Kopenhagen im Schock – Wie Trumps Griff nach Grönland ein treues Land ins Mark trifft
In diesen Tagen liegt eine bleierne Stimmung über Kopenhagen. Nicht nur wegen des Winters, sondern weil viele Menschen in Dänemark das Gefühl haben, dass etwas Grundlegendes zerbrochen ist. Ein Verhältnis, das über Jahrzehnte gewachsen war, getragen von Loyalität, militärischer Zusammenarbeit und dem festen Glauben, auf derselben Seite zu stehen. Die Drohung des amerikanischen Präsidenten, sich Grönland „auf die eine oder andere Weise“ einzuverleiben, hat dieses Vertrauen erschüttert wie kaum etwas zuvor. Dänische Soldaten hatten Seite an Seite mit US-Truppen im Irak und in Afghanistan gedient, Kameraden verloren, Einsätze durchgestanden, weil Washington darum gebeten hatte. Dass ausgerechnet dieser Verbündete nun Dänemarks Verteidigungsfähigkeit verhöhnt und das Land öffentlich herabsetzt, ist wie ein Schlag in den Magen. Dänemark hatte nie nein gesagt, man hatte Flugzeuge geschickt, Soldaten geschickt, Opfer gebracht. Die aktuellen Worte aus dem Weißen Haus treffen deshalb nicht abstrakt, sondern jeden Dänen persönlich.
Auch im Parlament ist die Verstörung greifbar. Rasmus Jarlov, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses, spricht offen aus, was sonst niemand laut sagt: Natürlich wisse man, dass die USA militärisch überlegen seien. Aber sollte ein NATO-Partner ernsthaft einen anderen angreifen, dann werde man sich verteidigen. Dass er so etwas überhaupt aussprechen müsse, bezeichnet er selbst im nächsten Atemzug als bizarr. Es ist ein Satz, der zeigt, wie weit sich die Lage bereits von allem entfernt hat, was in Dänemark noch vor Kurzem vorstellbar war. Viele empfinden das Verhalten Washingtons wie den Bruch einer Beziehung, von der man glaubte, sie sei stabil. Man dachte, es funktioniere. Offenbar nicht. Dieses Gefühl zieht sich durch Gespräche, Kommentare, Fernsehsendungen. Grönland ist dabei nicht irgendein Territorium, sondern Teil der eigenen Identität, der Grund, warum ein kleines Land auf der Weltbühne Gewicht hat. Fünfzigmal größer als Dänemark selbst, arktisch, roh, symbolisch aufgeladen.
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In diesen Tagen liegt eine bleierne Stimmung über Kopenhagen. Nicht nur wegen des Winters, sondern weil viele Menschen in Dänemark das Gefühl haben, dass etwas Grundlegendes zerbrochen ist. Ein Verhältnis, das über Jahrzehnte gewachsen war, getragen von Loyalität, militärischer Zusammenarbeit...
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