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Klimawandel + Umweltschutz

Neuer WWF-Report zeigt: Österreichs Flüsse sind in Gefahr
Der WWF warnt vor den Folgen weiterer Verbauung durch Kraftwerke – gerade angesichts zunehmender Trockenheit.
Die Dürre des heurigen Jahres hat vor Augen geführt: Österreichs Bäche und Flüsse sind in Gefahr. Stellenweise trockneten sie aus, Fische starben und auch die Wasserversorgung geriet unter Druck. Der WWF untersuchte nun den Zustand der Fließgewässer.Das Urteil im Flüsse-Report ist ernüchternd: Nur 14 Prozent der österreichischen Fließgewässer gelten derzeit als ökologisch intakt. 60 Prozent sind sanierungsbedürftig.

Schlechte Voraussetzungen für Extremjahre
Denn naturnahe Flusslandschaften wirken wie ein Schwamm. Sie nehmen Wasser auf, halten es länger in der Landschaft und dämpfen Hochwasserspitzen bei Starkregen ab. In Hitze- und Dürreperioden helfen sie, den regionalen Wasserhaushalt zu stabilisieren. Und sie fördern die Neubildung von Grundwasser.

Die Dürre wird Österreich noch begleiten:Denn auch im Oktober hat es in Österreich viel zu wenig geregnet, meldete Geosphere Austria am Montag. Insgesamt gab es vergangenen Monat ein Niederschlagsdefizit von 40 Prozent.„Sollte es bis zum Jahresende bei einem Defizit von einem Drittel bleiben, dann würde das Jahr 2026 das trockenste Jahr in der Messgeschichte werden“, erklärt Geosphere Austria-Klimatologe Alexander Orlik.

 
UNO-Bericht
Hilfsgelder für Klimaanpassung müssen steigen
Angesichts der immer stärkeren Auswirkungen der Klimakrise müssten sich die Hilfsgelder für die Klimaanpassung ärmerer Länder in den kommenden Jahren nahezu verzehnfachen. Das fordert die UNO im jährlichen „Adaptation Gap Report“, der am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Bis 2035 müsse die internationale Klimaanpassungsfinanzierung auf 305 Milliarden Dollar (273 Milliarden Euro) jährlich steigen, heißt es im „Adaptation Gap Report“ des UNO-Umweltprogramms (UNEP). Anpassungsmaßnahmen sind beispielsweise der Bau von Dämmen gegen Überflutungen, der Anbau von weniger dürreanfälligen Nutzpflanzen oder der Bau von Häusern, die weniger von den Folgen des Klimawandels bedroht sind.

Die Klimafinanzierung wird voraussichtlich auch ein zentraler Streitpunkt bei der bevorstehenden UNO-Klimakonferenz im türkischen Antalya (COP31) sein. Gemäß der Vereinbarungen im Rahmen der Verhandlungen müssen die reichen Industriestaaten, die maßgeblich für die fortschreitende folgenschwere Erderwärmung verantwortlich sind, die Entwicklungsstaaten bei der Klimaanpassung finanziell unterstützen.

„Heute investieren oder morgen für Katastrophen bezahlen“
UNO-Generalsekretär António Guterres erklärte, der nun vorgelegte UNEP-Bericht offenbare „einen erschreckenden Fehlbetrag“. „Für jeden Dollar, den Entwicklungsländer für Anpassungsmaßnahmen benötigen, erhalten sie nur zehn Cent“, führte er aus. „Wir wissen, wer am stärksten gefährdet ist. Wir wissen, was funktioniert. Was fehlt, ist das Geld – und der politische Wille“, kritisierte Guterres. Die Welt stehe vor einer „einfachen Wahl: Heute in Anpassung investieren oder morgen für Katastrophen bezahlen.“

 
Der Regenwald wird vernichtet, Europa verwaltet das Geld: Geldwäschevorwürfe gegen JBS und seine mächtigen Geschäftspartner
Im Amazonas fallen die Bäume, in Europa werden die Geschäfte abgewickelt. Dazwischen liegt eine Fleischindustrie, deren Gewinne inzwischen Gegenstand schwerer Geldwäschevorwürfe sind. Die Transnational Legal Coalition, ein neu gegründeter internationaler Zusammenschluss von Rechtsanwälten sowie Menschenrechts- und Umweltorganisationen, darunter das Global Legal Action Network (GLAN), reichte am 4. November 2026 insgesamt 14 rechtliche Beschwerden in Deutschland, Großbritannien, Irland und den Niederlanden ein. Sie richten sich gegen den weltgrößten Fleischproduzenten JBS und seine europäischen Geschäftspartner. Banken und Wirtschaftsprüfer stehen ebenso im Mittelpunkt wie die Anwälte des Unternehmens. Die Anschuldigung reicht weit über gewöhnliche Umweltverstöße hinaus: Die Beteiligten könnten geholfen haben, Erlöse aus rechtswidriger Regenwaldzerstörung in den regulären Wirtschaftskreislauf einzuschleusen.

Damit geraten auch jene Unternehmen unter Druck, die an seinen Geschäften verdienen, während sie ihren Kunden öffentlich verantwortungsvolles Wirtschaften versprechen. Die Grundlage liefert eine Untersuchung der Umweltorganisation AidEnvironment. Demnach sind die Lieferketten von JBS unmittelbar oder mittelbar mit mehr als 6,5 Millionen Hektar abgeholzter Fläche verbunden. Das entspricht über 16 Millionen Acres. Rinder werden auf ehemaligen Waldflächen gehalten, anschließend verkauft und schließlich Teil eines internationalen Fleischgeschäfts. Die entscheidende juristische Frage lautet, ob Tiere von strafbar gerodetem Land als Vermögenswerte krimineller Herkunft gelten. Falls ja, könnten auch die damit erzielten Erlöse unter Geldwäschevorschriften fallen.

 
Der Polarwirbel kollabiert so früh wie nie zuvor – droht daher ein eisiger Winter?
Eine Erwärmung der Stratosphäre über der Arktis könnte den Polarwirbel schwächen – und damit kalte Luftmassen nach Europa drängen. Dabei sind aber noch viele Fragen offen

Der Winter steht spürbar vor der Tür – und damit auch die Sorge vor gesalzenen Heizkosten. Wie hoch sie ausfallen, hängt nicht unwesentlich von den Temperaturen ab. Und diese sind zumindest teilweise ein Resultat dessen, was sich in den Luftmassen hoch über der Arktis abspielt. Hier beobachten Meteorologen derzeit ein beispielloses Ereignis: Die Daten zeigen, dass der Polarwirbel, der die kalte Polarluft über der Arktis festhält, derzeit so schwach ist wie noch nie um diese Zeit seit Beginn der Aufzeichnungen. Ein Kollaps des Polarwirbels könnte die Wettermuster auf der Nordhalbkugel über Wochen hinweg beeinflussen und kalte Luftmassen in südlichere Gebiete, also auch nach Mitteleuropa, bringen. Gesichert ist das aber keineswegs.

Die Westwinde des Polarwirbels, die um diese Jahreszeit normalerweise mit einer Geschwindigkeit von um die 90 Stundenkilometer über dem Nordpol kreisen, kommen derzeit nahezu zum Stoppen. Prognosen des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF) zeigen einen außergewöhnlich raschen Zusammenbruch der stratosphärischen Westwinde in den nächsten Tagen. Sie fallen demnach beinahe auf Null und könnten sogar zeitweise die Richtung wechseln. Eine solche Windumkehr gilt als Kennzeichen einer "plötzlichen Stratosphärenerwärmung" (Sudden Stratospheric Warming, SSW). Dabei kann die Temperatur in der Stratosphäre innerhalb weniger Tage um bis zu 50 Grad ansteigen. Derzeit deutet vieles darauf hin – laut der Meteorologie-Plattform Severe Weather Europe liegt sie in 30 Kilometern Höhe bei etwa 27 Grad über dem Mittel um diese Jahreszeit.

 
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