Griechenland zieht die Reißleine – Social Media für Kinder unter 15 soll ab 2027 verschwinden
Griechenland will ab dem kommenden Jahr Social Media für Kinder unter 15 Jahren verbieten. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis kündigte den Schritt selbst in einem TikTok-Video an und machte deutlich, dass es keine einfache Entscheidung war. Kinder verbringen immer mehr Zeit vor dem Bildschirm, der Druck durch ständigen Vergleich wächst, und genau hier setzt die Regierung an. Es geht nicht um einzelne Plattformen, sondern um ein komplettes Verbot für Facebook, Instagram, TikTok, Snapchat, X und YouTube in dieser Altersgruppe. Der Schritt kommt nicht aus dem Nichts. Australien hat bereits ein Verbot für unter 16-Jährige umgesetzt, in den USA zieht Florida eine klare Grenze bei unter 14, und auch Indonesien hat Einschränkungen eingeführt. In Europa wird das Thema inzwischen breit diskutiert, von Deutschland über Frankreich bis hin zu Skandinavien. Spanien arbeitet an Alterskontrollen bis 16, die EU testet parallel eine eigene App zur Altersverifikation.
Auslöser ist nicht nur die Nutzungsdauer, sondern das, was Kinder dort sehen. Behörden werfen den Plattformen vor, zu wenig gegen problematische Inhalte zu tun. Die EU-Kommission ermittelt aktuell gegen Snapchat, weil Minderjährige möglicherweise mit Grooming, Kriminalität oder dem Zugang zu Drogenangeboten konfrontiert wurden. Gleichzeitig reicht es bislang oft aus, das eigene Alter einfach anzugeben, was faktisch keine Hürde darstellt. Mitsotakis macht klar, dass Griechenland nicht allein bleiben wird. Das Ziel ist Druck auf europäischer Ebene, damit aus einzelnen nationalen Regeln eine gemeinsame Linie entsteht. Die Entwicklung zeigt, wie schnell sich die Haltung dreht. Was lange als private Entscheidung galt, wird jetzt zur politischen Frage. Und sie wird nicht mehr leise verhandelt.