Die längste Seilbahn Europas verbindet Schlafstädte miteinander
Die französische Hauptstadt erhält ein neues Transportmittel. Es führt nicht den Berg hoch, sondern tief in die Vororte
Die neueste Pariser Attraktion ist nicht für Touristen gedacht: Câble C1 dient Pendlern im riesigen, zwölf Millionen Menschen zählenden Großraum der französischen Hauptstadt. Die Seilbahn („câble“ bedeutet so viel wie „Seil“) verbindet vier Schlaforte im Südosten von Paris, deren Namen wie Limeil-Brévannes auch den Franzosen wenig sagen.
Sinn und Zweck ist es, diese Banlieue-Orte an das öffentliche Verkehrsnetz anzukoppeln. In Créteil (92.000 Einwohner) endet nämlich die aus Paris kommende Metrolinie 8, die Destinationen wie Bastille, Opéra oder Invalides bedient. Jahrelang versuchten die Urbanisten, diese Linie in die Vororte hinaus zu verlängern; sie scheiterten aber an der extremen Baudichte und an den Kosten unterirdischer Tunnelbauten.
Längste Stadtseilbahn
Daher die Idee, sich über der Stadt fortzubewegen. In einzelnen Städten Europas (London, Barcelona, Toulouse) und Südamerikas (La Paz, Mexiko-Stadt) gibt es bereits lokale Seilbahnen. Die Pariser Linie C1 ist mit 4,5 Kilometern die mit Abstand längste Strecke. Und wie ihr Name besagt, könnten bald eine zweite oder dritte Linie dazukommen. Auch Städte wie Amsterdam denken über den Bau einer Flachseilbahn nach.
Die französische Hauptstadt erhält ein neues Transportmittel. Es führt nicht den Berg hoch, sondern tief in die Vororte
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