Jeffrey Epstein – Recherchen zeigen: Bitcoin, Thiel, Burns und die Schattenkanäle nach Teheran
Im Sommer 2014 saß Jeffrey Epstein nicht irgendwo auf seiner Insel oder in einem luxuriösen Apartment in Manhattan. Er lief durch Washington, traf Beamte des US-Finanzministeriums, sprach über Kryptowährungen, Iran-Sanktionen, Terrorfinanzierung und internationale Geldströme. Jahre später wirkt genau das wie eine jener Geschichten, die damals kaum jemand ernst nahm und die heute plötzlich eine ganz andere Bedeutung bekommen.
Denn während amerikanische Kriegsschiffe inzwischen Tanker vor Iran stoppen, Wallets beschlagnahmt werden und Milliardenbeträge über Kryptowährungen durch den Nahen Osten laufen, zeigen veröffentlichte E-Mails und interne Unterlagen, dass Epstein schon vor über zehn Jahren mitten in Gesprächen über genau diese Entwicklung auftauchte.
Im August 2014 reiste Epstein nach Washington. Laut seinen Unterlagen traf er Vertreter des Office of Terrorist Financing and Financial Crimes im US-Finanzministerium. Mit dabei war Philip West von der Kanzlei Steptoe, die sich intensiv mit internationalen Sanktionsfragen beschäftigte. Die Beamten wollten verstehen, wie Bitcoin und andere digitale Währungen künftig genutzt werden könnten, um Sanktionen zu umgehen, Waffenlieferungen zu bezahlen oder Geld außerhalb klassischer Bankenstrukturen zu bewegen.
Damals stand Iran massiv unter Druck. Die Obama-Regierung versuchte, Teheran wirtschaftlich weiter einzuengen und gleichzeitig die Atomverhandlungen voranzutreiben. Genau in dieser Phase begannen amerikanische Sicherheitsbehörden zu begreifen, dass Kryptowährungen irgendwann zu einem Problem für die globale Finanzmacht Washingtons werden könnten.
Auch Iran beobachtete die Entwicklung aufmerksam. In Teheran herrschte damals Misstrauen gegenüber Bitcoin. Manche Funktionäre hielten die Technologie sogar für eine mögliche amerikanische Falle oder ein Instrument westlicher Geheimdienste. Trotzdem begann Iran 2014 damit, Kryptowährungen regulatorisch zu erfassen, weil die Sanktionen den Zugang zum internationalen Finanzsystem immer stärker abschnitten.
Epstein bewegte sich zu diesem Zeitpunkt längst in Kreisen, in denen Geheimdienste, Finanzwelt, Waffenhandel und internationale Politik ineinanderliefen. Bereits in den achtziger Jahren hatte er Verbindungen zu Adnan Khashoggi und Stan Pottinger. Khashoggi war tief in internationale Waffengeschäfte verwickelt und spielte eine Rolle im Iran-Contra-Komplex. Pottinger arbeitete mit Konstruktionen rund um Offshore-Firmen, Embargoumgehungen und verdeckte Finanzstrukturen. Epstein kannte diese Welt nicht aus Aktenordnern, sondern aus persönlichem Kontakt.
Nach seinem Treffen im Finanzministerium schrieb Epstein an Joi Ito vom MIT Media Lab. Die Beamten seien „nicht besonders intelligent“ und extrem überzeugt von sich selbst. Später beschwerte er sich bei Kathryn Ruemmler, der früheren Rechtsberaterin Barack Obamas, das Gespräch habe sich angefühlt wie eine Vorlesung an einem Community College.
Im Sommer 2014 saß Jeffrey Epstein nicht irgendwo auf seiner Insel oder in einem luxuriösen Apartment in Manhattan. Er lief durch Washington, traf Beamte des US-Finanzministeriums, sprach über Kryptowährungen, Iran-Sanktionen, Terrorfinanzierung und internationale Geldströme.
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