Razzia bei Edmond de Rothschild – Epstein-Verbindungen holen die Bank ein
In Paris haben Ermittler die Büros der Privatbank Edmond de Rothschild durchsucht. Im Fokus steht Fabrice Aidan, ein französischer Diplomat, der früher für die Bank gearbeitet hat und in engem Austausch mit Jeffrey Epstein stand. Die Finanzstaatsanwaltschaft prüft den Verdacht, dass Aidan in die Bestechung eines ausländischen Amtsträgers verwickelt gewesen sein könnte. Details dazu bleiben bislang unter Verschluss. Auslöser der Ermittlungen sind unter anderem veröffentlichte Unterlagen des US-Justizministeriums. Sie enthalten zahlreiche E-Mails zwischen Aidan und Epstein und haben in Frankreich erheblichen Druck ausgelöst. Außenministerielle Stellen sprechen von äußerst ernsten Vorgängen.
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Aidan war zwischen 2006 und 2013 bei den Vereinten Nationen tätig, wechselte anschließend zur Bank und kehrte nach seiner Entlassung 2016 in den diplomatischen Dienst zurück. Zuletzt arbeitete er für den Energiekonzern Engie, der ihn nach Bekanntwerden der Verbindungen zu Epstein ebenfalls entließ. Die Bank erklärt, sie kooperiere vollständig mit den Behörden und habe intern reagiert, sobald erste Hinweise vorlagen. Gleichzeitig steht das Institut selbst stärker im Blick. Bereits zuvor war bekannt geworden, dass Epstein in Geschäftsbeziehungen mit Edmond de Rothschild stand.
Dokumente zeigen, dass die Bank ihm 2015 rund 25 Millionen Dollar zahlte, im Zusammenhang mit einem Vergleich mit US-Behörden wegen unversteuerter Vermögen amerikanischer Kunden. Darüber hinaus wurde ein Beratungsvertrag diskutiert, der Epstein bis zu 100 Millionen Dollar hätte einbringen können. Auch Ariane de Rothschild, die heutige Chefin und Eigentümerin, gerät erneut in die Diskussion. E-Mail-Verläufe belegen einen intensiven Austausch über Jahre hinweg, in dem persönliche Themen ebenso eine Rolle spielten wie interne Einblicke in die Bank. Sie selbst erklärte später, das Ausmaß von Epsteins Taten erst mit der Öffentlichkeit erkannt zu haben. Die Ermittlungen treffen eine Bank, die nach außen Stabilität signalisiert und zuletzt solide Zuflüsse gemeldet hat. Doch die Verbindung zu Epstein bleibt ein Risiko, das sich nicht mehr ausblenden lässt. Unsere Recherchen gehen weiter, mit besonderem Blick auf die Rolle von Jean-Luc Brunel und weitere Netzwerke. Brunel gehört dabei zu den zentralen Figuren, die bei uns in den Top 3 geführt werden.
Fortsetzung folgt …