Kritik von türkischem Ex-Premier
Davutoglu über Erdogan: "Teile der Regierung sind mafiös"
Von 2014 bis 2016 war Davutoglu Premierminister der Türkei und zuvor unter Erdogan Außenminister. 2019 kam es zum Streit, Davutoglu verließ die Regierungspartei
AKP. Er selbst sieht sich allerdings nicht als Teil des Systems Erdogan.
"Wenn ich Korruption, Missmanagement, Nepotismus und Angriffe auf den Rechtsstaat geduldet hätte, wäre ich heute noch Premier", sagt der 62-Jährige, der inzwischen eine neue Partei gegründet hat.
"Erdogan hat sich mit Ja-Sagern umgeben"
Er beteuert, dass er sich stets für mehr Demokratie im Land eingesetzt habe. "Ich habe versucht, die Partei von innen heraus zu verändern. Mir ging es nie darum, Erdogan zu stürzen. Ich wollte, dass er Erfolg hat." Sein Zeugnis für die Regierungszeit Erdogans fällt ernüchternd aus:
"Als Erdogan 2003 Regierungschef wurde, wollte er die Korruption im Land noch eindämmen. Heute wuchert sie wie nie zuvor."
Jahrelang war Ahmet Davutoglu Premierminister der Türkei und Parteifreund von Erdogan. Nun übt der Politiker Kritik und sieht Erdogans Regierung bald am Ende.
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