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Iran News....

Mehr Freiheiten, mehr Hinrichtungen – Irans paradoxer Zustand und die Angst vor der Jugend
Wer heute ohne Kopftuch durch Teheran geht, wird nicht mehr aufgehalten. Keine Ermahnungen, keine Strafzettel, kein Zugriff. Junge Frauen wie Sahar, die an der Universität forscht, machen davon Gebrauch – außerhalb des Campus läuft sie demonstrativ mit offenem Haar. Auf den Straßen ist spürbar, dass das System ins Wanken geraten ist, zumindest in seiner Durchsetzungskraft. Auch Frauen auf Motorrädern, nächtliche Konzerte, versteckter Alkoholausschank – all das hat zugenommen. Doch die Fassade täuscht: Die Gesetze bleiben bestehen. Der Hijab-Zwang ist nicht abgeschafft, sondern nur ausgesetzt. Jederzeit kann der Rückschritt per Fingerzeig erfolgen.

Rockmusik ist im Iran verboten – Szenen wie diese waren noch vor wenigen Jahren undenkbar. Eine Rockband spielt auf offener Straße „Seven Nation Army“, während sich Männer und Frauen versammeln, tanzen und völlig frei feiern. Keiner greift aktuell ein. Seit den Protesten nach dem Tod von Mahsa Jina Amini hat das Regime große Schwierigkeiten, die strikte Durchsetzung des Hidschab wieder vollständig durchzusetzen und öffentliche Ausdrucksformen wie diese zu unterbinden. Die aktuellen Proteste sind keine spontane Erscheinung.

Dazu passt die Erklärung des Präsidenten, man höre auf das Volk. Doch dass ein Mann wie Masud Pezeschkian diesen Schritt gehen konnte, bedeutet nicht, dass das Regime weicher geworden ist. Im Gegenteil. Die Sicherheitsapparate operieren härter denn je. Die Nobelpreisträgerin Narges Mohammadi, ohnehin seit Jahren in Haft, wurde bei einer Gedenkveranstaltung in Mesched brutal zusammengeschlagen und erneut verhaftet. Im selben Jahr wurden in Iran mindestens 1922 Menschen hingerichtet – doppelt so viele wie beim bisherigen Höchststand von 2015. Der größte Teil dieser Todesurteile betrifft Drogendelikte. Politische Hinrichtungen sind selten, aber präsent – wie im Fall des Rappers Tataloo, der wegen angeblicher Gotteslästerung zum Tode verurteilt wurde.

 

Arina Moradi, a spokeswoman for Hengaw Organization for Human Rights, which focuses on Kurdish human rights issues, said that 10 people have been killed so far, including a 15-year-old. Those reported killed were all male, mostly in their 20s and 30s.
Wie bei den feministischen Protesten von 2022 wurden auch diesmal mehr Männer getötet, welche sich für die Freiheit aller opfern. Sogar für die Frauenrechte sind also mehr Männer gestorben als Frauen.
 
Proteste: Trumps Aussagen „gefundenes Fressen“ für iranisches Regime (Videobericht im Link)
Im Iran finden seit Tagen Massenproteste gegen die Regierung wegen der wirtschaftlichen Lage statt. US-Präsident Donald Trump hatte der iranischen Regierung bereits mit einem Eingriff gedroht. Diese Drohung sei ein „gefundenes Fressen“ für das Regime, analysiert Korrespondentin Rosa Lyon.

 
Machtprobe im Krisenstaat – Trumps Drohung, Irans Warnungen und ein Volk im Aufstand
Die Islamische Republik Iran steht am Rand der nächsten großen Eskalation. Seit Tagen breiten sich im ganzen Land Proteste aus, die aus wirtschaftlicher Verzweiflung geboren wurden und sich in eine offene Rebellion gegen das Regime verwandeln. Auslöser war der Absturz der Landeswährung – über 1,45 Millionen Rial für einen US-Dollar – begleitet von einer Inflation jenseits der 40- 50 Prozent-Marke. Im Großen Basar von Teheran regte sich erster Widerstand, mittlerweile schließen sich Studierende, Arbeiter und Familien aus allen Landesteilen an. In Städten wie Isfahan, Kermanschah und Hamedan, aber auch in ländlichen Gebieten, rufen Demonstrierende „Tod dem Diktator“.

Das Regime antwortet wie gewohnt: mit Tränengas, Gummigeschossen, scharfer Munition und Massenverhaftungen. Mindestens acht Menschen wurden bisher getötet. Darunter: Mostafa, 15, Amirhossein Khodayari, 22, Sajjad Valamanesh, 28, Shayan Asadollahi, 28, Ahmad Jalil, 21, Khodadad Shirvani, 37, Vahab Ghaedi und Dariush Ansari, 37. Bei der Beerdigung von Khodayari vertrieben Trauernde Sicherheitskräfte, die sich unter die Anwesenden gemischt hatten. Sein Vater widersprach öffentlich der Regierungsbehauptung, sein Sohn sei Mitglied der Basidsch gewesen. Selbst staatlich kontrollierte Medien ruderten später zurück.

Auf internationaler Ebene spitzt sich die Lage ebenfalls zu. US-Präsident Trump schrieb am Freitag auf Truth Social: „Wenn das Regime friedliche Demonstranten tötet, werden wir ihnen zur Hilfe kommen. Wir sind geladen und bereit.“ Die Reaktion aus Teheran folgte prompt. Sicherheitsratsekretär Ali Laridschani warf den USA und Israel vor, die Proteste anzustacheln. Außenminister Araghchi erklärte: „Unser Volk wird jede Einmischung mit aller Kraft zurückweisen. Unsere Streitkräfte wissen genau, wohin sie zielen müssen.“ Ayatollah-Berater Ali Shamkhani warnte: „Jede fremde Hand, die sich zu nah an Irans Sicherheit wagt, wird abgetrennt.“

 
Augenzeugen: Wieder Tote bei andauernden Unruhen im Iran
Bei den andauernden Unruhen im Iran ist es gestern nach Angaben von Augenzeugen im Westen des Landes zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstrierenden und Sicherheitskräften gekommen. Augenzeugen in der Provinz Ilam berichten von mehreren Toten und ebenso vielen Verletzten in der Kleinstadt Malekschahi. Zudem seien mehrere Demonstrierende festgenommen worden.

Da die Behörden keine genauen Zahlen zu Festnahmen und Todesfällen nennen, lassen sich die Berichte in den sozialen Netzwerken sowie die vorliegenden Aussagen von Augenzeugen nicht unabhängig verifizieren. Die Polizei spricht jedoch von einem „bewaffneten Aufstand“, der konsequent bekämpft werden müsse.

Auch in der Hauptstadt Teheran berichteten Augenzeugen von einer neuen Verhaftungswelle gegen die Demonstrierenden. Besonders im Stadtzentrum und in der Nähe der Universität Teheran soll es erneut zu heftigen Protesten und Zusammenstößen mit Polizei und Sicherheitskräften gekommen sein. Es soll auch zu Festnahmen gekommen sein.

Chamenei fordert Härte
Den Augenzeugen zufolge könnte die Rede des obersten Führers Ali Chamenei die Sicherheitskräfte ermutigt haben, in Ilam härter gegen die Demonstrierenden vorzugehen.

 
Proteste im Iran: Regierung kündigt Finanzhilfen an
Angesichts der Proteste im Iran hat die Regierung eine befristete Finanzhilfe für alle Bürgerinnen und Bürger angekündigt. Jeder Iraner erhalte viermal eine monatliche Unterstützung von jeweils umgerechnet sechs Euro, teilte eine Regierungssprecherin gestern im Staatsfernsehen mit. Ziel sei es, „den wirtschaftlichen Druck auf die Bevölkerung zu verringern“. Der Durchschnittslohn im Iran beträgt etwa 170 Euro pro Monat, der Mindestlohn liegt bei etwa 85 Euro pro Monat.

Präsident mahnt Sicherheitskräfte
Der als gemäßigt geltende iranische Präsident Massud Peseschkian hatte zuvor das Innenministerium zu einem „freundlichen und verantwortungsvollen“ Umgang mit den Demonstranten aufgefordert. Die Gesellschaft lasse sich nicht mit Gewalt überzeugen oder beruhigen, wurde er von staatlichen Medien zitiert.

Das sind die bisher versöhnlichsten Töne der iranischen Führung, die zwar die wirtschaftliche Not der Bevölkerung anerkannt hat, aber gewaltsam gegen die Proteste vorgeht. Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, zeigte zwar Verständnis für die wirtschaftlichen Forderungen der Demonstranten, richtete zugleich jedoch eine Warnung an „Aufrührer“.

Zahl der Toten unklar

 
Klar, Putin als Massenmörder und Kriegsverbrecher hat Verständnis für solche Typen.
Proteste und US-Drohungen
Irans Oberster Führer plant offenbar Flucht nach Moskau
Im Iran spitzt sich die Lage weiter zu. Laut Berichten plant der Oberste Führer des Iran bereits die Flucht nach Moskau. Aus Washington kommen Drohungen.

Über die letzten Tage im Dezember bis ins neue Jahr erlebt der Iran eine neue Welle breiter Massenproteste gegen das Regime des Obersten Religionsführers Ajatollah Chamenei. Hauptgrund dafür ist der erneute Zusammenbruch der iranischen Wirtschaft. Die Währung ist massiv abgerutscht, zugleich kletterte die Inflationsrate auf über 52 Prozent. Die derzeitigen Proteste sind die größten seit den "Frau, Leben, Freiheit"-Protesten, die nach der gewaltsamen Ermordung der Iranerin Jina Mahsa Amini im Jahr 2022 ausbrachen.

Auch in Teheran scheint die Besorgnis innerhalb der autoritären Führung zu wachsen. Laut einem Bericht der britischen Zeitung "The Times" soll der Oberste Führer Chamenei bereits einen Fluchtplan nach dem Vorbild des ehemaligen syrischen Diktators Baschar al-Assad vorbereitet haben. Demnach plane der 86-Jährige, für den Fall eines Kontrollverlusts im Land oder einer Desertion des Militärs mit rund 20 Vertrauten und Familienmitgliedern nach Moskau zu fliehen.

Chameneis 95-Milliarden-Netzwerk
Der Fluchtplan sehe unter anderem vor, Vermögenswerte, Auslandsimmobilien und Bargeld zusammenzuführen, um eine sichere Ausreise aus Teheran zu ermöglichen, so die Quelle. Chamenei verfügt seit Jahren über ein weitverzweigtes Vermögensnetzwerk. Teile davon sind beim mächtigen Setad-Konzern gebündelt, einer halbstaatlichen Stiftungskonstruktion, die für ihre Intransparenz bekannt ist. Nach einer Reuters-Recherche aus dem Jahr 2013 soll das von Chamenei kontrollierte Vermögen rund 95 Milliarden Dollar betragen.

 
Das iranische Mullah-Regime ist von innen und außen unter Feuer
Für Teheran ist der Verlust seines engen internationalen Freundes, Nicolás Maduro, eine Katastrophe. Man arbeitete bei der Sanktionsumgehung zusammen

Die nüchternen Zahlen zu Wochenbeginn zeigen, wie sich die Protestwelle im Iran ausbreitet und dass der Gewaltpegel steigt: 88 Städte in 27 von 31 Provinzen waren bereits erfasst, 30 Tote und mehr als 1200 Festnahmen wurden gezählt. Noch weisen Beobachter darauf hin, dass die Demonstrationen nicht das Ausmaß von 2022 erreicht haben – aber sie laufen erst seit einer guten Woche. Besonders brutal scheint die Antwort der Sicherheitskräfte in jenen Landesteilen zu sein, deren ethnische oder religiöse Minderheiten vom Regime zusätzlich zum Aufruhr des "Separatismus" beschuldigt werden: in Kurdistan und in Belutschistan.

In Teheran beschränkte sich die Unruhe noch weitgehend auf den Bazar, auf die Universitäten und auf sozial schwächere Viertel, was den ursprünglich wirtschaftlichen Hintergrund der Proteste ausweist. Es sind Überlebensfragen, die die Menschen auf die Straße treiben. Viele Wohlhabendere waren am Wochenende im Norden der Stadt Skifahren, wie immer. Aber niemand, wohl nicht einmal das Regime selbst, würde die Lage kleinreden. Denn diesmal kommt die Gefahr von zwei Seiten, von außen und von innen: Demonstranten, einige davon gewaltbereit, die "Nieder mit dem Diktator!" rufen; und Drohungen vonseiten der USA und von Israel, die nach dem 12-Tage-Krieg im Juni 2025 nicht mehr unrealistisch klingen.

 
Im Iran wurde das Internet aufgrund von Massenprotesten komplett abgeschaltet.

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