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Klimawandel + Umweltschutz

Klimawandel: Sie sticht bei Tag und wandert nach Norden: die Tigermücke erobert Europa
Im September 2024 kamen in der Küstenstadt Fano an der italienischen Adria Patienten in die Notaufnahme, deren Beschwerden niemand recht deuten konnte. Ein Ausschlag an Händen und Füßen, dazu Fieber und ein rebellierender Magen. Die Ärzte schickten Probe um Probe ins Labor, bis eine anschlug, positiv auf Dengue, eine von Mücken übertragene Viruskrankheit, die man sonst aus den Tropen kennt. Man prüfte die Übrigen, und auch sie trugen das Virus. Das Rätselhafte war, dass keiner von ihnen verreist gewesen war. Das Einzige, was sie verband, war der Besuch eines bestimmten Viertels von Fano.

Es war nicht das erste Mal, dass sich Dengue auf dem europäischen Festland vor Ort ausbreitete, aber es war das größte Mal. 199 Fälle wurden zwischen Mitte August und Mitte Oktober 2024 gezählt. In denselben Jahren meldeten europäische Länder auch andere von Mücken getragene Viren, das Chikungunya-Fieber, das die Gelenke schwellen lässt, und das West-Nil-Virus. In einer sich erwärmenden Welt bleiben die sogenannten Tropenkrankheiten nicht länger den Tropen vorbehalten. Die Hauptverantwortliche trägt einen Namen, der schon eine Wanderung erzählt. Aedes albopictus, die Asiatische Tigermücke, längst auf allen Kontinenten heimisch. Anders als viele ihrer Verwandten sticht sie bei Tag wie bei Nacht. In Europa hat sie sich vor allem im Süden festgesetzt, und sie wird nach Norden ziehen, sagt Riccardo Moretti, der an der italienischen Forschungsagentur ENEA seit über 20 Jahren an ihr arbeitet.

 
Brände
„Klimakrise verändert Umwelt rasant“
Die Waldbrände in Spanien und Frankreich haben ein Ausmaß angenommen, das in der jüngeren Geschichte der Länder beispiellos ist. Hunderttausende Menschen mussten fliehen, mehr als ein Dutzend kam in den Flammen ums Leben. Dass die Klimakrise töte, hieß es zuletzt auch von Spaniens Regierung, die am Dienstag weitere Maßnahmen zur Bewältigung der Klimanotlage bekanntgab. Von einer solchen spricht auch der renommierte deutsche Klimaforscher Stefan Rahmsdorf.

Was die Waldbrände tatsächlich bedeuten, musste auch Rahmsdorf kürzlich erfahren, als er im französischen Lacanau Urlaub machte. Bilder der Brände, die er in den sozialen Netzwerken teilte, musste er als „echt“ verteidigen. Am Dienstag sagte er gegenüber der „Zeit“: „In der Klimakrise verändert sich unsere Umwelt so rasant, dass es manchmal kaum noch glaubhaft wirkt. Katastrophen ereilen die Menschen im Alltag und eben auch mitten im Urlaub.“

Ähnlich wie Rahmsdorfs Urlaubsfotos sorgt gerade ein weiteres surreal wirkendes Bild für Aufsehen im Internet. Es wurde ebenso in Lacanau aufgenommen und zeigt eine Frau und einen Mann auf dem Strand, im Hintergrund das Meer und dichte Rauchwolken. Schon jetzt sei es ein Symbol dafür, wie schwer sich die Menschheit damit tue, mit den Folgen des Klimawandels umzugehen, schrieb dazu die „Süddeutsche Zeitung“ („SZ“).

 
Das ist die Loire, der längste Fluss Frankreichs, Mitte Juli 2026. Die Klimakrise kommt nicht irgendwann. Die Klimakrise ist jetzt. Wann wachen wir endlich auf?

Frankreich leidet Mitte Juli 2026 unter einer extremen Hitzewelle und Wasserknappheit.
Die Loire, der längste Fluss Frankreichs, führt kaum noch Wasser.

Zu wenig Wasser bedeutet Ernteausfälle, Nahrungsmittelknappheit und fehlendes Trinkwasser.
Kraftwerke müssen abgeschaltet werden, weil sie nicht mehr ausreichend gekühlt werden können.
Hunderttausende sind vor Waldbränden geflohen.
Viele Menschen sterben an der Hitze.

Die Klimakrise kommt nicht irgendwann – sie ist jetzt.
Wann wachen wir endlich auf?

Foto: Michael Bonvalot / standpunkt.press
Bildquelle: Le Parisien

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Neues Tool soll Klimaprognosen erleichtern
Um zu bewerten, wie sich der Klimawandel auf verschiedene Regionen auswirkt, muss derzeit eine komplexe Abfolge von Modellen ausgeführt werden. Ein Team des Internationalen Instituts für angewandte Systemanalyse (IIASA) entwickelte nun ein Tool, mit dem sich Prognosen schneller erstellen lassen.

Zudem werden damit gleichzeitig die Unsicherheiten berücksichtigt, die zukünftige Klimarisiken prägen. „Klimarisiken lassen sich nicht mit einer einzigen Zahl beschreiben, sondern umfassen eine Bandbreite plausibler Ergebnisse“, so Hauptautor Niklas Schwind vom IIASA in Laxenburg (Niederösterreich) in einer Aussendung.

Die neue Methode namens RIME-X, die im Fachjournal „Geoscientific Model Development“ vorgestellt wurde, ermögliche es, diese gesamte Bandbreite für eine Vielzahl von Regionen, Szenarien oder Indikatoren schnell zu visualisieren und zu nutzen. Dabei werden Unsicherheiten in der globalen Klimareaktion, Unterschiede zwischen den Modellen und natürliche Klimaschwankungen berücksichtigt.

Nutzerinnen und Nutzer des neuen, frei verfügbaren Tools können rasch das gesamte Spektrum plausibler regionaler Klimaauswirkungen über viele verschiedene Szenarien hinweg untersuchen, ohne die gesamte Modellierungskette durchlaufen zu müssen. RIME-X bildet bereits die Grundlage für den öffentlich zugänglichen „Climate Impact Explorer“. Damit lässt sich abschätzen, wie sich die Auswirkungen des Klimawandels im Laufe der Zeit auf Kontinenten, in Ländern und Regionen bei unterschiedlichen Erwärmungsniveaus verstärken werden.

 
Hitze, Kälte, Kulturkampf: Der Streit um die Klimaanlage
Lange galten Klimaanlagen in Europa als Luxus. Doch mit jeder neuen Hitzewelle werden sie mehr zur Notwendigkeit – obwohl sie das Klimaproblem verschärfen

Früher war der Juni eine Jahreszeit, in der sich der Sommer spürbar ankündigte, aber noch nicht ganz da war. Abends konnte man oft schon kurzärmelig draußen sitzen. Die Vegetation stand im satten Grün, von Austrocknung keine Spur. Fürs Freibad war es dagegen häufig noch zu kühl.

Dieses Jahr brach bereits im Juni die erste große Hitzewelle über Österreich herein. Die Temperaturen überschritten mancherorts 40 Grad. Wer sich langfristige Wetterdaten ansieht, erkennt sofort, dass das keine Wetterkapriole war, sondern eine Folge der globalen Erhitzung.

In den heimischen Schulen stöhnten die Schüler und Lehrer, weil ein normaler Unterricht nicht mehr möglich war. Aus manch überhitzter großstädtischer Wohnung zogen Bewohnerinnen und Bewohner tageweise aus, wenn sie es irgendwie bewerkstelligen konnten. In den Spitälern und Altenheimen des Landes litten die Kranken und Vulnerablen mehr als ohnehin schon. Denn: In Österreich fehlen oft die Klimaanlagen.

 
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