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Ex Jugoslawien Länder Aufarbeitungsthread: Osmanen, KuK, Jugoslawien 1. und 2., 90er Yu Krieg

Eben nein, die erste ernsthafte Krise in Jugoslawien, allen voran in der Verschlechterung serbisch-albanischer Beziehungen fing schon 1981 an, Auslöser waren Kosovo Albaner obwohl man zum em Zeitpunkt alles in der Hand hatte.

Was sagt euer AI auf die Frage ob der Jugoslawien Konflikt durch Milosevic ausgelöst wurde:

Wenn du mit „Jugoslawien-Konflikt“ den Zerfall Jugoslawiens und die späteren Kriege der 1990er meinst: Nein, man kann nicht seriös sagen, dass alles erst mit Milošević begann. Die Wurzeln reichen deutlich weiter zurück – und 1981 war ein sehr wichtiger Einschnitt.

Eine grobe Chronologie:


  • 1974: Die neue jugoslawische Verfassung stärkte die Republiken und autonomen Provinzen erheblich. Gleichzeitig wurde Kosovo weitgehend autonom. Dadurch wurden die föderalen Institutionen schwächer.
  • 1981: In Kosovo kam es zu massiven Demonstrationen, zunächst mit sozialen und politischen Forderungen, später wurde eine Republik Kosovo gefordert. Es kam zu Unruhen und einem harten Vorgehen der jugoslawischen Sicherheitskräfte. Das verschärfte insbesondere den serbisch-albanischen Konflikt.
  • 1987: Milošević stieg mit seiner Rede in Kosovo Polje politisch stark auf.
  • 1988–89: Milošević setzte die politische Stellung der autonomen Provinzen Kosovo und Vojvodina erheblich zurück.
Kurz gesagt:
1981 war nicht der Beginn des Jugoslawienkrieges, aber ein entscheidender früher Wendepunkt. Milošević war nicht der alleinige „Verursacher“ des gesamten Konflikts, spielte aber ab 1987 eine zentrale Rolle bei der weiteren Eskalation. Umgekehrt wäre es historisch ebenfalls falsch, den Zerfall Jugoslawiens einfach als Folge von Milošević darzustellen.


Wenn man wirklich nach dem frühesten Ursprung der Krise sucht, würde ich eher die Entwicklung 1960er → Verfassung 1974 → Kosovo 1981 → Wirtschaftskrise nach Titos Tod 1980 → Nationalismen der 1980er als zusammenhängenden Prozess betrachten.
Die Studenten - ich weiß du hast Probleme mit Gebildeten Menschen - waren kein Machtfaktor, es ging zunächst um die schlechten Bedingungen an der Uni. Später entwickelte es sich zu sozialen Protesten die sich immer mehr ins ethnische Entwickelten, weil man eine Republik als einzige Lösung betrachtete. Die damalige kosovarische, ethnisch albanische Führung hat sich aber nie mit den Protesten solidarisiert sondern im Gegenteil war die Führung sehr loyal und hat gegen ihr eigenes Volk agiert und Militär angefordert. Damit haben sie natürlich jegliches Vertrauen verspielt. Nichtsdestotrotz war das kein Trigger-Ereignis, was von einem Machtfaktor ausgelöst wurde sondern was von ganz unten kam. Es wurde alles wieder unter Kontrolle gebracht, wenn auch mit brutalen Methoden. Das kann nicht als unumkehrbarer Punkt angesehen werden.

1987 stellt hingegen den Wendepunkt in Richtung „anti-bürokratischer Revolution“ die gewalttätig mit einem nationalistischen Führer an der Spitze halb Jugoslawien unter Kontrolle gebracht hat und so mit Kroatien und Slowenien in die Unabhängigkeit gedrängt hat. Verfassungsbruch durch Milošević gehörte ab da zum Alltag und hat die SFRJ komplett erodieren lassen.
 
Schön kopiert, aber du verwechselst eine wirtschaftliche und politische Krise (1981) mit dem gezielten Anzünden eines Krieges (ab 1987). Die Studentenproteste von 1981 wegen schlechter Lebensbedingungen im Kosovo waren ein Symptom der jugoslawischen Dauerkrise nach Titos Tod. Zum völligen Kollaps und zum Blutvergießen führte das Ganze aber erst, als Milosevic, der Schlächter vom Balkan, ab 1987 den serbischen Nationalismus als Waffe nutzte, um das verfassungsmäßige Gleichgewicht Jugoslawiens brutal zu zerstören. Eine bestehende Krise zu haben ist das eine, sie gezielt für einen aggressiven Großmachtwahn zu instrumentalisieren und damit den Krieg herbeizuführen, ist das andere. Die Hauptschuld für den blutigen Zerfall Jugoslawiens liegt ganz klar beim Milosevic-Regime.
Milošević selber hat anfangs das SANU Memorandum als blanken Nationalismus bezeichnet und wurde in den Kosovo geschickt als Problemlöser. Wie es dazu kam dass er auf einmal seine Ansichten komplett änderte, ist vermutlich bis heute nicht geklärt, aber er muss gesehen haben dass es mit Jugoslawien bergab gehen würde in den nächsten Jahren und dass er mit Nationalismus eine steile Karriere vor sich hat - es hat fast geklappt, aber die Albaner haben ihm das gründlich vermasselt und am Ende ist er jämmerlich in einer kalten niederländischen Zelle verreckt. Wenigstens ein Happy End in dieser tragischen Geschichte Namens Jugoslawien.
 
Kosovo verloren, Krajina verloren, Bosnien verloren, Montenegro verloren, Serben werden mit Kriegsverbrechen, ethnischer Säuberung und Genozid in Verbindung gebracht und dennoch kann man bis heute nicht sagen dass es ein Fehler war Milošević zu unterstützen und bis zum bitteren Ende Gefolgschaft zu leisten? Wieso ist das so ein verdammtes Problem?
 
Die Studenten - ich weiß du hast Probleme mit Gebildeten Menschen - waren kein Machtfaktor, es ging zunächst um die schlechten Bedingungen an der Uni. Später entwickelte es sich zu sozialen Protesten die sich immer mehr ins ethnische Entwickelten, weil man eine Republik als einzige Lösung betrachtete. Die damalige kosovarische, ethnisch albanische Führung hat sich aber nie mit den Protesten solidarisiert sondern im Gegenteil war die Führung sehr loyal und hat gegen ihr eigenes Volk agiert und Militär angefordert. Damit haben sie natürlich jegliches Vertrauen verspielt. Nichtsdestotrotz war das kein Trigger-Ereignis, was von einem Machtfaktor ausgelöst wurde sondern was von ganz unten kam. Es wurde alles wieder unter Kontrolle gebracht, wenn auch mit brutalen Methoden. Das kann nicht als unumkehrbarer Punkt angesehen werden.

Die Frage stellt sich, ob die Parolle Kosovo Republik nicht letztlich dem Willen eines großen Teils der Kosovo-Albaner entsprach. Viele hatten sich offenbar nie wirklich damit abgefunden, innerhalb Serbiens zu leben, und hielten insgeheim am Traum eines Großalbaniens fest, dessen territoriale Verwirklichung sie bereits 1941 unter faschistischen Albanien erlebt hatten.

Zudem muss man berücksichtigen, dass Kosovo bereits 1981 durch seine weitreichende Autonomie einen besonderen Status innerhalb Serbiens besaß, der teilweise den Charakter eines „Staates im Staat“ annahm. Die Parolen der Proteste von 1981, insbesondere die Forderung nach einer „Republik Kosovo“, verunsicherten viele Serben und trugen dazu bei, den bereits bestehenden serbisch-albanischen Konflikt erneut aufwecken zu lassen.

Zudem gibt es dokumentierte Beschwerden über Benachteiligungen von Serben während der Autonomiezeit Kosovos, als die politische Einflussnahme der Albaner zunehmend stärker wurde.


Bemerkenswert ist, dass die Serben 1961 noch 23,5 % der Bevölkerung Kosovos stellten. Rechnet man die 3,9 % Montenegriner hinzu, machten die serbisch bzw. montenegrinisch geprägten Bevölkerungsteile sogar rund 27,3 % aus.


Erst mit der schrittweisen Ausweitung der Autonomie Kosovos unter Tito – zunächst ab 1965, anschließend durch weitere Verfassungs- und Kompetenzübertragungen 1967, 1969 und 1971, bis hin zur weitreichenden Autonomie von 1974 – veränderte sich die politische und gesellschaftliche Situation grundlegend.


Gerade in dieser Phase begann der deutliche Rückgang des serbischen Bevölkerungsanteils und die zunehmende Abwanderung von Kosovo-Serben nach Zentralserbien.

Zufall oder hatte es doch was mit der Autonomie zu tun?

1987 stellt hingegen den Wendepunkt in Richtung „anti-bürokratischer Revolution“ die gewalttätig mit einem nationalistischen Führer an der Spitze halb Jugoslawien unter Kontrolle gebracht hat und so mit Kroatien und Slowenien in die Unabhängigkeit gedrängt hat. Verfassungsbruch durch Milošević gehörte ab da zum Alltag und hat die SFRJ komplett erodieren lassen.

Verfassungsbruch hin oder her: Wenn man berücksichtigt, dass das kommunistische Tito-Jugoslawien zu einem erheblichen Teil auf den Schultern der Serben aufgebaut wurde und dass gerade die Serben im Zweiten Weltkrieg besonders schwere Verluste und Verfolgung erlitten – nicht zuletzt durch ihre unmittelbaren Nachbarn –, kann man dann nicht zumindest nachvollziehen, warum Serbien und viele Serben nicht bereit waren, die spätere Aufteilung Jugoslawiens entlang der kommunistischen Republiksgrenzen einfach hinzunehmen?

Warum sollte ausgerechnet diese während des sozialistischen Jugoslawiens gezogene innere Verwaltungsgrenze plötzlich zur internationalen Staatsgrenze werden? Warum wurde nicht über die Grenzen von 1918 oder zumindest über die territorialen Verhältnisse vor 1941 diskutiert – also über Grenzen, innerhalb derer Serbien international anerkannt gewesen war?

Ebenso stellt sich die Frage, ob die Kosovo-Albaner tatsächlich eine derart weitreichende Autonomie verdient hatten, wie sie ihnen unter Tito schrittweise eingeräumt wurde und die 1974 nahezu den Charakter eines „Staates im Staat“ annahm – insbesondere wenn man die schweren Verfolgungen und Vertreibungen betrachtet, denen Kosovo-Serben während des Zweiten Weltkriegs ausgesetzt waren.

Genau die andere Seite heute kommt mit genau derselben Logik etwa im Hinblick auf die Republika Srpska und die Ereignisse der 1990er-Jahre – da sollen Serben verständnis zeigen aber im Fall der Benachteiligung der Serben unter SFRJ und Tito bezogen auf den 2 WK da ist es was anderes , oder wie?
 
Kosovo verloren, Krajina verloren, Bosnien verloren, Montenegro verloren,

Na ja, hast es dir dann doch etwas zu einfach gemacht.


Krajina verloren? Ja.


Bosnien verloren? Man wollte nie ganz Bosnien, sondern als konstitutives Volk einheitliche serbische Gebiete innerhalb BiHs, was man mit der Republika Srpska erreicht hat – ein de facto Staat im Staat.


Montenegro verloren? Ja, aber mit einem getricksten Referendum.


Kosovo verloren? Jain. Gefühlt verloren, ja. Serbische Armee und Polizei raus. Durch die Resolution 1244 aber de jure auf dem Papier behalten. Seit 2008 einseitige Unabhängigkeit, quasi Okkupationsstatus und ein eingefrorener Konflikt.


Fazit: Viel verloren, bis auf die Republika Srpska. De facto hält man 49 % Bosniens. 25 Jahre musste man eine verdammt harte Zeit durchgehen und ordentlich einstecken, aber man kann schon heute sagen, dass spätestens ab 2020, mit dem Sturz von Đukanović, die Uhr wieder etwas anders tickt. Durch seinen Sturz wurde die „Serbische Welt“ neu formiert.


Unterm Strich 2026: In Montenegro ist das alte serbische Njegoš-Montenegro wieder neu belebt, die Republika Srpska war nie stabiler und stärker als heute, Serbien ist wieder definitiv auferweckt und zum Balkan-Player geworden – wirtschaftlich und vor allem militärisch mit einem enormen jährlichen Aufschwung.

Vielleicht es es früh davon zu sprechen aber die Uhr tickt wieder leicht für Serben/Serbien/RS. Montenegro abwarten. Bis auf Kosovo, dort sind Serben aktuell nie größeren Terror der Kosovo Regierung ausgesetzt.


Serben werden mit Kriegsverbrechen, ethnischer Säuberung und Genozid in Verbindung gebracht und dennoch kann man bis heute nicht sagen dass es ein Fehler war Milošević zu unterstützen und bis zum bitteren Ende Gefolgschaft zu leisten? Wieso ist das so ein verdammtes Problem?

Wer sagt, dass alle Serben Milošević unterstützten? Selbst mitten in den 1990er-Jahren hatte er eine sehr starke Opposition. Bereits 1996 fing er mit Wahlfälschungen an, wodurch Serbien immer stärker zu einem autokratischen Staat wurde – bis hin zu einer regelrechten Diktatur Ende der 1990er-Jahre, in der politische Gegner getötet wurden (Stambolić) oder mit Glück Attentate überlebten (Drašković).


Mein Vater und ich waren immer Gegner von Milošević. Hätten wir ihn bereits 1996 gestürzt, wäre Kosovo wohl nie okkupiert worden und die Albaner hätten wahrscheinlich keine Grundlage mehr gehabt, eine UÇK zu gründen.



Ich zerficke diesen Thead wartet es nur ab
Jes, al do kurca
 
Mein Vater und ich waren immer Gegner von Milošević. Hätten wir ihn bereits 1996 gestürzt, wäre Kosovo wohl nie okkupiert worden und die Albaner hätten wahrscheinlich keine Grundlage mehr gehabt, eine UÇK zu gründen.
Deswegen verteidigst du Milosevic ständig. Dieser Satz gehört in das Thema "Witz des Tages bre" :lol27:
 
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