Aktuelles
  • Herzlich Willkommen im Balkanforum
    Sind Sie neu hier? Dann werden Sie Mitglied in unserer Community.
    Bitte hier registrieren

Faktencheck Jeffrey Epstein: Verbindungen zu Spitzenpolitik, CIA, Mossad, Menschenhandel, Okkultismus, Erpressung und Eugenik

Ja, eh. Melania Trump
Überraschendes Statement zu Epstein
In einer bemerkenswerten Presseerklärung hat die US-amerikanische First Lady Melania Trump eine engere Beziehung zu dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein dementiert. Sie sei selbst kein Opfer von Epstein gewesen und habe ihren Mann nicht über Epstein kennengelernt. Der Grund für das überraschende Statement ist unklar. Spekuliert wird, Trump habe damit einer geplanten Veröffentlichung zuvorkommen wollen.

„Ich war nie mit Epstein befreundet“, sagte sie bei einem eigens anberaumten Pressetermin im Weißen Haus. Auch sei sie nie auf seiner Privatinsel oder in einem seiner Flugzeuge gewesen. Von seinen Verbrechen habe sie nichts gewusst.

Was genau die First Lady zu dem Statement veranlasst hat, war noch unklar. Beobachter halten es für möglich, dass sie damit bevorstehenden Vorwürfen zuvorkommen wollte. Fragen von Journalistinnen und Journalisten beantwortete sie nicht. Der Schritt ist umso bemerkenswerter, als US-Präsident Donald Trump und seine Regierung seit Längerem versuchen, die Causa, die Trumps zweite Amtszeit überschattet, hinter sich zu lassen. Trump warf den Demokraten vor, ihn politisch mit dem Fall attackieren zu wollen.

Das Büro von Melania Trump habe auf Nachfrage, warum die Stellungnahme jetzt abgegeben wurde, auf das Statement der Frist Lady verwiesen, berichtete die „New York Post“. Die First Lady habe „jetzt gesprochen, weil es genug ist“, so einer ihrer hochrangigen Berater, Marc Beckman, laut dem Boulevardblatt, das seit vielen Jahren eine enge Beziehung zu Donald Trump hat.

„Lügen müssen ein Ende finden“
„Donald und ich wurden von Zeit zu Zeit zu denselben Partys wie Epstein eingeladen, da sich gesellschaftliche Kreise in New York City und Palm Beach häufig überschneiden“, so Melania Trump. Eine echte Beziehung zu Epstein habe es aber nicht gegeben.


Sie haben keine Berechtigung Anhänge anzusehen. Anhänge sind ausgeblendet.


Sie haben keine Berechtigung Anhänge anzusehen. Anhänge sind ausgeblendet.
 

Anhänge

    Sie haben keine Berechtigung Anhänge anzusehen. Anhänge sind ausgeblendet.
Tanz vor Lincoln – Protest gegen Trump und Epstein-Vorwürfe erreicht das Zentrum Washingtons
Vor dem Lincoln Memorial in Washington standen zwölf junge Frauen und Mädchen mit verbundenen Augen, ihre Körper bewegten sich wenige Minuten lang durch eine Choreografie, die mehr sagte als jede Rede. Die Gruppe First Amendment Troop brachte mit „ResistDance vs Redaction“ eine Performance auf den Platz, die sich auf Vorwürfe rund um Jeffrey Epstein und Donald Trump bezieht. Federführend sind der Filmemacher Bryan Buckley und der Choreograf Matthew Steffens, unterstützt von Nicole Lewandowski. Die Musik kam von „Live to Tell“ in einer Kinderchor-Version, während Devyn Scherff, 15 Jahre alt, die Szene eröffnete und am Ende allein stehen blieb, die Faust erhoben. Auf den Kostümen standen Passagen aus den sogenannten Epstein-Akten, ein direkter Bezug zu Dokumenten, die das Justizministerium Anfang März veröffentlicht hatte, darunter Aussagen einer Frau, die Trump und Epstein sexuellen Missbrauch vorwirft. Öffentliche Belege für diese Vorwürfe gibt es nicht, das Weiße Haus weist sie über Sprecherin Abigail T. Jackson vollständig zurück.

Trotzdem entfaltet die Performance Wirkung. Zuschauer wie Peter und Anna Borsos aus Stockholm sprechen von Gänsehaut, andere sehen darin eine Form von Protest, die ohne Worte auskommt und gerade deshalb hängen bleibt. Buckley spricht offen darüber, dass solche Arbeiten schnell entstehen müssen, weil sich die öffentliche Aufmerksamkeit sonst weiterdreht. Bereits ein früheres Stück der Gruppe über die Tötung von Renée Good und Alex Pretti durch Bundesbeamte in Minneapolis erreichte millionenfache Aufrufe. Auch diesmal geht es um Aufmerksamkeit, um Sichtbarkeit, um die Frage, was gezeigt wird und was nicht. Nach dem Auftritt am Memorial zog die Gruppe weiter zum Kennedy Center, wurde dort jedoch ohne Genehmigung von Sicherheitskräften gestoppt. Die Szene bleibt kurz, aber sie setzt einen Punkt.

Sie haben keine Berechtigung Anhänge anzusehen. Anhänge sind ausgeblendet.
 

Anhänge

    Sie haben keine Berechtigung Anhänge anzusehen. Anhänge sind ausgeblendet.
Melania tritt vor die Kameras – Die Opfer antworten
Melania Trump erschien am Donnerstagnachmittag ohne Ankündigung im Eingangsbereich des Weißen Hauses vor einer kleinen Gruppe sichtlich überraschter Journalisten und sprach knapp sechs Minuten. Sie wollte ihren guten Namen klarstellen. Die Lügen, die sie mit Jeffrey Epstein in Verbindung brächten, müssten heute enden.

Sie sagte, sie sei nie Epsteins Freundin gewesen. Donald und sie seien gelegentlich zu denselben Partys eingeladen worden wie Epstein, weil sich soziale Kreise in New York und Palm Beach überschnitten. Das erste Mal sei sie ihm im Jahr 2000 begegnet, bei einer Veranstaltung, die sie gemeinsam mit ihrem Mann besucht habe. Epstein habe sie nicht mit Donald Trump bekannt gemacht. Sie habe ihren Mann 1998 zufällig auf einer New Yorker Party kennengelernt, eingeführt vom italienischen Modelagenten Paolo Zampolli. Das sei in ihrem Buch dokumentiert. Zampolli, aus Mailand erreichbar, bestätigte ihre Version und erklärte, er sei bereit, vor dem Kongress auszusagen. Zampolli hatte geschäftliche Verbindungen zu Epstein und taucht mehrfach in den Epstein-Akten auf.

Melanias Name war in den Epstein-Akten aufgetaucht – in einer E-Mail aus dem Jahr 2002, in der eine Frau namens Melania Ghislaine Maxwell für ein Profil über Epstein lobte. Maxwell hatte die Schreiberin mit „Süßer Schatz“ angesprochen, die Frau unterschrieb mit „Liebe“. Melania sagte dazu am Donnerstag, diese Korrespondenz sei nichts weiter als ein beiläufiger Austausch gewesen. Eine Beziehung zu Maxwell oder Epstein habe sie nie gehabt. Sie sei nie in Epsteins Flugzeug gesessen. Sie habe seine Privatinsel nie besucht. Ihr Name tauche in keinen Gerichtsdokumenten, Zeugenaussagen oder FBI-Protokollen im Zusammenhang mit Epstein auf.

Was sie nicht sagte – und was im Raum stand – ist, dass dasselbe von ihrem Mann nicht gesagt werden kann. Trumps Name erscheint mehrfach in den Flugprotokollen von Epsteins Flugzeug. Handelsminister Howard Lutnick bestätigte bei einer Senatsanhörung, Epsteins Insel besucht zu haben. Trump sagte einem Journalisten gegenüber, er habe vorab keine Kenntnis davon gehabt, was seine Frau sagen würde. Das Weiße Haus beantwortete keine Fragen dazu, was der Präsident wann gewusst hatte.

Die Reaktion der Überlebenden ließ nicht lange auf sich warten.

In einer gemeinsamen Erklärung, unterzeichnet von Danielle Bensky, Liz Stein, Marijke Chartouni, Amanda Roberts, Sky Roberts, Sharlene Rochard, Jess Michaels, Maria Farmer, Lara Blume McGee, Rachel Benevidez, Juliette Rose Bryant, Marina Lacerda, Annie Farmer und weiteren, darunter zwei Frauen, die nur als Jane Doe aufgeführt sind, schrieben die Opfer, sie hätten bereits außerordentlichen Mut bewiesen, indem sie an die Öffentlichkeit gegangen seien, Berichte erstattet und ausgesagt hätten. Mehr von ihnen zu verlangen, sei keine Gerechtigkeit, sondern eine Ablenkung von der Verantwortung. Melania Trump verlagere die Last auf die Überlebenden unter politisierten Bedingungen, die jene schützen, die Macht besitzen – das Justizministerium, Strafverfolgungsbehörden, Staatsanwälte und eine Regierung, die dem Epstein Files Transparency Act bis heute nicht vollständig nachgekommen sei. Die Erklärung nannte auch Pam Bondi, die frühere Justizministerin, die zurückgetreten war, unter anderem wegen ihres Umgangs mit den Epstein-Akten. Bondi müsse Antworten für zurückgehaltene Akten und die Offenlegung der Identitäten von Überlebenden liefern. Diese Versäumnisse gefährdeten weiterhin Leben und schützten Mitwisser. Die Überlebenden hätten ihren Teil getan. Jetzt sei es Zeit, dass die Mächtigen ihren tun.

 
Epstein-Skandal: Ausschusschef plant Opferanhörungen
Nach First Lady Melania Trump hat auch der Aufsichtsausschussvorsitzende im US-Parlament, James Comer, eine dortige Anhörung von Opfern des Epstein-Skandals befürwortet. „Wir werden Anhörungen abhalten“, sagte der Republikaner dem Sender „Fox News“ gestern.

Comer ergänzte zugleich, dass er schon immer vorgehabt habe, im Verlauf der Ausschussarbeit auch die Opfer zu hören. Einen Zeitpunkt nannte er aber nicht. Einige der Opfer seien bereit auszusagen, die meisten jedoch nicht. Er stehe seit Monaten mit Anwälten der Betroffenen im Austausch, sagte Comer.

Melania Trumps Auftritt sorgte für Spekulationen
Bei einem Auftritt im Weißen Haus hatte die US-amerikanische First Lady den Kongress aufgefordert, Opfer des Sexualstraftäters unter Eid Aussagen zu lassen. „Jede einzelne Frau sollte auf Wunsch die Gelegenheit bekommen, ihre Geschichte öffentlich zu erzählen.“

 
Eine alte Bekanntschaft und ein drohendes Interview – Druck auf Melania wächst
Eine frühere Vertraute rückt plötzlich ins Zentrum. Amanda Ungaro, einst Teil des Umfelds von Melania Trump, kündigt an, öffentlich zu sprechen, während Fernsehsender und große Medien bereits anfragen. Ungaro lebt inzwischen wieder in Brasilien, nach ihrer Abschiebung aus den USA, und führt parallel einen Sorgerechtsstreit mit Paolo Zampolli, der politisch eng an Donald Trump gebunden ist. Der Druck entsteht durch ihre Aussagen, denn sie erklärt, sie sei als Jugendliche an Bord von Jeffrey Epsteins Flugzeug gewesen und deutet zugleich an, mehr über ihr damaliges Umfeld zu wissen. In sozialen Medien wird der Ton deutlich, sie spricht davon, ein System offenzulegen und keine Angst zu haben, eine Botschaft, die klar adressiert ist, auch wenn Details fehlen.

Zeitlich fällt das mit einem öffentlichen Auftritt von Melania zusammen, in dem sie Vorwürfe rund um Epstein zurückweist, wobei offen bleibt, ob beides direkt zusammenhängt, die Spannung jedoch sichtbar wächst. Gleichzeitig verschiebt sich die Aufmerksamkeit, denn neben politischen Themen rücken persönliche Verbindungen und alte Kontakte wieder in den Fokus. Auch im Umfeld von Trump sorgt das für Unruhe, weil Namen zurückkehren, die lange als erledigt galten und sich nun mit bekannten Geschichten verbinden. Noch ist nichts veröffentlicht, kein Interview, keine ausführliche Darstellung, aber allein die Ankündigung erzeugt Wirkung. Und genau das reicht, um die Lage spürbar zu verändern.

Sie haben keine Berechtigung Anhänge anzusehen. Anhänge sind ausgeblendet.
 

Anhänge

    Sie haben keine Berechtigung Anhänge anzusehen. Anhänge sind ausgeblendet.
Causa Epstein: Bondi muss nach Entlassung nicht aussagen – und bleibt viele Antworten schuldig
Für Dienstagabend war Ex-US-Justizministerin zur Aussage vor das Repräsentantenhaus geladen, durch ihre Entlassung kommt es dazu nun nicht. Offene Fragen gibt es aber viele

Hätte Donald Trump nicht seine Regierung umgebaut, wäre es für viele Beobachterinnen und Beobachter am Dienstag spannend geworden – und Opfer von Jeffrey Epstein hätten womöglich etwas Klarheit bekommen. Dazu aber kommt es nun nicht. Denn mit der Entlassung von Justizministerin Pam Bondi durch Donald Trump am 2. April erlischt auch ihre Vorladung vor eines Ausschusses des US-Kongress, bei dem sie zu ihrer Rolle in den Epstein-Ermittlungen befragt werden sollte.

So jedenfalls sieht es Bondi selbst. Sie argumentiert, sie sei als Amtsträgerin, also Justizministerin, nicht als Privatperson Bondi vorgeladen worden. Daher könne sie nun nicht mehr erscheinen. Viele im Kongress sehen es anders und wollen sie in der Zukunft doch noch zur Aussage zwingen. Zahlreiche Fragen zum Fall des 2019 in Haft verstorbenen Finanzjongleurs und Sexualverbrechers Epstein bleiben damit aber vorerst zumindest weiter offen.

Frage: Hat Bondis Ende als Justizministerin nun eigentlich mit dem Epstein-Skandal zu tun?

Antwort: Aus der US-Regierung wird dies deutlich zurückgewiesen – auch wenn Präsident Trump, der die Entlassung letztlich ausgesprochen hat, sich nicht konkreter zu den Gründen äußert. Bondis Stellvertreter und zumindest vorübergehender Nachfolger, Todd Blanche, sagte auf Nachfrage von US-Medien, nichts, was Bondi in Sachen Epstein getan habe, "hat etwas damit zu tun, was ihr nun widerfahren ist". Auch andere Quellen behaupten eher, dass die Entlassung mit Trumps Frustration über die schleppende Strafverfolgung politischer Gegner zu tun habe. Praktisch ist für Trump die abgesagte Kongressaussage aber allemal, weil sie das Thema aus den Medien hält. Oder besser: gehalten hätte, hätte nicht Trumps Ehefrau Melania sich vor wenigen Tagen überraschend zu Wort gemeldet.

Frage: Spielt nun auch Melania eine Rolle?

Antwort: Bisher nur insofern, als sie sich selbst eine gegeben hat. Vor ihrem Auftritt, mit dem sie am Donnerstagabend die Medien überraschte, wäre wohl kaum jemand davon ausgegangen. Denn bisher hatte die First Lady allenfalls als Randfigur in der Angelegenheit gegolten. Genau das hatte sie zwar selbst in ihrer Rede auch betont – sie haben Epstein nur gekannt, weil sie zu den gleichen Society-Events eingeladen war wie auch er –, dennoch hatte diese den gegenteiligen Effekt. Denn seit dem Auftritt fragen sich die US-Medien nach dem Grund dafür, wieso die Präsidentengattin das alles plötzlich so öffentlich betonen wollte. Wirklich überzeugende Erklärungen fehlen bisher aber. Auch die Theorie, Melania Trump habe mit der Rede einer Pressegeschichte über sich selbst und Epstein zuvorkommen wollen, verflüchtigt sich mit jedem Tag stärker, an dem keine entsprechende Geschichte erscheint.

 
Staatsbesuch ohne Begegnung – warum Charles den Kontakt zu Epstein-Opfern vermeidet!
Die Reise steht fest, der Ablauf ist geplant, die Termine sind gesetzt. Wenn Charles III. kommende Woche in die Vereinigten Staaten reist, wird er empfangen, sprechen, repräsentieren. Was nicht stattfinden wird, ist ein Treffen mit den Opfern von Jeffrey Epstein. Genau darum hatte Ro Khanna gebeten. Der Abgeordnete aus Kalifornien wollte ein privates Gespräch ermöglichen, in dem Betroffene direkt schildern können, was ihnen widerfahren ist und wie Institutionen versagt haben. Die Antwort aus London fällt knapp aus und bleibt auf Distanz. Man unterstütze grundsätzlich alle Opfer von Missbrauch, heißt es. Gleichzeitig wird auf laufende Ermittlungen verwiesen. Solange diese nicht abgeschlossen sind, könne der König weder Gespräche führen noch sich inhaltlich äußern. Die Begründung ist formal, aber sie bestimmt den Rahmen. Nähe wird vermieden, jede direkte Verbindung zum Fall wird abgeblockt.

Der Hintergrund ist bekannt. Im Zentrum des Skandals in Großbritannien steht Andrew Mountbatten-Windsor, der Bruder des Königs. Seine Verbindung zu Jeffrey Epstein hat ihn über Jahre eingeholt, seit Februar läuft ein Verfahren gegen ihn wegen Vorwürfen im Amt. Andrew weist diese zurück. Für Charles bedeutet das eine Lage, in der jede öffentliche Geste sofort politisch gelesen wird. Ro Khanna hatte seinen Vorschlag bewusst anders angelegt. Er sah darin keine Einmischung in Ermittlungen, sondern eine Gelegenheit, Verantwortung zu zeigen. In seinem Schreiben forderte er, den Betroffenen zuzuhören, ihnen Raum zu geben und ein Zeichen zu setzen, dass Macht nicht über ihnen steht. Nach der Absage reagiert er offen enttäuscht und stellt die Frage, wofür die Monarchie stehen will. Für ihn geht es darum, ob sie sich als zeitgemäße Institution begreift oder sich hinter Protokoll zurückzieht.

Der Besuch selbst bleibt davon unberührt. Zwischen dem 27. und 30. April wird Charles in Washington auftreten, an einem Staatsdinner teilnehmen, vor dem Kongress sprechen und an Gedenkveranstaltungen rund um das Jubiläum der amerikanischen Unabhängigkeit mitwirken. Der äußere Rahmen ist klar definiert. Gerade deshalb fällt auf, was fehlt. Seit der Festnahme seines Bruders hat Charles seine öffentlichen Worte sorgfältig gewählt. Er vermeidet direkte Stellungnahmen und verweist auf den laufenden Prozess. Diese Linie setzt er jetzt fort. Sie schützt ihn vor unmittelbarer Verstrickung, lässt aber eine Lücke dort, wo andere ein Zeichen erwartet hätten.

Am Ende bleibt eine Entscheidung, die mehr sagt als jede Rede. Der König reist an, zeigt Präsenz, erfüllt seine Rolle. Doch die Menschen, die im Zentrum dieses Skandals stehen, werden ihn nicht treffen. Und genau das wird bleiben.
 
Epstein-Skandal wirft Schatten
Der Besuch ist aus mehreren Gründen heikel, nicht nur wegen der Sorge vor möglichen Fauxpas durch Trump. Gewichtiger ist, dass der Epstein-Skandal weiterhin an beiden Seiten des Atlantiks für Verwerfungen sorgt. Die Verbindungen von Charles’ Bruder Andrew zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gingen um die Welt.

Der Ruf nach einem Signal von Charles wurde bald laut. Der demokratische US-Kongressabgeordnete Ro Khanna rief die Royals auf, Opfer und Angehörige während ihres Besuchs zu treffen. Khanna gilt in den USA als energischer Befürworter einer umfassenderen Offenlegung der Akten zu Epstein und seiner langjährigen Vertrauten Ghislaine Maxwell.

„Ich bitte Sie respektvoll, sich mit den Überlebenden des Missbrauchs durch Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell unter vier Augen zu treffen, damit diese Ihnen direkt schildern können, wie mächtige Einzelpersonen und Institutionen sie im Stich gelassen haben“, schrieb Khanna in einem offenen Brief.

Kein Treffen mit den Opfern
Ähnlich äußerte sich auch die Familie von Virginia Giuffre. Sie hatte Andrew Mountbatten-Windsor und Epstein vorgeworfen, sie als Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Giuffre beging vor rund einem Jahr Suizid. Ihr Bruder Sky Roberts forderte den britischen König mehrmals dazu auf, ihn zu treffen. „Ich bin ihr Blut. Ich möchte, dass er Virginia anders wahrnimmt, als nur aus den Nachrichten“, so Roberts zur Zeitung „USA Today“.

Der Buckingham-Palast erteilte den Wünschen jedoch eine Absage. „Der König und die Königin haben stets ihre Unterstützung für alle Missbrauchsopfer bekundet, unabhängig davon, wo und wie der Missbrauch begangen wurde“, ließ man über Anwälte ausrichten. Aufgrund laufender polizeilicher Erhebungen werde Charles „weder Überlebende treffen noch sich direkt zu den laufenden Ermittlungen äußern“.

 
Epstein-Opfer auch aus Österreich
Recherchen des ORF belegen erstmals, dass unter den Hunderten Betroffenen der Sexualverbrechen von Jeffrey Epstein auch eine Österreicherin ist. Die Frau hatte mehrere Jahre sehr intensiven Kontakt mit Epstein. Von 2011 bis 2013 habe er sie „verbal und physisch“ missbraucht, sagt sie heute. Ihr aktueller Arbeitgeber droht ihr offenbar nun mit Kündigung.

Der Multimillionär und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein missbrauchte bis 2019 Hunderte Frauen in den USA und Europa. Einige Schätzungen gehen von über 1.000 Opfern aus. Ein wichtiges Zentrum war seine Wohnung in Paris unweit des Triumphbogens. Zumindest eines seiner Pariser Opfer, das belegen umfangreiche Recherchen des ORF, stammt aus Österreich.

Die junge Frau bestätigt dem ORF die Recherchen – verbunden mit der Bitte um Anonymität. Seit die Epstein-Files veröffentlicht wurden, sieht sie sich einer Flut von Hass im Netz gegenüber.

Die Frau arbeitete 2011 bei der Pariser Niederlassung einer großen Anwaltskanzlei und lernte dort Epstein kennen. Sie wollte damals praktische Erfahrung sammeln, danach plante sie, in die USA zu gehen.

Kontakt über Russin
Im Herbst 2011 begann der intensive Kontakt der jungen Wienerin mit dem Millionär. Hunderte E-Mails wertete der ORF aus. „Epstein versprach, sie in ihrer juristischen Karriere zu unterstützen. Er erzählte ihr, er habe großen Einfluss an den amerikanischen Eliteuniversitäten, und viele der von ihm geförderten Frauen seien dort aufgenommen worden. Meine Mandantin ging davon aus, dass Epstein ihr durch seine Empfehlung und seine Kontakte ebenfalls zu einer Zulassung verhelfen würde“, so die amerikanische Anwältin der Frau, Brittany Henderson, zum ORF.

 
Spekulation über angeblichen Abschiedsbrief von Epstein
Der Sexualstraftäter Jeffrey Epstein soll laut einem Bericht der „New York Times“ von gestern in den Wochen vor seinem Suizid ein Abschiedsschreiben verfasst haben, das bisher nicht Teil der Untersuchungen des US-Justizministeriums gewesen ist. Ein Zellengenosse Epsteins solle das Schreiben nach dessen erstem mutmaßlichem Suizidversuch im Juli 2019 gefunden haben.

Das Schreiben auf einem gelben Papier habe der Zellengenosse seinen Anwälten gegeben, um Vorwürfe zu entkräften, er habe Epstein angegriffen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf den Mitinsassen. Der Brief sei unter Verschluss.

Behörden haben Brief nicht
Die „New York Times“ habe ihn nicht selbst einsehen können und deshalb beim Gericht einen Antrag auf Offenlegung eingereicht. Das US-Justizministerium habe der Zeitung bestätigt, dass der Brief den Behörden nicht vorliegt. Sollte das Schreiben authentisch sein, könnte es einen Einblick in den psychischen Zustand Epsteins in den Wochen vor seinem Tod geben.

 
Zurück
Oben