Wie Pilnacek heimlich Anwälten half, ÖVP-Personal zu verteidigen
Die WKStA sieht eine "fast durchgehende Einbindung in die Verteidigung zahlreicher Beschuldigter" aus dem Kreis der ÖVP. Mit Tipps versorgte er etwa Anwälte von Karmasin und Kurz
"Und wieder ein Knalleffekt", schrieb der STANDARD im Februar 2021: Damals wurde bekannt, dass Ermittler Justiz-Sektionschef Christian Pilnacek verdächtigten, Ex-Justizminister und Verteidiger Wolfgang Brandstetter eine Hausdurchsuchung vorab verraten zu haben. Pilnacek wurde suspendiert, das blieb er bis zu seinem Tod am 20. Oktober 2023. Das Verfahren gegen Brandstetter wurde später eingestellt.
Der mächtigste Justizbeamte der Republik stand damals, 2021, erstmals seit Jahrzehnten ohne Macht und berufliche Aufgaben da. Ein Auswertungsbericht der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) legt nun offen, wie er die Zeit nutzte: mit dem Kampf gegen seine Suspendierung und mit einer "fast durchgehenden Einbindung in die Verteidigung zahlreicher Beschuldigter, die der ÖVP zuzuordnen sind". Dabei dürfen Beamte grundsätzlich keine Tätigkeiten ausüben, die Zweifel an ihrer Objektivität und Unabhängigkeit auslösen könnten.
Ministerium gab Auftrag
Die Auswertung ist Teil von Ermittlungen, die ein heimlicher Mitschnitt ausgelöst hat. Die Aufnahme aus dem Sommer 2023 erschien kurz nach Pilnaceks Tod, in ihr sprach der Beamte von Interventionsversuchen von ÖVP-Vertretern. Die WKStA wertete Datenträger im Auftrag ihrer Oberbehörden aus, sagt ein Sprecher. Man habe geprüft, in welche Verfahren Pilnacek vor und nach seiner Suspendierung involviert war. Der Bericht ging diese Woche an den U-Ausschuss.
www.derstandard.at
Die WKStA sieht eine "fast durchgehende Einbindung in die Verteidigung zahlreicher Beschuldigter" aus dem Kreis der ÖVP. Mit Tipps versorgte er etwa Anwälte von Karmasin und Kurz
"Und wieder ein Knalleffekt", schrieb der STANDARD im Februar 2021: Damals wurde bekannt, dass Ermittler Justiz-Sektionschef Christian Pilnacek verdächtigten, Ex-Justizminister und Verteidiger Wolfgang Brandstetter eine Hausdurchsuchung vorab verraten zu haben. Pilnacek wurde suspendiert, das blieb er bis zu seinem Tod am 20. Oktober 2023. Das Verfahren gegen Brandstetter wurde später eingestellt.
Der mächtigste Justizbeamte der Republik stand damals, 2021, erstmals seit Jahrzehnten ohne Macht und berufliche Aufgaben da. Ein Auswertungsbericht der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) legt nun offen, wie er die Zeit nutzte: mit dem Kampf gegen seine Suspendierung und mit einer "fast durchgehenden Einbindung in die Verteidigung zahlreicher Beschuldigter, die der ÖVP zuzuordnen sind". Dabei dürfen Beamte grundsätzlich keine Tätigkeiten ausüben, die Zweifel an ihrer Objektivität und Unabhängigkeit auslösen könnten.
Ministerium gab Auftrag
Die Auswertung ist Teil von Ermittlungen, die ein heimlicher Mitschnitt ausgelöst hat. Die Aufnahme aus dem Sommer 2023 erschien kurz nach Pilnaceks Tod, in ihr sprach der Beamte von Interventionsversuchen von ÖVP-Vertretern. Die WKStA wertete Datenträger im Auftrag ihrer Oberbehörden aus, sagt ein Sprecher. Man habe geprüft, in welche Verfahren Pilnacek vor und nach seiner Suspendierung involviert war. Der Bericht ging diese Woche an den U-Ausschuss.
Wie Pilnacek heimlich Anwälten half, ÖVP-Personal zu verteidigen
Die WKStA sieht eine "fast durchgehende Einbindung in die Verteidigung zahlreicher Beschuldigter" aus dem Kreis der ÖVP. Mit Tipps versorgte er etwa Anwälte von Karmasin und Kurz