Ich bin grundsätzlich für jedes Abkommen, dass das Leben der Serben im Kosovo erleichtert und sicherer macht. Solche Forderungen, wie sie Herr Dacic vorbringt, können aber weder im Sinner der Serben, noch der Albaner im Kosovo sein. Denn seien wir mal ehrlich: was bringen zwei paar Institutionen die auf gleicher Ebene konkurieren? Das Ergebnis sieht man doch in Bosnien und Herzegowina und auch in Mazedonien teilweise. Über BiH brauchen wir ja erst gar nicht reden. Und in Mazedonien ist mit dem Ohrider-Rahmenabkommen auch der Schuss nach hinten gegangen. Anstaat die Integration zu fördern, hat es die ethnische Spaltung zusätzlich erhöht, da es keinerlei Integrativen Mechanismen besitzt. Ein solches Abkommen, in dem Serben eigenen Institutionen bekommen, würde das Kosovo genauso ethnisch Spalten. Es muss vielmehr ein gemeinsames Ziel für Albaner und Serben im Kosovo herrschen und das Ziel sollte "Kosovo-Staat aller seiner Bürger" heißen und auch gemeinsam daraufhin gearbeitet werden. Für ein solches Ziel sind Paralellinstitutionen einfach nur hinderlich. Wobei die Serben im südlichen Kosovo ja schon sehr gut integriert sind und keinerlei mit den Albanern haben. Und was die Sicherheit der Serben im Kosovo angeht, das ja so gerne als Argument seitens der serbischen Delegation vorgebracht wird, braucht man nicht viel sagen und einfach die Sicherheitslage der Serben nördlich und südlich des Iberflusses vergleichen.
Ausserdem bin ich der Meinung (und das sind sich auch viele andere), dass die Serben die größtmöglichen Rechte aufgrund der kosovarischen Verfassung genießen. Der nächste Schritt mehr wäre eigentlich nur noch die volle Autonomie der serbischen Gebiete mit allen staatlichen Elementen.
Die gleichen Rechte für die Albaner im Preshevotal wie die der Serben im Kosovo wäre eigentlich der politisch klügste Schritt, den Serbien machen könnte. Den nutzt sie aber nicht und verspielt damit viele, viele Punkte vor der internationalen Gemeinschaft aber auch bei den Politik im Kosovo und den Albanern insgesamt. Dadurch würde Serbien wieder großes Vertrauen in der Kosovopolitik und den Albanern gewinnen und ich hätte mir sogar vorstellen können, dass ein Abkommen zwischen Serbien und Kosovo mit größeren Zugeständnissen für die serbische Delegation drin gewesen wäre. Die serbische Politik hat sich aber leider sehr wenig seit den 90er verändert, nur dass Gewalt nicht mehr angewandt wird.