Westmächte wollen Unabhängigkeit des Kosovo
New York/Moskau. Reuters/SDA/baz. Die USA, Grossbritannien, Frankreich und Deutschland haben im UNO-Sicherheitsrat die faktische Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovo vorgeschlagen.
Der am Freitag (Ortszeit) vorgelegte Resolutionsentwurf «befürwortet» in allen wesentlichen Punkten den Plan des UNO-Sonderbeauftragten Martti Ahtisaari.
Danach soll das Kosovo unter internationaler Aufsicht in die Unabhängigkeit von Serbien begleitet werden. Serbien widersetzt sich diesem Plan. Unklar ist die Haltung Russlands, das die Annahme der Resolution durch ein Veto verhindern könnte.
Der UNO-Sicherheitsrat soll dem Resolutionsentwurf zufolge die Unabhängigkeit eines multi-ethnischen und demokratischen Kosovo befürworten. Während einer Übergangsphase von vier Monaten nach der Annahme der Resolution soll eine internationale Truppe unter NATO-Führung über die Einhaltung des Beschlusses wachen. Anzeige
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Zugleich soll ein internationaler Kosovo-Beauftragter eingesetzt werden, der auch die Europäische Union vertritt. Innerhalb von 90 Tagen soll eine Verfassung des Kosovo beschlossen, nach neun Monaten sollen Wahlen abgehalten werden.
Kosovo steht seit 1999 unter internationaler Verwaltung, die Bevölkerung ist zu mehr als 90 Prozent albanischen Ursprungs.
Drohung Russlands
Russland als traditioneller Verbündeter Serbiens hatte wiederholt gedroht, von seinem Veto-Recht Gebrauch zu machen. «Ein solches Szenario wird immer wahrscheinlicher», sagte der russische UNO-Botschafter Witali Tschurkin am Samstag dem russischen Fernsehsender Westi 24.
Russland wolle zwar eine diplomatische Lösung, «doch kann so eine Lösung nicht einfach darin bestehen, dass wir Positionen von Ländern akzeptieren, die wir eindeutig ablehnen». Tschurkin warf dem Westen vor, künstlich Fristen zu setzen, um schwierige Fragen zu lösen.
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