Trotz Gewalt und Reformen
Iran kann Proteste kaum stoppen
Am elften Tag in Folge erschüttert eine Protestwelle den Iran. Das Regime reagiert widersprüchlich darauf – einerseits mit brutaler Härte, andererseits mit Reformversprechungen. Analysten schließen nicht mehr aus, dass die Wirtschaftsmisere, die Menschenmassen auf die Straße getrieben hat, das Regime zu Fall bringen könnte. Wie vor drei Jahren geht es inzwischen aber auch wieder um staatliche Repressionen und politische Rechte.
Seit Ende Dezember erschüttert eine Protestwelle den Iran. Ausgelöst wurde sie durch einen plötzlichen Absturz der landeseigenen Währung Rial und die wirtschaftliche Lage, die täglich schlechter wird. In Teheran gingen zunächst wütende Händler spontan auf die Straße.
Inzwischen haben sie sich auf viele Landesteile ausgeweitet – und gehen weit über den wirtschaftlichen Frust hinaus. Die größten Proteste gab es in den westlichen Provinzen. Bisher kam es laut dem in den USA ansässigen Menschenrechtsnetzwerk HRANA in 37 Städten und 24 der insgesamt 31 Provinzen zu Protesten. Aus Solidarität traten am Donnerstag auch zahlreiche Händler in den kurdischen Regionen in Streik, wie die Menschenrechtsorganisation Hengaw mit Sitz in Norwegen berichtete.
Prozesse im Schnellverfahren
Am Donnerstag strömten zahlreiche Menschen zu einer Massendemo in Teheran, wie auf von der Nachrichtenagentur AFP verifizierten Aufnahmen zu sehen war. Auch aus weiteren iranischen Städten, etwa Täbris und Maschhad, übertrugen persischsprachige Exilsender Aufnahmen erheblicher Proteste.
Am elften Tag in Folge erschüttert eine Protestwelle den Iran. Das Regime reagiert widersprüchlich darauf – einerseits mit brutaler Härte, andererseits mit Reformversprechungen. Analysten schließen nicht mehr aus, dass die Wirtschaftsmisere, die Menschenmassen auf die Straße getrieben hat, das...
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