhebliche Fortschritte bei der Wiederherstellung der beschädigten Ölpipeline „Druschba“ erzielt und wird die Reparaturen im Frühjahr abschließen. Hintergrund ist ein erbitterter Streit mit Ungarn über Unterbrechungen der Lieferungen russischen Öls.

Ungarn und die Slowakei sind seit Ende Jänner von russischen Öllieferungen über die „Druschba“-Pipeline abgeschnitten, nachdem ein russischer Drohnenangriff die Leitung in der Westukraine beschädigt hatte.

Die Regierungen in Budapest und Bratislava – beide haben seit der russischen Invasion in der Ukraine 2022 enge politische und energiepolitische Beziehungen zu Russland aufrechterhalten – werfen Kyjiw vor, die Reparaturen zu verzögern. Die Ukraine weist das zurück.

„Wir werden die Reparaturen abschließen, weil das vereinbart ist. Ich habe ihnen gesagt, dass wir im Frühjahr fertig sein werden“, sagte Selenskyj gegenüber Journalisten in Aussagen, die sein Büro am Freitag veröffentlichte. „Natürlich lassen sich zerstörte Lagertanks nicht schnell reparieren.“

Der Streit über den Öldurchfluss hat dazu geführt, dass Ungarn einen EU-Kredit in Höhe von 90 Milliarden Euro für die Ukraine blockiert, solange die Lieferungen über die „Druschba“-Pipeline unterbrochen bleiben.

Eine Quelle aus der Industrie sagte Reuters bereits Anfang des Monats, dass April der wahrscheinlichste Zeitpunkt für den Abschluss der Arbeiten sei.
 
Moskau und Kiew verkünden Oster-Feuerpause
Russland und die Ukraine haben zum orthodoxen Osterfest eine 30-stündige Waffenruhe im Krieg beider Länder angekündigt. Den Staatschefs Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj zufolge soll die Feuerpause von Samstag 16.00 Uhr (Ortszeit) bis Sonntag 24.00 Uhr dauern.

In beiden Ländern feiern orthodoxe und griechisch-katholische Christen dann Ostern. Wie der Kreml am späten Donnerstagabend mitteilte, wies Putin seinen Verteidigungsminister Andrej Beloussow und Generalstabschef Waleri Gerassimow an, für diesen Zeitraum die Kampfhandlungen an allen Fronten einzustellen. Die Truppen müssten aber bereit sein, auf „mögliche Provokationen“ des Gegners zu antworten.

Wenig später schrieb Selenskyj in sozialen Diensten, Kiew habe wiederholt seine Bereitschaft zu symmetrischen Schritten erklärt. „Wir haben eine Waffenruhe während der Osterfeiertage in diesem Jahr vorgeschlagen und werden entsprechend handeln.“ Die Menschen bräuchten ein „Osterfest ohne Bedrohungen und eine echte Bewegung hin zum Frieden“, so der ukrainische Präsident.

Bisherige Waffenruhen brüchig
In dem seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine gab es schon mehrfach Versuche zeitlich begrenzter Waffenruhen. In der Vergangenheit warfen sich die Kriegsparteien dabei immer wieder gegenseitig Verstöße vor. Außerdem warfen sich beide Seiten vor, solche Phasen für die Neuaufstellung von Truppen sowie für Wiederaufrüstung zu nutzen.

 
Tote und Verletzte bei russischen Angriffen vor Oster-Feuerpause
Vor einer geplanten Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest sind bei russischen Angriffen auf die Ukraine örtlichen Behörden zufolge drei Menschen getötet worden.

17 weitere Menschen seien bei den Attacken auf die südukrainische Stadt Odessa, die zentralukrainische Stadt Poltawa und die nordöstliche Region Sumy verletzt worden, erklärten die ukrainischen Behörden in der Nacht auf heute.

Angriffe auf Wohngebiet in Odessa
Bei Angriffen auf ein Wohngebiet der Hafenstadt Odessa seien zwei Menschen getötet und zwei weitere verletzt worden, erklärte der dortige Regionalgouverneur Serhij Lysak heute Früh.

In der Stadt Poltawa habe ein „feindlicher Drohnenangriff“ ein Geschäft und ein Café getroffen, erklärte die regionale Militärverwaltung. Dabei sei ein Mensch getötet worden, ein weiterer Mensch sei verletzt worden.

In der nordöstlichen Region Sumy trafen russische Drohnenangriffe laut der regionalen Militärverwaltung mehrere Wohngebiete. Dabei wurden 14 Menschen verletzt, unter ihnen ein 14-Jähriger und eine 87-Jährige.

Anweisung „Kampfhandlungen einzustellen“
Russland hatte eine 32-stündige Feuerpause zum orthodoxen Osterfest am Wochenende verkündet. Auf Beschluss von Präsident Wladimir Putin gelte „ein Waffenstillstand vom 11. April, 16.00 Uhr (15.00 Uhr MESZ), bis zum Ende des Tages am 12. April 2026 “, erklärte der Kreml. Der Generalstab der russischen Armee sei angewiesen worden, „die Kampfhandlungen in allen Richtungen für diesen Zeitraum einzustellen“.

 
Ukraine im Schattenkrieg – Wie Kiew im Nahen Osten Drohnen abschießt und dafür zurückbekommt, was es selbst braucht
Was lange im Hintergrund lief, wird jetzt offen bestätigt. Wolodymyr Selenskyj sagt, dass ukrainische Einheiten während des Iran-Krieges in mehreren Ländern im Nahen Osten im Einsatz waren. Es ging nicht um Training, sondern um reale Operationen. Ukrainische Spezialisten halfen dabei, iranische Shahed-Drohnen abzufangen, genau jene Systeme, die Russland seit Jahren gegen ukrainische Städte einsetzt. Grundlage dafür sind eigene Abfangdrohnen, die in der Ukraine entwickelt wurden und sich im Krieg bewährt haben. Laut Selenskyj waren über 200 Experten in der Region aktiv. Welche Länder beteiligt waren, bleibt offen, aber der Umfang zeigt, dass es sich nicht um einzelne Einsätze handelt.

Im Gegenzug erhält die Ukraine das, was sie selbst dringend braucht. Waffen zur Sicherung der Energieinfrastruktur, Treibstoff, finanzielle Unterstützung. Selenskyj beschreibt das als Austausch, bei dem beide Seiten profitieren. Unterstützung gegen konkrete Gegenleistung. Gleichzeitig wächst der Druck. Der Fokus der USA verschiebt sich stärker auf den Nahen Osten, was Auswirkungen auf die Versorgung der Ukraine hat. Selenskyj warnt bereits vor schwierigen Monaten im Frühjahr und Sommer.

Parallel laufen Gespräche ohne greifbares Ergebnis. Kontakte mit Washington und Vorschläge für neue Formate stehen im Raum, während die Frontlinie mit über tausend Kilometern weiter aktiv ist. Auch beim Thema Russland bleibt die Lage angespannt. Selenskyj fordert die Wiederherstellung von Sanktionen auf russisches Öl, während steigende Energiepreise Moskau zusätzliche Einnahmen sichern. Gleichzeitig bestätigt er, dass Partner Kiew gebeten haben, Angriffe auf russische Energieanlagen zeitweise zu reduzieren. Was hier sichtbar wird, ist eine Entwicklung, in der sich Kriege überlagern. Ukraine agiert nicht mehr nur im eigenen Gebiet, sondern wird Teil eines größeren Geflechts aus militärischer Unterstützung und Gegenleistungen. Entscheidungen fallen nicht isoliert, sondern hängen immer stärker voneinander ab.
 
Verstöße gemeldet
Brüchige Waffenruhe in Ukraine
Wenige Stunden nach Inkrafttreten einer Feuerpause zum orthodoxen Osterfest hat Russland nach ukrainischen Angaben Hunderte Male dagegen verstoßen. „Seit 16.00 Uhr wurden 469 Verstöße gegen die Waffenruhe registriert“, meldete Samstagabend der Generalstab der ukrainischen Armee. Russland warf der Ukraine Drohnenangriffe im Westen des Landes vor.

Es habe unter anderem 22 direkte russische Angriffe sowie 153 Bombenangriffe gegeben, hieß es seitens des ukrainischen Generalstabs. Zudem seien fast 300 Drohnenangriffe gezählt worden. Die Feuerpause soll eigentlich bis Sonntagabend gelten.

Die russischen Behörden meldeten wiederum ukrainische Drohnenangriffe auf die in Westrussland gelegenen Regionen Kursk und Belgorod. Fünf Menschen seien dabei verletzt worden, hieß es am Samstag. Darunter befinde sich ein Baby, das bei einem Angriff auf eine Tankstelle Verletzungen erlitten habe.

Selenskyj ruft zu Verlängerung von Waffenruhe auf
Dessen ungeachtet rief der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft zu einer Verlängerung der Feuerpause auf. „Wir haben Russland einen entsprechenden Vorschlag unterbreitet, und wenn Russland sich erneut für den Krieg statt für den Frieden entscheidet, wird dies der Welt und den Vereinigten Staaten einmal mehr zeigen, wer wirklich was will.“

 
Vom Leben nach dem Einschlag: „Wie ein zweiter Geburtstag“
Außerhalb des Kiewer Zentrums sind die Spuren des russischen Luftkriegs sichtbar. Ein Treffen mit einem Mann, der sehr viel Glück gehabt hat. „Meine Gesprächigkeit hat mich gerettet“, sagt er.

Die Stühle stehen noch immer in der Unterführung, am Rand, um die Fußgänger nicht zu stören. Hier, nur ein paar Meter von seiner Wohnung hatte Filip Nikolajew gesessen, neben ihm andere Bewohner aus der Umgebung. „Meine Gesprächigkeit hat mich gerettet“, sagt der 35-Jährige. Eigentlich wollte er schon in seine Wohnung zurückgehen. Dann schwatzte er doch noch mit den Nachbarn.

Und dann zitterte die Erde und es war unglaublich laut.

„Die Welle erwischte uns alle“
„Die Welle erwischte uns alle. Sie drang durch unsere Körper“, erinnert sich Nikolajew, als er mit der „Presse“ in dem dunklen Gang der Unterführung steht. „Ein paar Menschen fielen zu Boden, weil die Erschütterung so stark war.“ Überall war Staub. Der Staub seines Hauses.

Vor zehn Monaten war das. In den frühen Morgenstunden des 17. Juni 2025 schlug eine ballistische Rakete in ein neunstöckiges Wohnhaus im Kiewer Solomjanskij-Bezirk ein. Die Bilder aus der Kiewer Václav-Havel-Straße gingen auch durch internationale Medien.

 
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