Agenten sind die nächste Dimension der KI: Was bedeutet das technisch, praktisch und rechtlich?
"Agentic AI" beantwortet nicht nur Fragen, sondern trifft Entscheidungen. Wie diese Systeme funktionieren, wo sie eingesetzt werden – und welche rechtlichen Risiken bestehen
Technische Grundlagen
KI beantwortet nicht mehr nur Fragen. Sie übernimmt Aufträge. Mit "Agentic AI" rückt eine Generation von Systemen ins Zentrum, die nicht bloß auf einen Prompt reagiert, sondern ein Ziel verfolgt: Informationen beschaffen, Zwischenschritte planen, Werkzeuge einsetzen und den nächsten Schritt selbst wählen. Der Begriff leitet sich vom englischen "agency" ab, also von Handlungsfähigkeit. Genau darin liegt der Unterschied zur Chatbot-Logik: Nicht die einzelne Antwort steht im Mittelpunkt, sondern die Fähigkeit, wirksam zu handeln. Neu ist weniger das Sprachmodell als seine Einbettung in ein digitales Handlungssystem. Klassische Chat-KI arbeitet meist reaktiv: Sie beantwortet eine Frage und verliert ohne zusätzlichen Speicher rasch den größeren Zusammenhang. Agentische Systeme halten Kontext über längere Zeit, greifen auf Gedächtnisse oder Datenbanken zu und leiten aus früheren Schritten ab, was als Nächstes sinnvoll ist. Sie zerlegen ein Ziel in Teilaufgaben, setzen Prioritäten und korrigieren ihren Kurs, wenn ein Versuch scheitert.
Zu ihren Kernmerkmalen gehören Autonomie, Gedächtnis, Werkzeuggebrauch sowie Planung und Schlussfolgern. Autonomie heißt: Ein System kann mehrere Schritte ohne ständige menschliche Anweisung ausführen. Gedächtnis bedeutet, dass relevante Informationen nicht nach jeder Antwort verloren gehen. Werkzeuggebrauch hebt Agenten aus der Welt des bloßen Textes heraus: Sie steuern Suchmaschinen, Kalender, Datenbanken oder Schnittstellen an und lösen damit konkrete Aktionen in digitalen Prozessen aus. Hinzu kommt die Arbeitsteilung. In Multi-Agenten-Systemen übernehmen spezialisierte Modelle unterschiedliche Rollen – eines recherchiert, eines bewertet, eines formuliert, ein weiteres kontrolliert die Qualität. Wer zum Beispiel eine Dienstreise organisieren will, könnte nur noch das Ziel nennen. Das System prüft Termine, vergleicht Verbindungen, achtet auf Budgetgrenzen und legt erst dann einen Vorschlag vor.
www.derstandard.at
"Agentic AI" beantwortet nicht nur Fragen, sondern trifft Entscheidungen. Wie diese Systeme funktionieren, wo sie eingesetzt werden – und welche rechtlichen Risiken bestehen
Technische Grundlagen
KI beantwortet nicht mehr nur Fragen. Sie übernimmt Aufträge. Mit "Agentic AI" rückt eine Generation von Systemen ins Zentrum, die nicht bloß auf einen Prompt reagiert, sondern ein Ziel verfolgt: Informationen beschaffen, Zwischenschritte planen, Werkzeuge einsetzen und den nächsten Schritt selbst wählen. Der Begriff leitet sich vom englischen "agency" ab, also von Handlungsfähigkeit. Genau darin liegt der Unterschied zur Chatbot-Logik: Nicht die einzelne Antwort steht im Mittelpunkt, sondern die Fähigkeit, wirksam zu handeln. Neu ist weniger das Sprachmodell als seine Einbettung in ein digitales Handlungssystem. Klassische Chat-KI arbeitet meist reaktiv: Sie beantwortet eine Frage und verliert ohne zusätzlichen Speicher rasch den größeren Zusammenhang. Agentische Systeme halten Kontext über längere Zeit, greifen auf Gedächtnisse oder Datenbanken zu und leiten aus früheren Schritten ab, was als Nächstes sinnvoll ist. Sie zerlegen ein Ziel in Teilaufgaben, setzen Prioritäten und korrigieren ihren Kurs, wenn ein Versuch scheitert.
Zu ihren Kernmerkmalen gehören Autonomie, Gedächtnis, Werkzeuggebrauch sowie Planung und Schlussfolgern. Autonomie heißt: Ein System kann mehrere Schritte ohne ständige menschliche Anweisung ausführen. Gedächtnis bedeutet, dass relevante Informationen nicht nach jeder Antwort verloren gehen. Werkzeuggebrauch hebt Agenten aus der Welt des bloßen Textes heraus: Sie steuern Suchmaschinen, Kalender, Datenbanken oder Schnittstellen an und lösen damit konkrete Aktionen in digitalen Prozessen aus. Hinzu kommt die Arbeitsteilung. In Multi-Agenten-Systemen übernehmen spezialisierte Modelle unterschiedliche Rollen – eines recherchiert, eines bewertet, eines formuliert, ein weiteres kontrolliert die Qualität. Wer zum Beispiel eine Dienstreise organisieren will, könnte nur noch das Ziel nennen. Das System prüft Termine, vergleicht Verbindungen, achtet auf Budgetgrenzen und legt erst dann einen Vorschlag vor.
Agenten sind die nächste Dimension der KI: Was bedeutet das technisch, praktisch und rechtlich?
"Agentic AI" beantwortet nicht nur Fragen, sondern trifft Entscheidungen. Wie diese Systeme funktionieren, wo sie eingesetzt werden – und welche rechtlichen Risiken bestehen
