papodidi
Geek
Als BauIng, der jahrelang auch als Bauleiter eingesetzt war, habe ich mich nicht nur mit der technischen Seite, sondern auch mit der Kostenkontrolle bei der Erstellung von Bauwerken auseinander setzen müssen. Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, dass kein Bauwerk für öffentliche Bauherren (Schulen, Krankenhäuser, Uni-Bauten etc.) im Rahmen der Kostenvoranschläge geblieben ist, die zusätzlichen Kosten lagen meist bei 20...30%. Dafür gab u. gibt es mehrere vor allem strukturelle Ursachen, ist aber hier nicht das Thema.
Bei großen Forschungsprojekten ist es wohl inzwischen üblich, Kostenexplosionen von mehreren 100% hinnehmen zu müssen. Hier einige Beispiele...
Die Süddeutsche Zeitung hat 2011 mal 7 internationale Projekte vorgestellt, deren Kosten von ca. 18 Mrd. auf 112 Mrd. € angestiegen sind. Den größten Anteil stellt dabei die ISS – von 8 auf 100 Mrd. €!!!
Teure Forschung - Galileo - 5,3 Milliarden Euro - Bild 1 - Wissen - sueddeutsche.de
Weitere aktuellere Informationen zu Einzelprojekten (sind bei der SZ schon enthalten):
James-Webb-Weltraumteleskop
US-Regierung muss sparen - NASA bangt um ihr Marsprogramm Tiroler Tageszeitung Online - aktuelle News, Nachrichten aus Tirol
Wenn nun nichts daraus werden sollte, liegt das nach Meinung vieler Wissenschafter an einem anderen Projekt, das der NASA sozusagen die Haare vom Kopf frisst. Der Bau des James-Webb-Weltraumteleskops, dass das Hubble-Observatorium ablösen soll, sollte ursprünglich 1,6 Milliarden Dollar kosten. Jetzt ist man aber nach immer neuen Pannen und Verzögerungen schon bei fast 8,8 Milliarden angelangt - und der Start wird nun frühestens 2018 erwartet.
Galileo
3,4 Mrd. € waren veranschlagt...
Raumfahrtkonzern OHB erhält Zuschlag für Galileo-Satelliten - Raum - derStandard.at
Das Projekt hat sich verzögert und verteuert, die Kosten werden inzwischen auf 7 Mrd. Euro veranschlagt.
ITER -International Thermonuclear Experimental Reactor
Fusionsforschung: Die Kunst, heißes Gas zu bändigen - Wissen & Computer - Stuttgarter Zeitung
Von fünf Milliarden auf 15 Milliarden Euro
Seitdem geht es wieder aufwärts, wenn auch vor allem mit den Kosten. Aus ursprünglich fünf Milliarden Euro sind inzwischen geschätzte 15 Milliarden geworden. Gründe für die Preiserhöhung sollen gestiegene Rohstoffpreise und zusätzlicher Personalbedarf sein. Wie auch bei anderen wissenschaftlichen Großprojekten ist anfangs ein zu optimistisches Budget beschlossen worden. Ein Beispiel dafür ist das geplante Weltraumteleskop James Webb, der Nachfolger von Hubble. Im Falle von Iter kommt noch hinzu, dass die Abstimmung zwischen den rund um die Welt verstreuten Wissenschaftlergruppen aufwendig ist.
Ich bin – bis auf Galileo – davon überzeugt, dass alle Projekte sinnvoll, ja teilweise dringend notwendig sind (z.B. ITER). Bei Galileo zeigt sich aber mal wieder, dass der Wille zur internationalen Zusammenarbeit begrenzt ist. Die amerikanische Regierung wollte den dauerhaft sicheren Zugang zum GPS nicht garantieren, weil, wenn sie wieder einmal Demokratie exportieren wollen (Kuwait, Irak), das System nicht zuverlässig läuft.
Agesichts der hohen Staatsverschuldung in vielen Ländern und den damit einhergehenden Sparmaßnahmen (Rentenkürzung, Einschränkungen bei Sozial- u. Krankenversorgung etc.) wird das Verständnis der Bürger für solche Projekte sicher abnehmen. Es droht eine wissenschaftsfeindliche Stimmung und damit eine Einschränkung unserer Zukunftsfähigkeit. Die Grünen fordern z.B. schon den Ausstieg aus ITER.
Lösungsmöglichkeiten kann ich nicht anbieten, aber angesichts der enormen Häufung von Fachkompetenz sollten sich die Verantwortlichen in Politik u. Wissenschaft mal ernsthaft Gedanken machen!!!
Bei großen Forschungsprojekten ist es wohl inzwischen üblich, Kostenexplosionen von mehreren 100% hinnehmen zu müssen. Hier einige Beispiele...
Die Süddeutsche Zeitung hat 2011 mal 7 internationale Projekte vorgestellt, deren Kosten von ca. 18 Mrd. auf 112 Mrd. € angestiegen sind. Den größten Anteil stellt dabei die ISS – von 8 auf 100 Mrd. €!!!
Teure Forschung - Galileo - 5,3 Milliarden Euro - Bild 1 - Wissen - sueddeutsche.de
Weitere aktuellere Informationen zu Einzelprojekten (sind bei der SZ schon enthalten):
James-Webb-Weltraumteleskop
US-Regierung muss sparen - NASA bangt um ihr Marsprogramm Tiroler Tageszeitung Online - aktuelle News, Nachrichten aus Tirol
Wenn nun nichts daraus werden sollte, liegt das nach Meinung vieler Wissenschafter an einem anderen Projekt, das der NASA sozusagen die Haare vom Kopf frisst. Der Bau des James-Webb-Weltraumteleskops, dass das Hubble-Observatorium ablösen soll, sollte ursprünglich 1,6 Milliarden Dollar kosten. Jetzt ist man aber nach immer neuen Pannen und Verzögerungen schon bei fast 8,8 Milliarden angelangt - und der Start wird nun frühestens 2018 erwartet.
Galileo
3,4 Mrd. € waren veranschlagt...
Raumfahrtkonzern OHB erhält Zuschlag für Galileo-Satelliten - Raum - derStandard.at
Das Projekt hat sich verzögert und verteuert, die Kosten werden inzwischen auf 7 Mrd. Euro veranschlagt.
ITER -International Thermonuclear Experimental Reactor
Fusionsforschung: Die Kunst, heißes Gas zu bändigen - Wissen & Computer - Stuttgarter Zeitung
Von fünf Milliarden auf 15 Milliarden Euro
Seitdem geht es wieder aufwärts, wenn auch vor allem mit den Kosten. Aus ursprünglich fünf Milliarden Euro sind inzwischen geschätzte 15 Milliarden geworden. Gründe für die Preiserhöhung sollen gestiegene Rohstoffpreise und zusätzlicher Personalbedarf sein. Wie auch bei anderen wissenschaftlichen Großprojekten ist anfangs ein zu optimistisches Budget beschlossen worden. Ein Beispiel dafür ist das geplante Weltraumteleskop James Webb, der Nachfolger von Hubble. Im Falle von Iter kommt noch hinzu, dass die Abstimmung zwischen den rund um die Welt verstreuten Wissenschaftlergruppen aufwendig ist.
Ich bin – bis auf Galileo – davon überzeugt, dass alle Projekte sinnvoll, ja teilweise dringend notwendig sind (z.B. ITER). Bei Galileo zeigt sich aber mal wieder, dass der Wille zur internationalen Zusammenarbeit begrenzt ist. Die amerikanische Regierung wollte den dauerhaft sicheren Zugang zum GPS nicht garantieren, weil, wenn sie wieder einmal Demokratie exportieren wollen (Kuwait, Irak), das System nicht zuverlässig läuft.
Agesichts der hohen Staatsverschuldung in vielen Ländern und den damit einhergehenden Sparmaßnahmen (Rentenkürzung, Einschränkungen bei Sozial- u. Krankenversorgung etc.) wird das Verständnis der Bürger für solche Projekte sicher abnehmen. Es droht eine wissenschaftsfeindliche Stimmung und damit eine Einschränkung unserer Zukunftsfähigkeit. Die Grünen fordern z.B. schon den Ausstieg aus ITER.
Lösungsmöglichkeiten kann ich nicht anbieten, aber angesichts der enormen Häufung von Fachkompetenz sollten sich die Verantwortlichen in Politik u. Wissenschaft mal ernsthaft Gedanken machen!!!