Rückschau: Der neue Eigentümer Axel Springer – und warum sich für den Telegraph nichts ändern wird
Der Verkauf des Telegraph ist mehr als ein Eigentümerwechsel. Er ist ein politisches Signal. Nicht, weil plötzlich ein deutsches Medienhaus ein britisches Traditionsblatt übernimmt. Sondern weil genau dieses Medienhaus längst gezeigt hat, wofür es steht – und was es bereit ist, mit Medien zu tun. Axel Springer zahlt rund 575 Millionen Pfund für den Telegraph. Ein Preis, der selbst in Branchenkreisen als überhöht gilt. Realistisch wären etwa 350 Millionen gewesen. Wer trotzdem so tief in die Tasche greift, kauft kein Geschäft. Er kauft Einfluss. Reichweite. Deutungshoheit.
Mathias Döpfner macht keinen Hehl daraus. Der Telegraph soll wachsen, international, vor allem in den USA. Er soll zum führenden konservativen Medium im englischsprachigen Raum werden. Die Richtung ist damit klar vorgegeben. Es geht nicht um Kurskorrektur. Es geht um Verstärkung. Wer gehofft hat, dass sich mit dem Einstieg eines europäischen Medienkonzerns etwas ändert, verkennt die Realität. Axel Springer steht selbst für eine klare ideologische Linie. Pro Markt, pro transatlantische Allianz, kompromisslos in der Unterstützung Israels, aggressiv gegen alles, was als links gilt. Diese Grundsätze sind nicht nur Haltung. Sie sind Teil der Unternehmensverfassung. Mitarbeiter müssen sie unterschreiben.
Döpfner verkauft das als Werte. Andere sehen darin ein geschlossenes Weltbild.
Dass der Telegraph unter dieser Führung moderater wird, ist kaum vorstellbar. Im Gegenteil. Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, wohin die Reise geht. Aus einem konservativen Blatt wurde zunehmend ein Medium, das sich in schrillen Tönen verliert, mit harter Anti-Migrations-Rhetorik und einer politischen Zuspitzung, die selbst innerhalb des britischen Pressesystems auffällt.
Döpfner kennt diese Mechanik. Und er hat sie selbst geprägt.
Die Geschichte von Springer ist nicht neutral. In den 60er- und 70er-Jahren war die Bild-Zeitung ein aggressives Instrument gegen alles, was als links galt. Heinrich Böll verarbeitete diese Praxis literarisch. Günter Wallraff dokumentierte sie investigativ. Was dabei sichtbar wurde, war kein Ausrutscher, sondern ein System. Druck, Kampagnen, Missachtung von Grenzen. Das liegt Jahrzehnte zurück. Aber die Linien sind nicht verschwunden.
kaizen-blog.org
Der Verkauf des Telegraph ist mehr als ein Eigentümerwechsel. Er ist ein politisches Signal. Nicht, weil plötzlich ein deutsches Medienhaus ein britisches Traditionsblatt übernimmt. Sondern weil genau dieses Medienhaus längst gezeigt hat, wofür es steht – und was es bereit ist, mit Medien zu tun. Axel Springer zahlt rund 575 Millionen Pfund für den Telegraph. Ein Preis, der selbst in Branchenkreisen als überhöht gilt. Realistisch wären etwa 350 Millionen gewesen. Wer trotzdem so tief in die Tasche greift, kauft kein Geschäft. Er kauft Einfluss. Reichweite. Deutungshoheit.
Mathias Döpfner macht keinen Hehl daraus. Der Telegraph soll wachsen, international, vor allem in den USA. Er soll zum führenden konservativen Medium im englischsprachigen Raum werden. Die Richtung ist damit klar vorgegeben. Es geht nicht um Kurskorrektur. Es geht um Verstärkung. Wer gehofft hat, dass sich mit dem Einstieg eines europäischen Medienkonzerns etwas ändert, verkennt die Realität. Axel Springer steht selbst für eine klare ideologische Linie. Pro Markt, pro transatlantische Allianz, kompromisslos in der Unterstützung Israels, aggressiv gegen alles, was als links gilt. Diese Grundsätze sind nicht nur Haltung. Sie sind Teil der Unternehmensverfassung. Mitarbeiter müssen sie unterschreiben.
Döpfner verkauft das als Werte. Andere sehen darin ein geschlossenes Weltbild.
Dass der Telegraph unter dieser Führung moderater wird, ist kaum vorstellbar. Im Gegenteil. Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, wohin die Reise geht. Aus einem konservativen Blatt wurde zunehmend ein Medium, das sich in schrillen Tönen verliert, mit harter Anti-Migrations-Rhetorik und einer politischen Zuspitzung, die selbst innerhalb des britischen Pressesystems auffällt.
Döpfner kennt diese Mechanik. Und er hat sie selbst geprägt.
Die Geschichte von Springer ist nicht neutral. In den 60er- und 70er-Jahren war die Bild-Zeitung ein aggressives Instrument gegen alles, was als links galt. Heinrich Böll verarbeitete diese Praxis literarisch. Günter Wallraff dokumentierte sie investigativ. Was dabei sichtbar wurde, war kein Ausrutscher, sondern ein System. Druck, Kampagnen, Missachtung von Grenzen. Das liegt Jahrzehnte zurück. Aber die Linien sind nicht verschwunden.
Rückschau: Der neue Eigentümer Axel Springer – und warum sich für den Telegraph nichts ändern wird
Der Verkauf des Telegraph ist mehr als ein Eigentümerwechsel. Er ist ein politisches Signal. Nicht, weil plötzlich ein deutsches Medienhaus ein britisches Traditionsblatt übernimmt. Sondern weil genau dieses Medienhaus längst gezeigt hat, wofür es steht – und was es bereit ist, mit Medien zu tun.