Am 25. Juli 1934 versuchten österreichische
Nationalsozialisten unter Führung der
SS-Standarte 89 einen Putsch (
Juliputsch), der jedoch scheiterte. Einigen Putschisten gelang es, bis in das
Bundeskanzleramt in Wien vorzudringen, wo
Engelbert Dollfuß durch Schüsse so schwer verletzt wurde, dass er den Verletzungen wenig später erlag.
Hitler bestritt eine Beteiligung an dem Putschversuch von deutscher Seite. Die seit 1933 verbotene österreichische NSDAP wurde zwar weiterhin aus dem Deutschen Reich unterstützt, aber das deutsche Regime ging nun verstärkt dazu über, das politische System in Österreich mit Vertrauensleuten zu unterwandern. Dazu zählten, neben anderen,
Edmund Glaise-Horstenau,
Taras Borodajkewycz und
Arthur Seyß-Inquart.
Italien begann am 3. Oktober 1935 die Eroberung des damaligen Abessinien (
Italienisch-Äthiopischer Krieg (1935–1936)), woraufhin Großbritannien vor dem
Völkerbund Sanktionen gegen Italien forderte und in der Folge die Auflösung der
Stresa-Front und der
Verträge von Locarno betrieb. Mussolini wurde damit international isoliert und an die Seite Hitlers gedrängt.
Für die in Österreich regierende
Vaterländische Front bedeutete das den Verlust eines wichtigen Verbündeten. Bundeskanzler
Kurt Schuschnigg, Nachfolger des ermordeten Dollfuß, musste nach Wegen suchen, das Verhältnis zum Deutschen Reich zu verbessern. Am 11. Juli 1936 schloss er mit Hitler das
Juliabkommen.
Das Deutsche Reich hob die in Folge des Verbots der NSDAP in Österreich 1933 verhängte
Tausend-Mark-Sperre auf, in Österreich wurden inhaftierte Nationalsozialisten amnestiert und NS-Zeitungen wieder zugelassen. Darüber hinaus nahm Schuschnigg Vertrauensleute der Nationalsozialisten in die Regierung auf. Edmund Glaise-Horstenau wurde Bundesminister für nationale Angelegenheiten,
Guido Schmidt
Staatssekretär im
Außenministerium und Arthur Seyß-Inquart in den Staatsrat aufgenommen. 1937 folgte die Öffnung der Vaterländischen Front für Nationalsozialisten. In neu eingerichteten „Volkspolitischen Referaten“, die meist unter der Leitung von Nationalsozialisten standen, konnte die NSDAP sich neu organisieren.