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Nachrichten aus dem Rest der Welt

Boeing meldet Softwarefehler bei 737 Max
Der von wiederholten Pannen geplagte US-Flugzeugbauer Boeing hat einen Softwarefehler bei der automatischen Landenavigation seines Modells 737 Max entdeckt. Das Unternehmen bestätigte gestern einen entsprechenden Bericht des „Wall Street Journal“.

Demnach kann das Problem nach einem Softwareupdate auftreten, wenn die Besatzung nach einem abgebrochenen Landeanflug die geplante Flugroute ändert.

Handlungsanweisungen für Piloten
Boeing teilte mit, man habe alle Betreiber der 737 im vergangenen Monat informiert. Boeing habe auf bestehende Handlungsanweisungen verwiesen, mit denen Piloten und Pilotinnen solche Situationen bewältigen können. Ingenieure arbeiteten an einer dauerhaften Lösung.

 
Peter Thiel: „Ich sage nicht, dass Papst Leo ein Agent der Kommunisten war, aber zumindest handelte er wie ein nützlicher Idiot für die KPCh.“
KPCh steht für „Kommunistische Partei Chinas“, auf Englisch CCP für „Chinese Communist Party“. Gemeint ist die allein herrschende Partei der Volksrepublik China

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Thiel, der Fascho mit Allmachtsphantasien
 
Die „freie Welt" schrumpft
Die USA hat unter Trump das Ideal verraten und seiner fixen Idee von Protektionismus geopfert. Vor allem Europa und Kanada sind die Überbleibsel, auf denen die Verantwortung lastet

Wer alt genug ist, um sich an den Kalten Krieg zu erinnern, wird auch einen imaginären Ort namens "freie Welt" in Erinnerung haben. Dort sahen sich die im Westen lebenden Menschen verortet, während Osteuropäer, Russen und Chinesen hinter Stacheldraht lebten.

Diese Beschreibung entsprach teilweise der Wahrheit, insoweit es tatsächlich Stacheldraht gab und außerhalb der kommunistischen Welt eine gewisse Freiheit herrschte. Doch insgesamt war diese Darstellung eine Lüge. Schließlich gehörten zur freien Welt auch der Iran unter dem Schah, Chile unter Augusto Pinochet und Spanien unter Francisco Franco. Diese Länder waren alles andere als frei, doch weil sie antikommunistisch waren, wurde ihnen die Mitgliedschaft in diesem Klub gewährt. Unterdessen verkündete der Anführer des Klubs, die Vereinigten Staaten, immer wieder, wie frei doch das Land sei, obwohl man den eigenen schwarzen Bürgern im amerikanischen Süden bis 1965 das Wahlrecht verwehrte.

 
Alternativer Nobelpreis geht an KI-Expertin aus den USA
Für ihre Forschungen zu Künstlicher Intelligenz (KI) wird die US-Expertin Timnit Gebru in diesem Jahr mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Sie habe mit ihrer Arbeit die „Machtkonzentration“ der KI-Branche aufgezeigt, teilte die Right-Livelihood-Stiftung am Mittwoch in Stockholm mit.

Auch habe Gebru selbst Pionierarbeit für digitale Technologien geleistet, die auf „Gerechtigkeit, gelebter Erfahrung und menschlicher Selbstbestimmung“ aufbauten.

Einsatz für Hazara
Ausgezeichnet werden zudem die pakistanische Menschenrechtsanwältin Jalila Haider für ihren Einsatz für die Minderheit der Hazara ausgezeichnet, der sie auch selbst angehört. Nach Angaben der Right-Livelihood-Stiftung ist sie die erste Rechtsanwältin der Hazaras.

Haider habe unter anderem mit einem Hungerstreik dazu beigetragen, die „gefährdetste“ Bevölkerungsgruppe vor „staatlicher Repression, patriarchalen Normen und ethnischer Gewalt“ zu schützen.

Preis für „Aufbau und Schutz der Demokratie“ in Georgien
Einen Alternativen Nobelpreis erhält auch der Georgische Verband Junger Juristen (GYLA). Er wird für den „Aufbau und Schutz der georgischen Demokratie und die Stärkung der Zivilgesellschaft“ angesichts der zunehmend autokratischen Entwicklung in der Ex-Sowjetrepublik ausgezeichnet.

Die 1994 nach der Unabhängigkeit Georgiens gegründete Organisation war an der Ausarbeitung der ersten Verfassung des Landes beteiligt und bietet bis heute Rechtsberatungen an. Vor Gericht setzt sie sich vor allem für die Durchsetzung von Grundrechten ein, etwa von Kindern und Menschen mit Behinderungen.

Kampf gegen Agrarkonzerne und patriarchale Strukturen
Ausgezeichnet wird zudem die Rural Women’s Assembly (RWA), ein Zusammenschluss von mehr als 178.000 Kleinbäuerinnen aus elf Ländern im südlichen Afrika. Die Frauen bezeichnen sich selbst als „Hüterinnen von Land, Leben, Saatgut und Liebe“.

 
UN-Generalsekretär: Wird Rebeca Grynspan die erste Chefin?
Costa Ricas frühere Vizepräsidentin Rebeca Grynspan holt sich in Probeabstimmungen die Favoritenrolle für den Chefposten in der UNO. Doch das Rennen um die Nachfolge von Generalsekretär Guterres ist noch längst nicht gelaufen.
Was haben eine Papst-Wahl und eine Kür eines nächsten UN-Generalsekretärs gemeinsam? Gewählt wird so lange, bis ein Sieger oder eine Siegerin feststeht. Damit ist aber, abgesehen von der Tatsache, dass auch bei der Wahl zum nächsten UN-Chef so manches höchst intransparent abläuft, mit den Gemeinsamkeiten auch schon Schluss. Denn das Prozedere auf der Suche nach einem Nachfolger für UN-Generalsekretär António Guterres läuft schon seit zwei Monaten, vier Probeabstimmungen innerhalb des 15-köpfigen Sicherheitsrates sind bereits über die Bühne gegangen. Die bislang letzte fand am Dienstagabend (Ortszeit New York) statt. Dabei verfestigte sich der Eindruck, dass die 71-jährige ehemalige Spitzenpolitikerin aus Costa Rica, Rebeca Grynspan, als erste Frau an die Spitze der Vereinten Nationen rücken könnte.

Wohlgemerkt: könnte. Denn bis zur endgültigen Wahl eines Siegers oder einer Siegerin unter den drei Kandidaten und fünf Kandidatinnen ist der Weg noch lang und mitunter trickreich. Was wiederum am komplizierten Prozedere der Kür liegt: Bei der jüngsten Probeabstimmung erzielt Grynspan zehn Zustimmungen - eine mehr als nötig, damit eine nächste Runde von Abstimmungen eingeleitet werden kann. Drei Stimmen fielen gegen sie aus, zudem gab es zwei Enthaltungen. Die Abstimmungen erfolgten anonym, es blieb also offen, welcher Staat für oder gegen die jeweiligen Kandidaten stimmte.

 
UNO: 5,8 Mio. Flüchtlingskinder gehen nicht zur Schule
Weltweit haben 5,8 Millionen Flüchtlingskinder nach Angaben der UNO im Jahr 2025 keine Schule besucht. Das entspricht 44 Prozent der weltweit 13,1 Millionen Flüchtlingskinder im Schulalter im vergangenen Jahr, wie das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) gestern mitteilte.

Weiterführende Schulen besuchten demzufolge lediglich 32 Prozent der Flüchtlingskinder. UNO-Flüchtlingskommissar Barham Salih warnte, Kürzungen von Hilfsgeldern könnten die Lage noch verschlimmern.

Der ehemalige irakische Präsident, der selbst geflüchtet war, erklärte mit Blick auf sein eigenes Leben: „Bildung hat mir Chancen eröffnet, die mir durch die Vertreibung sonst möglicherweise verwehrt geblieben wären.“

Kritik an Kürzung von Hilfsgeldern
Anfang der Woche hatte das UNHCR gewarnt, aufgrund der starken Kürzung von Hilfsgeldern könnten fast 8,3 Mio. Flüchtlinge und Vertriebene ihre lebenswichtige Unterstützung verlieren.

 
20 Minuten über Demokratie reden
Moderierte Gespräche mit der Wählerschaft wirken schnell. Spitzenpolitiker-Selbstdarstellungs-Events, wie gerade üblich, dürfen es aber nicht sein

In einigen Wochen – nach den Wahlen in Brasilien, Israel und den "Midterm Elections" in den USA – werden wir sehen, wohin die globale politische Entwicklung geht. Wie immer aber die Ergebnisse sein werden, wir sollten endlich neue oder vielleicht bewährte und vergessene Wege zur Stärkung demokratischer Einstellungen finden, ohne die typische Agitation und Hektik von Wahlkämpfen.

Es ist schon paradox, dass wir eigentlich in der jüngsten österreichischen Geschichte ein sehr erfolgreiches Beispiel dafür haben, wie es gelingen kann, durch einen breiten, vielschichtigen, aber gleichzeitig gut moderierten und offenen Diskurs zentrale staatspolitische Weichenstellungen mit einer großen gesellschaftlichen Mehrheit von 66,6 Prozent Ja-Stimmen, gemeinsam zu entscheiden.

Obwohl in den 1990er-Jahren sowohl die FPÖ als auch die Grünen gegen einen Beitritt Österreichs zur Europäischen Union aufgetreten sind, Teile der SPÖ und Gewerkschaften zögerlich waren, gelang es der großen Koalition SPÖ-ÖVP unter Franz Vranitzky und Erhard Busek in ganz Österreich in verschiedensten Institutionen gut moderierte, teilweise heftig umkämpfte Diskussions- und Vortragsveranstaltungen zu organisieren. 1991/1992 waren zwei Drittel der Bevölkerung skeptisch bezüglich eines EU-Beitritts eingestellt. Allein mit einer Werbekampagne, die die Agentur Demner, Merlicek & Bergmann erfolgreich entwickelte, wäre die große Zustimmung 1994 nicht erzielt worden.

Lokal und persönlich
Dies hat sich sehr von den derzeit so populären Spitzenpolitiker-Selbstdarstellungs-Events bei Österreich-Tourneen unterschieden, da das Ziel war, möglichst viele Wählerinnen und Wähler in die Debatte einzubauen, und darüber zu reden, was sie lokal und persönlich betraf.

 
Dichter Smog hat Südostasien fest im Griff
Die seit Wochen andauernden Wald- und Flächenbrände in Indonesien hüllen Südostasien vielerorts in dichten Smog. Während in dem Land selbst bedenkliche Luftverschmutzungswerte gemessen werden, ordneten die Behörden im benachbarten Malaysia aus gesundheitlichen Bedenken großflächige Schulschließungen an. Im Stadtstaat Singapur, in dem am Wochenende ein Formel-1-Rennen stattfindet, wurden ebenfalls hohe Schadstoffwerte verzeichnet.

In Malaysia setze man derweil auf Schulschließungen, wie die BBC am Freitag berichtete. Nachdem der malaysische Bundesstaat Johor beschlossen hatte, die Schulen für zwei Tage zu schließen, ordneten die Behörden in mehreren anderen malaysischen Bundesstaaten ebenfalls Schulschließungen an.

Betroffen davon sind unter anderem die Bundesstaaten Melaka, Negeri Sembilan und Selangor, wo sich die Hauptstadt Kuala Lumpur befindet. Auch in diesen Bundesstaaten verschlechterte sich laut BBC-Angaben von Freitag die Luftqualität weiter.

 
UNO-Armutsindex steigt erstmals seit 2010
Der Armutsindex der Vereinten Nationen ist erstmals seit seiner Veröffentlichung im Jahr 2010 gestiegen. 1,2 Milliarden Menschen weltweit sind den Kriterien des Index der mehrdimensionalen Armut zufolge von akuter Armut betroffen, wie das UNO-Entwicklungsprogramm UNDP heute mitteilte. Das sind 51,5 Millionen Menschen mehr als im vergangenen Jahr.

„Hinter diesen Zahlen stehen 1,2 Milliarden Menschen, die mit sich gegenseitig verstärkenden Notlagen konfrontiert sind: Hunger, verpasste Schulbildung und Mangel an sauberem Wasser oder Strom“, erklärte UNDP-Chef Alexander De Croo zur Vorstellung des diesjährigen Berichts. Der Anstieg müsse ein „Weckruf“ sein.

Anstieg der Bevölkerung als Grund
Allerdings geht der Anstieg der Zahl der Menschen in Armut den UNO-Daten zufolge maßgeblich auf einen Anstieg der Bevölkerung zurück. Im Detail zeichnet der aktuelle Bericht ein gemischtes Bild. Etwa haben 33 untersuchte Länder den Anteil ihrer Bevölkerung, der in Armut lebt, in den vergangenen 15 Jahren mehr als halbiert.

Wie bereits in den Vorjahren ergab der Bericht, dass die Mehrheit der ärmsten Menschen in afrikanischen Ländern südlich der Sahara sowie in Südasien lebt. Deutliche Verbesserungen bei der Armutsquote und der absoluten Zahl der von Armut Betroffenen gab es demnach in Ägypten, Nepal und Tadschikistan.

 
Warum der Iran-Krieg die Kluft zwischen Arm und Reich vergrößert
Lange hat die globale Ungleichheit abgenommen. Doch der jüngste Krieg der USA im Nahen Osten kehrt diese Entwicklung wieder um.
Zwischen 1,78 und 2 Euro kostet der Liter Diesel und Benzin an den Zapfsäulen – auf dem Land noch mehr, bis hin zu 3 Euro. Die Rede ist nicht von Österreich, sondern Ländern wie dem Sudan oder Simbabwe, in denen E-Mobilität so gut wie keine Rolle spielt. Wo das Leben ohne fossile Brennstoffe für Fortbewegungsmittel, zum Kochen, für Landwirtschaft, Rohstoffabbau und die (überschaubare) Industrie stillsteht.

Dass Länder des Globalen Südens von den Weltmarktpreisen für Diesel und Rohöl, die der Krieg der USA und Israels gegen den Iran und die Sperre der Straße von Hormus in die Höhe getrieben haben, im Vergleich noch härter getroffen sind, überrascht nicht. Ein Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) legt nun nahe, dass die Folgen des Krieges langfristig die globale Ungleichheit weiter verschärfen dürften.

Inflation frisst Wachstum
„Öl importierende, nicht rohstoffintensive Volkswirtschaften sind stärker von höheren Energie- und Lebensmittelpreisen betroffen“, steht im jüngst veröffentlichten Weltwirtschaftsausblick des IWF. Auch wenn der IWF der Welt im Durchschnitt – mit der Anmerkung, dass dieser das ungleiche Wachstum zwischen den Volkswirtschaften verschleiert – ein positives Wirtschaftswachstum für heuer und das nächste Jahr prognostiziert, dürfte die globale Inflation höher als dieses Jahr ausfallen. Dann schrumpft die reale Wirtschaftsleistung, das Leben wird für die Bevölkerung teurer.

 
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