Erste Konsequenzen – Der Absturz eines Mannes, der alles hätte wissen müssen
Es gibt Rückzüge aus dem öffentlichen Leben, die still erfolgen, fast unmerklich. Und es gibt jene, die einem politischen Donnerschlag gleichen, weil sie eine Wahrheit offenlegen, die jahrelang verdrängt wurde. Larry Summers, einst Finanzminister der Vereinigten Staaten, Ex-Präsident von Harvard, global gefragter Ökonom – einer der einflussreichsten Männer seiner Generation – hat am Montag genau diesen Schritt getan. Ein Schritt zurück, weg von Gremien, Kommissionen, Thinktanks. Weg von den Bühnen, auf denen er jahrzehntelang den Ton angab. Und doch bleibt das Gefühl, dass der eigentliche Rückzug viel früher hätte beginnen müssen.
Der Auslöser ist ein Fund, der ihn wie ein Schlag trifft: E-Mails aus dem Archiv von Jeffrey Epstein, die zeigen, dass Summers noch lange nach Epsteins Schuldbekenntnis von 2008 mit ihm in freundschaftlichem Ton schrieb, als sei nichts gewesen. Während andere sich abwandten, suchte Summers weiter die Nähe eines Mannes, der wegen sexuellen Missbrauchs eines minderjährigen Mädchens verurteilt war. Diese Nähe war kein Ausrutscher, sondern ein Muster – und eines, das Summers nun einholt.
In seiner Erklärung an die Harvard Crimson schrieb er, er wolle sich zurückziehen, „um Vertrauen wieder aufzubauen und Beziehungen zu den Menschen zu reparieren, die mir am nächsten stehen“. Er sei „zutiefst beschämt“ und übernehme volle Verantwortung für die Entscheidung, den Kontakt zu Epstein fortgeführt zu haben. Man liest diese Worte – und spürt die Schwere, die sie tragen. Doch man spürt auch die Leerstelle: Warum erst jetzt?
Es gibt Rückzüge aus dem öffentlichen Leben, die still erfolgen, fast unmerklich. Und es gibt jene, die einem politischen Donnerschlag gleichen, weil sie eine Wahrheit offenlegen, die jahrelang verdrängt wurde. Larry Summers, einst Finanzminister der Vereinigten Staaten, Ex-Präsident von...
kaizen-blog.org