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Klimawandel + Umweltschutz

„Früher war es auch heiß.“
Ja. War es. Niemand hat behauptet, dass die Sommer früher aus Schneematsch, Wollsocken und Kamillentee bestanden.
Aber genau hier liegt der Trick in diesem Satz: Er tut so, als ginge es um einzelne heiße Tage. Darum geht es aber nicht.
Es geht darum, wie oft diese heißen Tage inzwischen kommen.
Deutschland: deutlich mehr heiße Tage.
Österreich: deutlich mehr Hitzetage.
Berlin: deutlich mehr Hitzetage.
Wien: deutlich mehr Hitzetage.
Nicht ein einzelner heißer Dienstag ist der Klimawandel. Nicht ein Sommerbadetag. Nicht die Erinnerung an „damals hatten wir auch 32 Grad“.
Der Klimawandel zeigt sich daran, dass solche Tage häufiger werden. Dass Hitzeperioden öfter auftreten. Dass aus Ausnahme langsam Normalität wird.
Genau das zeigen diese Grafiken.
Und ja, wer keiner Statistik traut, darf gerne beim eigenen Thermometer anfangen. Raus damit, mitschreiben, jedes Jahr vergleichen. Nicht nur an den Tagen, an denen es ins Bauchgefühl passt.
Dann merkt man irgendwann: Das Problem ist nicht, dass es früher nie heiß war.
Das Problem ist, dass es heute viel öfter heiß ist.
Und genau das ist der besagte Klimawandel.
Aber gut, vielleicht ist ja nicht das Klima wärmer geworden, sondern nur das Thermometer woke.

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Seit Sonntag über 200 Hitzetote in Spanien
In Spanien sind wegen der großen Hitze in den vergangenen Tagen laut Behördenangaben mehr als 200 Menschen gestorben.

Mindestens 212 Todesfälle zwischen Sonntag und gestern könnten den extremen Temperaturen zugeordnet werden, erklärte das Gesundheitsinstitut Carlos III. heute.

Die Schätzung basiert auf einer Datenbank, mit der die aktuellen täglichen Sterbefälle mit statistischen Daten aus der Vergangenheit abgeglichen werden. Insgesamt gab es in Spanien zwischen Mitte Mai und Ende September vergangenen Jahres 3.832 Hitzetote.

Frankreich: Wärmste Nacht gemessen
Indes erreichen die Temperaturen durch die intensive Hitzewelle in Frankreich neue Höchstwerte. Mit einer durchschnittlichen Mindesttemperatur von 22 Grad erlebte das Land in der Nacht auf heute zum zweiten Mal in kurzer Folge die wärmste Nacht seit Beginn der Aufzeichnungen. Der vorherige Höchstwert war mit 21,6 Grad erst in der Nacht auf Dienstag erreicht worden. Dienstag und gestern waren zudem die heißesten Tage seit Aufzeichnungsbeginn.

Gestern starb ein Dreijähriger nahe Paris im Auto seiner Eltern. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war das Kind in einem unbeobachteten Moment selbstständig in das Auto geklettert. Da die Kindersicherung aktiviert war, konnte es anschließend nicht wieder hinaus. In der Sonne heizen sich Autos rasend schnell auf, sodass der Tod durch Hitzschlag droht.

Trinkwasser wird in einigen Orten knapp
In mehreren Orten im Umland von Paris wird das Trinkwasser knapp. Die Bewohnerinnen und Bewohner von neun Dörfern im Departement Val d’Oise sollten vorerst mit Plastikflaschen versorgt werden, wie das Unternehmen Veolia heute mitteilte.

Betroffen waren insgesamt etwa 8.300 Menschen. Der Wasserverbrauch war wegen der Hitzewelle in der Gegend um 30 Prozent gestiegen. Das hatte zur Folge, dass das Wasserversorgungsnetz nicht mehr ausreichte.

 
Erderwärmung
Jahr für Jahr neue Temperaturrekorde
In Europa herrscht derzeit eine Hitzewelle, und auch weltweit bewegen sich die Durchschnittstemperaturen in Richtung neuer Rekorde. Laut Fachleuten des Grazer Wegener Center wird das Plus gegenüber dem vorindustriellen Niveau 2026 voraussichtlich 1,62 Grad Celsius betragen, 2027 sogar 1,71 Grad.

Auch der langfristige Anstieg – ein Mittelwert über 20 Jahre – überschreite bereits ab 2026 das 1,5-Grad-Limit des im Jahr 2015 beschlossenen Pariser Klimaabkommens.

„Eine derart frühe und genaue Vorhersage gleich für zwei Jahre, und das kombiniert mit einer langfristigen bis 2035, das ist ein echtes Novum. Wir verstehen mittlerweile den Wärmeantrieb durch die menschengemachten Treibhausgasemissionen im Zusammenwirken mit natürlichen Schwankungen wie El Niño so gut, dass wir die Prognose zuverlässig erstellen konnten“, sagte Gottfried Kirchengast, Klimaforscher am Wegener Center und Institut für Physik der Universität Graz.

 
Die aktuelle Hitzewelle hätte es ohne den Klimawandel nie gegeben
Eine neue Attributionsstudie zeigt: Wir haben es mit der schlimmsten Hitzeperiode seit Aufzeichnungsbeginn zu tun. El Niño spielt dabei jedoch keine Rolle

Wenn man dieser Tage in Wien, Lyon oder Madrid in der Hitzehölle schmort und die Nächte keine Abkühlung mehr bringen, hat man die Erklärung schnell zur Hand: der Klimawandel, natürlich. Der Reflex ist verständlich, doch ein einzelnes Wetterereignis ist nicht Klima, und kein Sommer, so heiß er auch sein mag, beweist für sich genommen einen Zusammenhang. Um den Beitrag der Erwärmung sauber von einer natürlichen Wetterlaune zu trennen, braucht es Zahlen und Datenreihen.

Die Frage ist letztlich, um wie viel wahrscheinlicher und intensiver die Erderwärmung eine konkrete Hitzewelle gemacht hat. Wissenschaftlich fundierte Antworten sollen sogenannte Attributionsstudien liefern. Sie vergleichen die heutige Welt mit einer fiktiven zweiten, in der es die vom Menschen verursachte Erwärmung nie gegeben hat. Dazu kombinieren die Forschenden langjährige Wetterbeobachtungen mit einer ganzen Reihe von Klimamodellen und berechnen, wie häufig und wie massiv ein Ereignis wie die aktuelle Hitze in beiden Welten auftreten würde.

Aus dem Unterschied lässt sich beziffern, welchen Anteil der Klimawandel an einem bestimmten Extremereignis trägt und ob er es wahrscheinlicher gemacht hat. Die Methode ist über Jahre entwickelt und in eigenen Fachpublikationen begutachtet worden; die Initiative World Weather Attribution (WWA) allein hat damit bereits mehr als hundert solcher Analysen vorgelegt.

 
Verharmlosender Umgang mit der Klimakrise: Mit Wasserball und Sonnencreme in die Apokalypse
"Heimat"-Partei FPÖ und Verbrenner-Fraktion ÖVP sind angesichts der lebensgefährlichen Hitze recht still, der Boulevard lenkt ab und die SPÖ hält am Lobautunnel fest

Die extreme Hitze, die derzeit ganz Kontinentaleuropa erlebt, ist lebensgefährlich und zeigt auch die Grenzen unserer Infrastruktur auf, die nicht für solche Temperaturen gemacht ist. Neun Tage über 30 Grad zählte man im Schnitt in den 1970er-Jahren noch in Wien. Heute sind es ungefähr 50. Auch die Landwirtschaft wird darunter zusammenbrechen.

Spiel mit der Angst
Wie schafft die "Heimat"-FPÖ, die Veränderung selbst gegenüber Menschen, die sich an die 1970er erinnern, zu leugnen? Und wie schaffen es die Verbrenner-Fraktion der ÖVP und die Lobau-Tunnelgraber der SPÖ, die Situation herunterzuspielen?

Bei rechtsextremen Parteien ist es die immer gleiche Strategie. Das Spiel mit der Angst der Menschen. Krisen, die der FPÖ zupasskommen, werden aufgeblasen. Der Migrant, der einem jede Wohnung, den Job und am Ende die Frau wegnimmt, lauert an jeder Ecke.

 
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