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Nachrichten aus Bulgarien

Angriffe auf Frachter
Lage vor bulgarischer Küste spitzt sich zu
Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche ist in der Nacht auf Dienstag vor der Küste des EU- und NATO-Landes Bulgarien ein Handelsschiff von einer Drohne versenkt worden. Ein zweites wurde beschädigt. Mehrere Seeleute wurden gerettet, einige werden noch vermisst. Wer hinter den Angriffen steht, ist unklar. Laut Ministerpräsident Rumen Radew lege aber „die Logik nahe“, dass die Vorfälle Russland zugutekämen.

Bei einem Vorfall wurde die maltesisch beflaggte „Chelsea 3“ rund 33 Kilometer östlich des Küstenortes Byala von drei Drohnen getroffen, wie die Nachrichtenagentur BTA meldete. 15 Besatzungsmitglieder – sieben Ukrainer und acht Aserbaidschaner – konnten gerettet werden. Bei dem zweiten Vorfall, rund 31 Kilometer vor dem Ort Krapets, wurde ein Schiff versenkt. Ein Besatzungsmitglied sei gerettet worden.

 
Starlink-Anschlag in Bulgarien: Deutsche Verdächtige
Zehn Tage nach einem Brandanschlag auf Starlink-Antennen in Bulgarien ist ein europäischer Haftbefehl gegen zwei deutsche Verdächtige erlassen worden. Das Stadtgericht in Sofia gab einem entsprechenden Antrag der Staatsanwaltschaft statt, wie eine Gerichtssprecherin gestern der dpa sagte.

Die Verdächtigen im Alter von 19 Jahren sollen laut Anklage am 9. Oktober acht Starlink-Antennen südlich von Sofia angezündet haben, wie die bulgarische Nachrichtenagentur BTA berichtete. Ihnen drohen Haftstrafen von drei bis zwölf Jahren. Die Verteidiger wollten die Entscheidung des Stadtgerichts in Sofia anfechten.

Geheimdienst warnt vor Sabotageakten
Die beiden Verdächtigen waren laut Anklage als Touristen aus Serbien eingereist und bereits nach wenigen Stunden mit einem Auto mit deutschem Kennzeichen wieder nach Serbien zurückgekehrt.

Der Leiter des bulgarischen Inlandsgeheimdienstes DANS, Plamen Tontschew, geht bei dem Brand in der Starlink-Anlage bei Sofia von Sabotage aus. „Derartige Sabotageakte sind auch in Zukunft nicht ausgeschlossen“, warnte er in einer Fragestunde des Parlaments.

Zuvor Brand bei Starlink-Anlage bei Warschau
Am 23. September war in einer Bodenstation von Starlink südlich von Warschau ebenfalls ein Brand ausgebrochen. In der vergangenen Woche wurden in Nürtingen bei Stuttgart zwei mutmaßliche Saboteure festgenommen, die den Anschlag verübt haben sollen.

 
Bulgarien: US-Flugzeug patrouilliert über Schwarzem Meer
Auf Bitten Bulgariens hin hat ein Flugzeug der US-Marine mit Patrouillenflügen über dem Schwarzen Meer begonnen. Die Maschine vom Typ P-8 Poseidon führe Aufklärungseinsätze aus und halte Ausschau nach „Aktivitäten, die ein Risiko darstellen könnten“, sagte der bulgarische Regierungschef Rumen Radew gestern.

In den vergangenen Wochen waren mehrere Handelsschiffe vor den Küsten der NATO-Mitgliedsstaaten Bulgarien und Rumänien von Drohnen attackiert worden.

Radew teilte weiter mit, einige NATO-Länder hätten nach den Angriffen schnell auf Sofias Bitte um Beistand reagiert. Bulgarien erwarte „weitere Unterstützung“. Der Nordatlantikrat will sich heute in einer Sondersitzung mit der Lage im Schwarzen Meer befassen.

 
Bulgarien wählt neues Staatsoberhaupt
In Bulgarien hat heute Früh die Präsidentschaftswahl begonnen. Die Wahllokale sind seit 7 Uhr (Ortszeit) geöffnet. Wahlschluss ist um 20 Uhr, im Anschluss werden Prognosen aufgrund von Wählerbefragungen nach der Stimmabgabe veröffentlicht.

Mit offiziellen Ergebnissen ist bis zu 48 Stunden nach Wahlschluss zu rechnen. Rund 6,5 Millionen Wahlberechtigte sind zur Stimmabgabe aufgerufen. Umfragen sehen Präsidentin Ilijana Jotowa, die erst seit Ende Jänner das höchste Staatsamt bekleidet, mit mehr als 40 Prozent der Stimmen klar vorn.

Herausforderer aus prowestlicher Opposition
Jotowa wird von Andrej Gjurow, dem Kandidaten von konsequent prowestlichen Oppositionsparteien, herausgefordert. Gjurow dürfte laut Umfragen gut 28 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen. Die frühere sozialistische EU-Abgeordnete Jotowa wird von der allein regierenden Mitte-Links-Partei Progressives Bulgarien (PB) von Ministerpräsident Rumen Radew unterstützt.

Er war im Jänner vom Präsidentenamt zurückgetreten, um an einer vorgezogenen Parlamentswahl teilzunehmen. Der Bewerber der prorussischen und nationalistischen Wasraschdane (Wiedergeburt), Kosradin Kostadinow, dürfte mit erwarteten rund 12 Prozent auf Platz drei landen.

 
Stichwahl entscheidet über Staatsoberhaupt in Bulgarien
Im EU- und NATO-Land Bulgarien wird das neue Staatsoberhaupt in einer Stichwahl bestimmt werden. Wie aus einer Hochrechnung des bulgarischen Meinungsforschungsinstituts Mjara hervorgeht, erreichte gestern keiner der Kandidaten schon im ersten Wahlgang die erforderliche absolute Mehrheit.

Zudem lag die Wahlbeteiligung mit 22,2 Prozent weit unter den notwendigen mehr als 50 Prozent. Damit wird es am kommenden Sonntag eine Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten geben – der jetzigen Präsidentin Ilijana Jotowa und Ex-Interimsregierungschef Andrej Gjurow.

Herausforderer knapp hinter Amtsinhaberin
Amtsinhaberin Jotowa kam den Angaben von Mjara zufolge auf 35 Prozent der Stimmen. Mit geringem Abstand landete Jotowas Herausforderer, der prowestliche Andrej Gjurow, auf dem zweiten Platz. Der promovierte Ökonom kam den Angaben zufolge überraschend auf 31,9 Prozent, obwohl allen Vorwahlumfragen zufolge Gjurows Abstand viel größer hätte sein sollen.

 
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