Gewalt gegen Homosexuelle
Einblick in die Hate-Crime-Szene: "Wollten Pädophile zur Schau stellen"
Ein junger Steirer hat den Telegram-Kanal "Pedohunters Austria" gegründet, unter deren Namen brutal Jagd auf schwule Männer gemacht wurde. Nun will er das wiedergutmachen
An einem Mittwochnachmittag schlüpft Tom in das Lokal der queeren Initiative RosaLila PantherInnen in der Grazer Annenstraße. Ein unauffälliger Mittzwanziger, er lächelt selten. Tom trägt eigentlich einen anderen Namen, seine Anonymisierung machte er zur Bedingung für das Treffen. Der STANDARD kennt seine wahre Identität. Zu dunkler Kleidung trägt er rote Sneaker von New Balance, es sind Schuhe, mit denen radikale Rechte gerne zeigen, wo sie stehen.
Die nächsten eineinhalb Stunden wird Tom von einer Welt erzählen, die im Verborgenen wuchert: Rechtsextremismus in sozialen Netzwerken, von Chatgruppen, in denen sich ein digitaler Mob sammelt und sich zu Straftaten verabredet. Opfer sind schwule Männer, aber auch Heterosexuelle, sagt Tom. Dass viele Menschen in der Umgebung von Graz menschliche Ziele wurden, liegt auch an ihm. Denn er hat im Sommer 2024 selbst ein entsprechendes Netzwerk gegründet und als Administrator fungiert.
Brutale Gewalt
"Pedohunters Austria" nannte Tom die Gruppe, wo sich rasch Gleichgesinnte zusammenrotteten. "Vorbild war ein Russe, ein Neonazi namens Tessak", ein Schwerkrimineller, der 2020 im Gefängnis umgebracht wurde, erzählt Tom. Zu Lebzeiten misshandelte dieser angeblich Pädokriminelle vor laufender Kamera. Die "Pedohunters Austria" eiferten Tessak nach: Sie ermächtigten sich zu brutaler Gewalt unter dem Deckmäntelchen des Kinderschutzes. Wen sie dabei angriffen, ob Pädokriminelle oder nicht, war ihnen gleichgültig. Tom beteuert, er sei damals davon ausgegangen, dass sexuelle Handlungen mit Personen unter 16 Jahren in Österreich verboten wären. Ein "Trugschluss" sei das gewesen.
www.derstandard.at
Einblick in die Hate-Crime-Szene: "Wollten Pädophile zur Schau stellen"
Ein junger Steirer hat den Telegram-Kanal "Pedohunters Austria" gegründet, unter deren Namen brutal Jagd auf schwule Männer gemacht wurde. Nun will er das wiedergutmachen
An einem Mittwochnachmittag schlüpft Tom in das Lokal der queeren Initiative RosaLila PantherInnen in der Grazer Annenstraße. Ein unauffälliger Mittzwanziger, er lächelt selten. Tom trägt eigentlich einen anderen Namen, seine Anonymisierung machte er zur Bedingung für das Treffen. Der STANDARD kennt seine wahre Identität. Zu dunkler Kleidung trägt er rote Sneaker von New Balance, es sind Schuhe, mit denen radikale Rechte gerne zeigen, wo sie stehen.
Die nächsten eineinhalb Stunden wird Tom von einer Welt erzählen, die im Verborgenen wuchert: Rechtsextremismus in sozialen Netzwerken, von Chatgruppen, in denen sich ein digitaler Mob sammelt und sich zu Straftaten verabredet. Opfer sind schwule Männer, aber auch Heterosexuelle, sagt Tom. Dass viele Menschen in der Umgebung von Graz menschliche Ziele wurden, liegt auch an ihm. Denn er hat im Sommer 2024 selbst ein entsprechendes Netzwerk gegründet und als Administrator fungiert.
Brutale Gewalt
"Pedohunters Austria" nannte Tom die Gruppe, wo sich rasch Gleichgesinnte zusammenrotteten. "Vorbild war ein Russe, ein Neonazi namens Tessak", ein Schwerkrimineller, der 2020 im Gefängnis umgebracht wurde, erzählt Tom. Zu Lebzeiten misshandelte dieser angeblich Pädokriminelle vor laufender Kamera. Die "Pedohunters Austria" eiferten Tessak nach: Sie ermächtigten sich zu brutaler Gewalt unter dem Deckmäntelchen des Kinderschutzes. Wen sie dabei angriffen, ob Pädokriminelle oder nicht, war ihnen gleichgültig. Tom beteuert, er sei damals davon ausgegangen, dass sexuelle Handlungen mit Personen unter 16 Jahren in Österreich verboten wären. Ein "Trugschluss" sei das gewesen.
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Ein junger Steirer hat den Telegram-Kanal "Pedohunters Austria" gegründet, unter deren Namen brutal Jagd auf schwule Männer gemacht wurde. Nun will er das wiedergutmachen