Brief aus einem türkischen Gefängnis: „Journalisten werden mit der Keule der Justiz ausgeschaltet“
Der Deutsche-Welle-Reporter Alican Uludağ muss sich wegen Beleidigung Erdoğans vor Gericht verantworten. Hier schreibt der inhaftierte Journalist, warum er weiter für Pressefreiheit kämpft.
Der Deutsche-Welle-Reporter Alican Uludağ sitzt seit dem 20. Februar wegen des Vorwurfs der „Beleidigung des Präsidenten“ in Untersuchungshaft. Außerdem wird er beschuldigt, irreführende Informationen verbreitet und staatliche Organe herabgewürdigt zu haben.
Am 21. Mai beginnt sein Prozess vor einem Strafgericht in Ankara. In einem in der Haftanstalt Silivri bei Istanbul verfassten Beitrag schildert er, wie es um den Journalismus in der Türkei bestellt ist.
Seit 91 Tagen bin ich inhaftiert und befinde mich in einer Einzelzelle im Gefängnis Silivri, in dem außer mir mehrere Medienschaffende eingesperrt sind.
Warum wird ein Journalist inhaftiert? Nicht, weil er ein Verbrechen begangen hätte, sondern weil man ihn fürchtet.
Journalistinnen und Journalisten werden mit der Keule der Justiz ausgeschaltet, weil sie als „gefährlich“ gelten. Gefährlich für eine Macht, die sich einen dornenfreien Rosengarten wünscht – ein System ohne Kontrolle und Widerspruch.
Der Deutsche-Welle-Reporter Alican Uludağ muss sich wegen Beleidigung Erdoğans vor Gericht verantworten. Hier schreibt der inhaftierte Journalist, warum er weiter für Pressefreiheit kämpft.
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