Ein bisschen "bäuerlich-konservativ“ und "macht niemandem wirklich Angst“, diese Einschätzung hat etwas unfreiwillig Komisches. Glaubst du wirklich, dass die Herren Herbert Kickl, Norbert Hofer oder die burschenschaftlichen Netzwerke der FPÖ nur harmlose, gemütliche Trachtenfeste feiern, bloß weil sie (im Gegensatz zur AfD) die eigene Radikalität etwas geschickter in eine bürgerliche Fassade verpacken? Das ist nicht harmlos, das ist perfektioniertes Marketing. Dass eine Partei, die 1956 von einem ehemaligen SS-Offizier gegründet wurde und deren Historie voll von Skandalen und Verurteilungen nach dem Verbotsgesetz ist, bei dir keine Angst auslöst, zeigt vor allem eines, ihre Strategie, sich als "brave, bodenständige Alternative" zu verkaufen, funktioniert bei dir exakt so, wie sie es sich im Wahlkampf erträumen. Wir wären die nächsten die von der Remigration betroffen sein werden.Zwischen FPÖ und AFD sehe ich weiterhin Unterschiede. Erstere sind für mich Rechtspopulisten im Sinne dieses Wortes, die halt mitmischen wollen und etwa so vorgehen wie du bzw. deine KI es schreibt. Sie haben dabei etwas bäuerlich-konservatives an sich, weswegen sie auch keinem wirklich Angst machen
Die AFD hingegen sind für mich überzeugte Hardliner, die ein anderes System wollen. Vor allem die im Osten (Höcke und Co.).
Sie sind dem Ziel die CDU zum Junior-Partner zu machen seit dem Regierungswechsel auch um einiges näher gekommen, würde ich sagen. Vor allem angesichts der Umfragewerte. Merz wird sicher nicht mit ihnen koalieren, aber wer weiß wer nach ihm kommt.
Die AfD (insbesondere der radikale Flügel um Björn Höcke) mag offen autoritär, aggressiver und systemfeindlicher auftreten und gefährlich nahe daran sein, die CDU vor sich herzutreiben. Aber deshalb die FPÖ zum zahmen Kuschel-Populismus zu erklären, ist brandgefährlich. Die FPÖ hat in Regierungsverantwortung (Stichwort Ibiza-Affäre oder Ministerien-Umbauten) bewiesen, dass sie sehr wohl genau daran arbeitet, den Staat und seine Institutionen nach ihren Vorstellungen umzubauen.
Sowohl FPÖ als auch AfD eint das gleiche Ziel, die liberale Demokratie auszuhöhlen, nur eben mit unterschiedlichen Dialekten. Die einen brüllen es aggressiv von den ostdeutschen Marktplätzen, die anderen lächeln es dir mit "bäuerlich-konservativem“ Charme aus den Alpen ins Gesicht. Wenn du vor der einen Truppe zitterst, bei der anderen aber entspannt mit den Schultern zuckst, dann bist du der beste Beweis dafür, dass diese Form des Rechtspopulismus erschreckend gut funktioniert.