Der Mann hinter der Genfer Flüchtlingskonvention
Vor 75 Jahren, am 28. Juli 1951, wurde die Genfer Flüchtlingskonvention verabschiedet. Verfasst wurde sie vom österreichischen Völkerrechtler Paul Weis, der sich sein Leben lang für den Rechtsschutz von Flüchtlingen einsetzte – nicht zuletzt, weil er selbst einer war.
„Dass es so etwas gibt wie ein Recht, Rechte zu haben“, schreibt die politische Theoretikerin Hannah Arendt „wissen wir erst, seitdem Millionen von Menschen aufgetaucht sind, die dieses Recht verloren haben und zufolge der neuen globalen Organisation der Welt nicht imstande sind, es wiederzugewinnen.“
In einer Welt, die sich in Nationalstaaten organisiert, gibt es für Arendt einen nicht aufzulösenden Widerspruch in den Menschenrechten: Ihr Schutz versagt in dem Moment, in dem man nicht mehr Teil einer nationalen Gemeinschaft ist. In der Heimat verfolgt zu werden, aber kein Recht darauf zu haben, anderswo aufgenommen zu werden, war Arendts persönliche Erfahrung als deutsche Jüdin, aber auch die Millionen anderer Menschen, die auf der Flucht vor den Nazis waren.
Der wenig erinnerte Jurist
Weniger bekannt als Arendt ist heute ein anderer jüdischer Flüchtling, den das Problem ebenfalls sein Leben lang nicht mehr losgelassen hat: Paul Weis wird 1907 in Wien geboren und studiert dort in den 1920er-Jahren Rechtswissenschaften – unter anderem bei Hans Kelsen, dem Schöpfer der österreichischen Verfassung. Unmittelbar nach dem sogenannten Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wird Weis verhaftet und kommt ins Konzentrationslager Dachau. Weil er ein Jahr später ein Einreisevisum nach Großbritannien erhält, wird er entlassen und flieht nach London, wo er im Bereich des Völkerrechts promoviert.
Vor 75 Jahren, am 28. Juli 1951, wurde die Genfer Flüchtlingskonvention verabschiedet. Verfasst wurde sie vom österreichischen Völkerrechtler Paul Weis, der sich sein Leben lang für den Rechtsschutz von Flüchtlingen einsetzte – nicht zuletzt, weil er selbst einer war.
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