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Nachrichten aus Serbien

Laut aktueller Hochrechnung führt er weiterhin. Hmm, merkwürdig. Nicht dass das eine Show von seiner Seite ist, und am Ende siegt er doch.

Edit: OK, sein Vorsprung schmilzt.

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Zuletzt bearbeitet:
Vucic-Niederlage
Studentenliste feiert Wahlsieg in Serbien
Die Serbinnen und Serben haben am Sonntag ihren langjährigen Machthaber Aleksandar Vucic abgewählt. Die Studentenliste, die ihn herausgefordert hatte, erreichte laut unabhängigen Wahlbeobachtern eine absolute Mehrheit. Die Wahlbeteiligung war so hoch wie noch nie seit dem Zerfall Jugoslawiens im Jahr 1992. Vucic gestand noch vor der Verkündung erster Ergebnisse überraschend seine Niederlage ein. In Serbien herrschte vielerorts Jubelstimmung.

Die Studentenliste habe „zwischen 135 und 140 Mandate“ im 250-köpfigen Parlament errungen, sagte Vucic, als er seine Niederlage eingestand. Das wäre die für die alleinige Regierungsbildung erforderliche absolute Mehrheit. Sein Bündnis „Vereinigtes Serbien“ (SNS) habe nur 110 Sitze und werde daher im neuen Parlament die Oppositionsrolle übernehmen. Keine weitere Partei habe den Einzug ins Parlament geschafft. Insgesamt waren 18 Listen angetreten.

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„Serbien ist frei“​

 

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Aktivisten der Blockade provozierten Ana Brnabić; Sie fluchten und beleidigten, sie stieg aus dem Auto und sprach zu ihnen [VIDEO]

Eine Gruppe von Aktivisten, die an den Straßenblockaden beteiligt waren, hat versucht, Ana Brnabić zu provozieren, als sie mit dem Auto vorbeifuhr. Wie Medien berichten, riefen sie ihr dabei vulgäre und beschämende Beleidigungen zu.
Medienberichten zufolge fuhr Brnabić jedoch nicht einfach weiter, sondern zeigte, dass in diesem Land niemand Angst vor den Blockierern hat – sie stoppte ihr Fahrzeug, setzte zurück und trat den versammelten Provokateuren mutig und alleine entgegen.
Sobald sie vor ihnen stand und ihnen in die Augen blickte, erblassten die lautstarken Blockierer innerhalb einer Sekunde und verstummten vor Schock.
„Beleidigen Sie keine Menschen und drohen Sie ihnen nicht. Ich gratuliere Ihnen zum Sieg“, sagte sie und fragte, ob sie nun reiten und Haare scheren würden, wie Medien berichten.


 
Ana Kampflesbe steigt alleine aus dem Auto, um sich unbewaffneten, lautstarken Demonstranten entgegenzustellen. Was für eine epische, filmreife Heldentat. Hollywood verhandelt vermutlich schon die Rechte für das Biopic. :mrgreen:
Besonders stark war ihr geschliffener rhetorischer Konter: "Ich gratuliere Ihnen zum Sieg, werden Sie jetzt reiten und Haare scheren?“ , keine Ahnung was das genau bedeuten soll, aber ein absolutes Meisterwerk der politischen Krisenkommunikation nach einer krachenden Wahlniederlage. Wenn man die Macht an eine Studentenliste verliert, ist es natürlich völlig logisch, sofort Angst vor marodierenden Friseuren und Reiterschwadronen zu haben. Ich werde vielleicht mal googeln was es genau bedeutet: Ich gratuliere Ihnen zum Sieg, werden Sie jetzt reiten und Haare scheren
Man muss diese Entschlossenheit einfach bewundern, die eigene Wahlliste verliert spektakulär die Macht, aber anstatt das Wahlergebnis zu analysieren, nutzt die amtierende Parlamentspräsidentin die Gunst der Stunde für ein bisschen Straßentheater auf der Motorhaube. Ein historischer Moment für die Demokratie, oder zumindest für das serbische Boulevardfernsehen. Fragt sich nur, wie lange B92, Informer, aber Alo und Co. in dieser Zusammensetzung bleiben werden
 
KI hat geantwortet, wusste ich so auch nicht, hätte man sich auch sparen können:
„Werden Sie jetzt reiten und Haare scheren?“ (im serbischen Original: „Hoćete li sada da jašete i šišate?“) ist eine direkte Anspielung auf historische Verbrechen und brutale Racheakte aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in Jugoslawien.
Hinter den beiden Begriffen verbirgt sich eine düstere historische Symbolik, die Ana Brnabić hier politisch instrumentalisierte:

1. Das „Reiten“ (Jahanje popova / Jahanje ljudi)
Damit ist das sogenannte „Pfaffenreiten“ (jahanje popova) gemeint. Nach dem Sieg der kommunistischen Partisanen in Jugoslawien im Jahr 1945 kam es zu ideologischen Racheakten an Regimegegnern, Kollaborateuren und insbesondere Vertretern der Kirche.
  • Priester, Mönche oder wohlhabende Bürger (Kulaken) wurden von kommunistischen Aktivisten öffentlich gedemütigt.
  • Sie wurden gezwungen, auf allen vieren zu gehen, während sich die Aktivisten auf ihren Rücken setzten und sie wie Pferde „rittem“, um ihre absolute Unterwerfung und Erniedrigung zur Schau zu stellen. [1]

2. Das „Haare scheren“ (Šišanje)
Das Scheren der Haare war eine weltweit verbreitete Methode zur öffentlichen Zwangserniedrigung und Stigmatisierung.
  • Frauen, denen Kollaboration mit dem Feind (oder den Besatzern) vorgeworfen wurde, wurden nach der Befreiung oft die Haare komplett geschoren.
  • Es diente dazu, politische Gegner oder „Verräter“ auf der Straße sofort für jedermann als ausgestoßen und markiert erkennbar zu machen. [1, 2]

Was Ana Brnabić damit bezwecken wollte:
Da ihre eigene Partei bei den vorgezogenen Parlamentswahlen soeben eine schwere Niederlage gegen die oppositionelle „Studentska lista“ (Studentenliste) erlitten hatte, nutzte sie diese Metapher als rhetorische Drohkulisse.
Sie warf den jubelnden oder protestierenden Regierungsgegnern damit im übertragenen Sinne vor: „Jetzt, wo ihr gewonnen habt, werdet ihr wohl wieder wie die Kommunisten 1945 eure politischen Gegner jagen, demütigen, foltern und öffentlich an den Pranger stellen?“ Sie zeichnete das Bild eines kommenden „reaktionären Terrors“ oder einer Hexenjagd durch die neue Mehrheit
 
Wird hier anders dargestellt:
VIDEO Brnabić schrie Menschen auf der Straße an: „Sag mir jetzt, wer hier die Schandgeige ist. Wer ist die Schandgeige?“
(Hinweis zur Übersetzung: Das serbokroatische Schimpfwort „pička“ bedeutet wörtlich „Fotze“, wird im politischen Kontext hier aber als feige/charakterlose Person, sinngemäß „Feigling“, „Schlappschwanz“ oder „Sissis“, verwendet).
Artikeltext:
Ana Brnabić, die Parlamentspräsidentin von Serbien, die derzeit auch die Pflichten der Staatspräsidentin wahrnimmt, ist im Laufe des Abends auf einer Straße in Belgrad in einen verbalen Konflikt mit Bürgern geraten.
„Sagt mir einfach, weil ich hier vorbeigegangen bin und ihr gesagt habt 'Wo seid ihr Fotzen/Feiglinge'... Sagt mir jetzt, wer hier die Fotze ist. Wer ist die Fotze? Ihr oder ich?“, fragte Brnabić einen Mann, der ein Bier in der Hand hielt, wie in einem vom Wochenmagazin Vreme veröffentlichten Video zu sehen ist.
„Das hört man durch diese Panzerung durch? Deine Panzerung ist schlecht. Man hört nichts. Wie viel Dezibel hat die Panzerung?“, entgegnete der Mann.
„Kommt schon, sagt es doch. Los, was ist denn jetzt los? Das heißt, wir sind nur so lange Feiglinge, bis wir herkommen und euch in die Augen schauen“, rief Brnabić und stieß dabei die Hand einer Frau weg.

Der Mann fragte sie, wie sie hören konnte, was er gesagt hatte

„Weißt du, wie viel dein Wort wert ist? Weißt du, wie viel dein Wort wert ist? Es ist nichts wert, Bruder“, warf ein anderer Mann ein.
„Und du schreist mir auch nach, ich sei eine Fotze“, wandte sich Brnabić erneut an den Mann mit dem Bier in der Hand.
„Wer schreit dir das nach? Wie hast du das durch die Panzerung gehört?“, fragte ihn der Mann.
„Iche habe keine Panzerung. Ich habe keine Angst vor meinem eigenen Volk“, antwortete Brnabić.
„Was habe ich denn getan?“, fragte Brnabić. In diesem Moment begann ein Teil der versammelten Bürger, die anderen dazu aufzurufen, auseinanderzugehen.

Sie riefen ihr „Gute Nacht“ zu

Der Mann mit dem Bier in der Hand fragte Brnabić, ob sie den Wahlsiegern gratulieren werde.
„Nein, sag mir, warum ich eine Fotze bin“, wiederholte Brnabić.
„Ihr habt mir nachgerufen, ich sei eine Fotze. Sagt mir, warum ich eine Fotze bin. Sagt mir, warum ich eine Fotze bin. Sagt es mir. Ihr ruft leichtfertig Dinge hinterher, wenn niemand da ist, der euch antwortet. Feiglinge“, fuhr Brnabić fort.
Die Umstehenden riefen ihr „Gute Nacht“ zu und begannen zu singen: „Ko ne skače, taj je čaci“ (Wer nicht springt, der ist ein Vučić-Anhänger).

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