Du gehst natürlich nicht auf den Inhalt ein, außerdem scheinst du wenig von Kultur zu verstehen und noch weniger von YU.
Erst einmal hat Hasanbegovic sich sehr wohl mit der Ustasa gebrüstet. Die Kappe sagt doch schon alles. Da gibt es auch diverse Artikel aus der Vergangenheit.
Die Opferzahlen von Jasenovac wurden aufgemotzt, keine Frage. Aber das hat Goldstein doch längst ins rechte Licht gerückt und auch alle Behauptungen aus dem Film widerlegt, bevor er überhaupt entstanden ist. Diese Leute wollen unbedingt, dass Bleiburg mehr Opfer hatte als Jasenovac. Das hat mit seriöser Wissenschaft so wenig zu tun, wie Hasanbegovic mit Kultur.
Dass er gerade dieses HOS Denkmal, der Bobanlecker besucht ist auch kein Zufall, denn die haben sich immer klar zum Erbe der Ustasa und Crna Legija bekannt. Das ist auch bestens mit Video- und Bildmaterial belegt. Warum besucht er also eine kleine Einheit, die nicht die Erfolge hat, wie die 113. Brigade oder die Pauci? Die HOS ist da doch nur mitgelaufen.
Was du schreibst, ist genau das, was Hasanbegovic selbst verbreitet. In Jugoslawien wurden die unabhängigen Medien nicht gefördert und wenn du dir Titos Rede aus den 60ern in Split reinziehst, wirst du erkennen, dass man schon immer die Schuld auf Intellektuelle und Schriftsteller geschoben hat. In diesem Sinne ist Hasanbegovic in der Nachfolge jugoslawische Ideologen und Politiker, nur mit anderen Vorzeichen. Das ist ziemlich entlarvend, weil es eben meist nicht wirklich um die Kritik der Einschränkung in der damaligen Diktatur geht oder um den Kommunismus. Hasanbegovic, die HSP und HCSP kritisieren YU vor allem, weil es nicht kroatisch war. Ein Podrug beschwert sich, dass man ihn als Ujo beschimpfte, weil er Dinamofan war. Das Gleiche findet er ok, wenn es umgekehrt ist

Ich kenne das Programm der HSP nicht, aber das der HCSP (vermutlich sind sie sich da einig), im Programm steht, dass alle Anklagen gegen Kriegsverbrechen, die Kroaten begannen haben, fallengelassen werden müssen und nicht weiter verfolgt. Also kein Stück besser als YU, wo Partisanen sich nicht verantworten mussten. Deswegen werden, wie damals in YU, vor allem diejenigen verfolgt, die die eigene Geschichte aufarbeiten wollen.
Wenn wir also wirklich ein besserer Staat sein wollen als YU, dann hat Hasanbegovic nichts in der Regierung zu suchen.
Diejenigen, die es trifft, sind vor allem junge Leute, die zu YU-Zeiten noch gar nicht geboren waren. Sie wurden also nicht gefördert. Eine von vielen Lügen...
Und es geht auch nicht um Einsparungen in der Kultur. Das habe ich auch beschrieben. Das Budget für unabhängige Medien wurde nicht gekürzt. Der unabhängige Ausschuss, der für die Verteilung der Gelder verantwortlich ist wurde aufgelöst und die Entscheidungen trifft Hasanbegovic nun allein. Genauso bei der HRT. Da wurde nichts eingespart, nur Köpfe getauscht.
Es ist auch nicht schwer zu erkennen, warum Hasanbegovic kroatische Errungenschaften mit Füßen tritt.
Unsere großen Künstler, wie Krleza, Matos, Ujevic, Mestrovic, Nazor, Kovacic und viele andere waren nicht besonders sozialistisch, klar haben sie hier und da etwas darüber geschrieben aber letztlich hatten sie, falls sie da noch lebten, Probleme. Als Kroatien unabhängig wurde, hat man sie hochgehalten. Du musst die nur anschauen, wie viele Denkmäler Ujvic hat und wie viele Straßen nach ihm benannt sind. Die kroatische Tradition ist gegen Militarismus, gegen Dikraturen, Imperialismus und für den Individualismus. Ein Grund, warum viele in YU nicht viel zu melden hatten.. Aber trotzdem machten viele ihr Ding. Krleza, der von der Freundschaft zu Tito profitierte, half vielen und gab ihnen sogar Arbeit in seinem Institut, viele davon (auch Tudjman, glaube ich) waren spätere Akteure des neuen Kroatiens. Und auch heute hilft man sich eben Gegenseitig, wenn die Politik jeden Fortschritt bekämpft.
Warum ist dieser Teil der GEschichte + Illyrische Bewegung etc. so unbeliebt bei Leuten, wie Hasanbegovic, wo sie doch die Vordenker eines Unabhängigen Kroatiens betrifft? Hasanbegovic und all die Rechten wollen damit nichts zu tun haben, weil sie alles, was ihnen serbisch oder jugoslawisch vorkommt, vernichten wollen. Komisch nur, dass sie bei Starcevic eine Ausnahme machen. Die kroatische Geschichte enthält eben auch die Annäherung an Serbien. Heute haben diese Leute Angst, dass das wieder aufkochen könnte. Also wollen sie alles zerstören, was damit zu tun hat, also auch einen sehr wichtigen, vielleicht den wichtigsten Teil unserer Geschichte. Ihnen fehlt die intellektuelle Kapazität zu erkennen, was für ein Schatz in diesem früheren Denken liegt. Und damit meine ich nicht, dass man wieder einen Sokol, eine Orjuna oder sogar ein Jugoslawien gründen sollte. Das ist Quatsch, die Vorraussetzungen waren ganz andere. Matos schrieb einmal, dass eine Annäherung an die deutsche Kultur alles kroatische zerstören würde. Wie recht er damit hatte war ihm wohl kaum klar..
Ein Text von Tin Ujevic.
Kein Wunder, dass man ihn nicht als Teil des Tito-Jugoslawien haben wollte. Aber es wundert mich auch nicht, dass Leute, wie Hasanbegovic, diese Art des Denkens unterdrücken wollen. Für ihn beginnt die Geschichte Kroatiens 41 + einige Details aus der Geschichte, die er exklusiv, also falsch, betrachtet.
Und zu Ungarn:
https://hr.wikipedia.org/wiki/Napredna_omladina
Hasanbegovic ist nicht für ein freies unabhängiges Kroatien. Er ist von Gestern. Einer der Ustasa-Nackommen, die ihre Vorfahren in ein besseres Licht rücken wollen, weil sie nicht einsehen wollen, dass sie für und mit Vaterlandsverrätern gekämpft haben. Linke werden gern als Jugoslawen oder Serben beschimpft und Kroatien als rechts hingestellt. Da sind Cetniks und Ustase sich ziemlich einig. Nur was wäre, wenn die Diaspora und BiH nicht wählen dürfte? Kroatien steht, was kritische Intellektuelle und eine vernünftige Linke, zumindest in der Gesellschaft, betrifft ziemlich gut da, auch im Vergleich zu anderen Ex-Yu Ländern. Das wird auch Hasanbegovic nicht ändern. Alles nach rechts rücken, bedeutet, dass zurück in die Vergangenheit zu gehen. Dabei haben wir so verdammt großes Potential. In Serbien sind leider viele Intellektuelle ausgewandert oder mundtot gemacht worden, das lag an der Miloseviczeit oder der Situation der Medien. Was man da für ein Potential verschenkte, ist den Mächtigen noch immer nicht klar. Heute ist das, verallgemeinert gesagt, eine sehr exklusive Szene in Beograd, die abseits der Politik agiert, zu wenig kommt nach außen. Das ist sehr schade, weil es eine spannende Szene ist. Kroatien schafft es hoffentlich dem zu entgehen.
Und nur damit das klar ist. Ich habe genau null Mitleid, was mit den Ujos passierte, auch wenn es teilweise, unrecht war. Das ist kein Grund, warum dieses Denken heute wieder einen Stellenwert haben sollte. Es bleiben Verräter, die Kroatien mehr geschadet haben als Österreich-Ungarn, Italien, Serben, Osmanen oder Jugoslawen. Tito ist weg, das hat Indianer gemerkt, du auch? Jugoslawien ist tot und wird es bleiben.
Das ist die beschissenste Regierung, die wie jemals hatten. In so kurzer Zeit wurde so viel Scheiße gebaut. Mich wundert, dass sich hier niemand über Karamarko aufregt...