Aktuelles

Nachrichten aus Afrika

WHO fordert Waffenstillstand zu Eindämmung von Ebola
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einer „katastrophalen Kollision von Krankheit und Konflikt“ in der vom Ebola-Ausbruch betroffenen Region im Osten der Demokratischen Republik Kongo. „Wir können weder das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen noch Kranke isolieren, während Bomben fallen“, schrieb WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus heute im Onlinedienst X.

Er appellierte an die Kriegsparteien, sich auf einen sofortigen Waffenstillstand zu einigen, damit der Ausbruch eingedämmt werden kann. Weil es keinen exakt passenden Impfstoff und keine speziellen Medikamente gegen die kursierende Ebola-Variante gibt, kann die Infektionskette nur unterbrochen werden, wenn Infizierte unter höchsten Sicherheitsstandards behandelt werden und sich ihre Kontakte für drei Wochen isolieren.

Wegen der anhaltenden Kämpfe würden Menschen aber immer wieder vertrieben, und Kontaktpersonen von Infizierten könnten sich in überfüllten Flüchtlingslagern nicht von anderen fernhalten. „Wir bitten dringend, das Überleben der Menschen über alles andere zu stellen“, schrieb Tedros.

 
Uganda: Kickl spricht auf Ebola-Demo

Sie haben keine Berechtigung Anhänge anzusehen. Anhänge sind ausgeblendet.


Die Medienorgel warnt im gehorsamen Gleichklang wieder einmal vor einem „gefährlichen“ Krankheitserreger. Diesmal geht es um einen Ebola-Ausbruch im Grenzgebiet von Uganda und dem Kongo. FPÖ-Chef Herbert Kickl lässt sich davon nicht beeindrucken: Er tritt heute als Stargast bei einer Demonstration von Anti-Ebola-Maßnahmengegnern in der Hauptstadt Kampala auf.

KAMPALA – Herbert Kickl setzt sich seine Sonnenbrille auf, in Ugandas Hauptstadt ist es heute sonnig. „So, wo ist jetzt dieses von den Panikmedien herbeigeschriebene Ebolavirus? Ich sehe nur freie Bürger“, fragt der FPÖ-Chef und atmet tief ein. Ein hustender Taxifahrer bringt ihn vom Flughafen in die Innenstadt, wo Kickl heute bei der ersten Ebola-Demo Afrikas sprechen soll.

Wenig später. Tausende Menschen stehen dicht gedrängt direkt neben dem Lebendtiermarkt. „Lasst euch von der globalistischen Eliten und den afrikanischen Systemmedien keine Angst einjagen!“, skandiert Kickl durch sein Megafon. „Dieses angebliche Killervirus ist in Wahrheit nichts anderes als eine harmlose Tropen-Grippe wie Malaria oder Tuberkulose.“

An oder mit Ebola?
Der FPÖ-Chef wittert längst statistische Tricks der Obrigkeit. Es sei völlig unklar, ob die Toten an oder mit Ebola gestorben seien. „Wo sind die Obduktionen?“, ruft Kickl in die Menge. „Viele der angeblichen Todesopfer wären ohnehin in den nächsten Tagen eines natürlichen Hungertodes gestorben!“

Der engagierte Dolmetscher gibt nach rund zehn Minuten auf, da es auf Suaheli keine Vokabel für Begriffe wie „Festung Uganda“, „Volkskanzler“ oder „Great Reset“ gibt. Mit Händen und Beinen versucht Kickl anschließend zu gestikulieren, dass er Microsoft-Chips in den verabreichten Ebola-Medikamenten vermutet.

Auch die renommierte Tropenmedizinerin Dr. Dagmar Belakowitsch ist in Uganda vor Ort. Sie teilt Ivermectin und Globuli an fiebrige Kleinkinder aus. „Und für die Erwachsenen gibt es Affermecting, das beliebte Gorilla-Entwurmungsmittel. Das räumt dich brutal durch!“

Souvenir für die Heimat
Nach seiner gelungenen Rede badet Kickl in der Menschenmenge. „Sie können mir ruhig ins Gesicht husten“, ruft er einem Mann mit fiebrigen Augen zu, der sich höflich weggedreht hat. „Los, husten Sie mir in den Mund. Cough in my mouth!“ Der Mann sieht sich irritiert um, dann hustet er in Kickls weit geöffneten Mund.

„Das Schönste am Reisen ist, dass man etwas nach Hause mitnimmt“, sagt Kickl lächelnd und steigt ins Taxi Richtung Flughafen.


 

Anhänge

    Sie haben keine Berechtigung Anhänge anzusehen. Anhänge sind ausgeblendet.
Ebola in DR Kongo
Maßnahmen zu langsam
Tedros Ghebreyesus, Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), ist am Samstag in ein Epizentrum der aktuellen Ebola-Ausbreitung im Osten der Demokratischen Republik (DR) Kongo gereist. Hier starben bisher über 200 Menschen an der gerade grassierenden Virusvariante. Die Hilfslieferungen treffen inzwischen ein, doch die Maßnahmen halten mit dem raschen Ausbruch nicht Schritt, wie Ärzte ohne Grenzen (MSF) warnten.

Der WHO-Chef besuchte am Samstag die Provinzhauptstadt Bunia im Osten des Landes, wo sich der aktuelle Virustyp Bundibugyo stark verbreitet. Gegen diese Variante gibt es derzeit weder eine zugelassene Behandlung noch einen Impfstoff.

„Der beste Weg, dem entgegenzuwirken, ist, alle notwendige Unterstützung zur Bekämpfung der Krankheit an ihrem Epizentrum zu leisten und weiterhin jede erforderliche Hilfe anzubieten“, sagte Tedros. Die Gemeinden seien der Schlüssel zur Bekämpfung der aktuellen Ausbreitung.

 
Geplatzter Asylvertrag: Gericht wies Forderungen Ruandas ab
Nach dem geplatzten umstrittenen Asylabkommen mit Großbritannien ist Ruanda mit seinen Schadenersatzforderungen vor dem Ständigen Schiedsgericht in Den Haag gescheitert. Das Gericht wies die Forderungen heute zurück.

Ruanda hatte rund 100 Millionen Pfund (rund 115 Mio. Euro) von der britischen Regierung gefordert, nachdem diese den Asylvertrag gekündigt hatte.

Das politisch und rechtlich umstrittene Asylabkommen war im April 2024 in Kraft getreten. Großbritannien wollte irregulär eingereiste Migrantinnen und Migranten nach Ruanda abschieben. Ruanda sollte im Gegenzug Millionensummen für die Aufnahme der Menschen bekommen.

Doch die Labour-Regierung kündigte nach ihrem Wahlsieg 2024 das Abkommen auf. Darüber war Ruanda nach Darstellung seiner Rechtsvertreter von London aber nicht schriftlich informiert worden. Das Schiedsgericht hält diese Vorhaltungen für unbegründet.

Abkommen kostete 700 Millionen Pfund
Das Abkommen hatte Großbritannien nach Angaben der heutigen Regierung rund 700 Millionen Pfund (rund 810 Mio. Euro) gekostet. Dafür seien aber nur vier Personen auf eigenen Wunsch nach Ruanda geflogen worden. Das Abkommen war schließlich auch vom obersten Gericht Großbritanniens für unrechtmäßig erklärt worden.

 
Wohl Tote bei Protesten gegen US-Ebola-Station in Kenia
Bei Protesten gegen eine geplante US-Ebola-Quarantänestation in Kenia sind offenbar zwei Menschen ums Leben gekommen. Die Demonstrierenden seien in der Stadt Nanyuki an Schusswunden gestorben, nachdem die Polizei gestern das Feuer auf Hunderte Teilnehmer eröffnet habe, sagte Mitorganisator Patrick Wahome heute. Ein Polizeisprecher behauptete, ihm seien keine Toten bekannt. Ein Insider aus Sicherheitskreisen bestätigte die Todesfälle, nannte jedoch keine Ursache.

In Nanyuki befindet sich der Luftstreitkräftestützpunkt Laikipia, auf dem die 50-Betten-Einrichtung entstehen soll. Viele Kenianer werfen den USA vor, das Gesundheitsrisiko bei der Versorgung möglicher Infizierter auf ihr Land abzuwälzen. Nach den tödlichen Protesten stoppte ein kenianisches Gericht die Pläne für die Station für weitere drei Wochen.

Präsident verteidigt Projekt
Kenias Präsident William Ruto verteidigte das Projekt. Die Station sei Teil der nationalen Gesundheitsvorsorge und einer langjährigen Partnerschaft mit Washington. Ruto betonte, die Station werde zudem Kenianern und anderen Ausländern offenstehen.

 
Afrika: Einfluss russischer Paramilitärs wächst (Videobericht im Link)
In Mali sind neben der Militärjunta auch russische Paramilitärs an Gefechten gegen islamistische Rebellen beteiligt. Die ehemaligen Kämpfer der Wagner-Gruppe sind mittlerweile Teil des Afrikakorps und unterstehen damit direkt dem Kreml. Strafverfolgung müssen die Kämpfer nicht fürchten.

 
Mindestens 50 Soldaten in Mali bei Jihadisten-Angriff getötet
Ein Konvoi geriet am Samstag beim Verlassen der Stadt Anefis in einen Hinterhalt.
Bei einem gemeinsamen Angriff von Jihadisten und Tuareg-Separatisten im Norden Malis sind mindestens 50 Soldaten getötet und 24 gefangen genommen worden. Militärkreise und ein der Militärjunta nahestehender Kommunalpolitiker gaben am Sonntag bekannt, dass der Konvoi am Samstag beim Verlassen der strategisch wichtigen Stadt Anefis in einen Hinterhalt geraten war. Es handelt sich um einen der tödlichsten Angriffe auf die malische Armee seit Jahren.

„Die vorläufige Bilanz des Angriffs ist äußerst schwerwiegend: Mehr als 50 Soldaten wurden getötet und mindestens 24 gefangen genommen“, sagte der Politiker der Nachrichtenagentur AFP. Der Konvoi war den Angaben zufolge auf dem Weg in die nordmalische Großstadt Gao. Um Anefis hatte es in den vergangenen Wochen heftige Kämpfe gegeben.

 
Kampf gegen den Sahel-Terror: Wo der Westen seinen Einfluss retten will
In einer internationalen Anti-Terror-Akademie in Côte d'Ivoire trainieren Soldaten, Richter und Geheimdienstmitarbeiter aus der ganzen Region. Eine STANDARD-Reportage aus Jacqueville

Die Terroristen haben das Hotel unter ihre Kontrolle gebracht. Männer in Tarnuniformen stürmen mit Maschinengewehren durch die Flure, Geiseln kauern hinter Türen. Mitten durch das Gebäude bewegen sich Teilnehmer eines Anti-Terror-Lehrgangs aus Ghana, Nigeria und anderen westafrikanischen Staaten. Sie arbeiten sich von Zimmer zu Zimmer vor und entschärfen Sprengsätze. Wenige Minuten später ist die Lage unter Kontrolle, die Geiseln sind befreit.

Das Szenario wirkt erstaunlich real, doch der Angriff findet nur als Übung auf dem Gelände der International Academy for the Fight Against Terrorism (AILCT) statt. Das Hotel wurde eigens als Kulisse errichtet, die Terroristen sind Statisten, teils Plastikfiguren. Hier, an einer Lagune knapp 40 Kilometer westlich von der ivorischen Wirtschaftsmetropole Abidjan, trainieren Soldaten, Polizisten, Richter und Geheimdienstmitarbeiter aus ganz Westafrika für den Ernstfall.

"Die Taktiken verändern sich", sagt ein Sprengstoffexperte der ghanaischen Armee nach der Übung. Extremisten würden überfallene Häuser und Unterkünfte zunehmend mit Sprengfallen versehen. "Sie werden raffinierter." Deshalb müsse er verstehen, wie solche Fallen unter Zeitdruck beseitigt oder umgangen werden können. "Ich habe hier viel gelernt."

"Narco-Terrorismus"
Neben ihm steht ein Mitarbeiter der nigerianischen Drogenbekämpfungsbehörde. Für ihn sind andere Seminarinhalte spannender. Die Grenzen zwischen Terrorismus und organisierter Kriminalität würden zunehmend verschwimmen, sagt er. Terrorgruppen nutzten Drogen als Einnahmequelle; aber auch, um Kämpfer zu beeinflussen und Angst zu verbreiten. In Nigeria spreche man inzwischen von "Narco-Terrorismus".

 
Wie tausende Tonnen Uran unbemerkt aus dem Kongo exportiert wurden
US-Forscher ermittelten, dass mit dem Kobalt-Boom in der Demokratischen Republik Kongo auch jede Menge Uran undeklariert das Land verließ – vor allem in Richtung China

Uran ist das Ausgangsmaterial für Atombomben und den Betrieb von Atomkraftwerken. Entsprechend streng wird die Förderung und insbesondere die Anreicherung von Uran von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien überwacht. Denn da Uran in der Natur einen sehr geringen Anteil des spaltbaren Isotops Uran-235 (rund 0,7 Prozent) aufweist, muss es durch technische Verfahren angereichert werden, um eine Kettenreaktion zu ermöglichen.

Die wichtigsten Förderländer sind heute Kasachstan (mit rund 40 Prozent), gefolgt von Kanada, Namibia und Australien. Ein Land, das historisch wichtig war, spielt offiziell hingegen kaum mehr eine Rolle: Aus der heutigen Demokratischen Republik Kongo (damals Belgisch-Kongo) stammte das Uran für das Manhattan-Projekt.

Dieses Erz aus der Shinkolobwe-Mine im Südosten der heutigen DR Kongo wies einen außergewöhnlich hohen Uran-Gehalt von bis zu 65 Prozent auf, was es zum wertvollsten und ergiebigsten Uranvorkommen der damaligen Welt machte. Die daraus gewonnenen Spaltmaterialien bildeten die Grundlage für die auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfenen Atombomben.

 
Zurück
Oben