Angst vor der Dürre, aber "öko" ist pfui
Klimaschutz und der Kampf gegen die menschengemachte Klimaerhitzung ist von der politischen Prioritätenliste gerutscht. Das kann nicht nur ökologisch fatale Folgen haben
Nicht einmal 15 Prozent der für April erwarteten Regenmenge fiel in einigen Gebieten Österreichs. Bauern rechnen jetzt schon mit Ernteausfällen, die Landwirtschaftskammer ist alarmiert.
Eine zentrale Aussage des im Februar 2022 veröffentlichten zweiten Teils des Sechsten Sachstandsberichts des Weltklimarats (IPCC) ist, dass Dürren immer häufiger auftreten, sie schwerwiegender sind und immer mehr Regionen der Welt betreffen. Die Ursache: der Klimawandel.
Nicht, dass dieser Zusammenhang nicht hinlänglich bekannt wäre. Nicht, dass alle ernst zu nehmenden Forschenden nicht immer wieder davor warnten: Die aktuelle Erhitzung der Erde ist menschengemacht. Also sollten wir Menschen alles daran setzen, diese Entwicklung zumindest zu verlangsamen. Trotzdem scheint "öko" in der Politik momentan keine Priorität zu haben. Im Gegenteil: In manchen Kreisen gilt "grün" fast als Schimpfwort.
Klimawandel egal
Im neuen Doppelbudget der Dreierkoalition fehlt jeglicher Beitrag zum Klimaschutz, und im Sorgenbarometer der Österreicher ist Klimawandel, laut aktueller Ipsos-Umfrage aus April, weit nach unten gerutscht. Die ÖVP tut gerade so, als sei ihre vormalige Koalition mit den Grünen ein bedauerlicher Irrtum gewesen, der Österreichs Steuerzahler blöderweise viel Geld gekostet hat.
Es ist wohl wahr, dass das "Beste aus beiden Welten" unter türkis-grüner Führung mehr teuer als lieb war. Andererseits wurden wichtige Projekte auf den Weg gebracht, wie etwa das Klimaticket, die Modernisierung der Bahn oder der Ausbau von Windkraft und Photovoltaik. Und die ÖVP "vergisst" wohlweislich, dass die ganze Chose auch deshalb so kostspielig wurde, weil sich die Kanzlerpartei jeden grünen Schritt mit Zugeständnissen für die eigene Klientel abkaufen ließ. So kommt es, dass Pendlerpauschale und Dieselprivileg mittlerweile ein fast so großes Tabu in Österreichs Innenpolitik darstellen wie die Neutralität.
Klimaschutz und der Kampf gegen die menschengemachte Klimaerhitzung ist von der politischen Prioritätenliste gerutscht. Das kann nicht nur ökologisch fatale Folgen haben
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