Aktuelles
  • Herzlich Willkommen im Balkanforum
    Sind Sie neu hier? Dann werden Sie Mitglied in unserer Community.
    Bitte hier registrieren

Nachrichten aus Serbien

Ach Gottchen, da sitzt ja der Frust nach dem Wahlergebnis aber tief. Ganze drei Tage revolutionärer Terror, weil die Opposition es wagt, Institutionen einzufordern? Ein wahres Drama biblischen Ausmaßes.
Es ist wirklich rührend, wie sich Möchtegerngenozidler hier als einsamer, unbezwingbarer Held inszeniert, während angeblich die langjährigen Weggefährten reihenweise das sinkende Schiff verlassen. Wer hätte gedacht, dass Demokratie und lästige politische Gegner so an den Nerven zerren können?
Seine Fanns müssen sich nicht sorgen, die Behauptung, man würde sich "mutig bis zum letzten Atemzug widersetzen“ und das ganz uneigennützig "egal von welchem Posten aus“, klingt auf jeden Fall schon mal wie die perfekte Bewerbung für das nächste politische Exil. Kopf hoch, der Abschied von der Macht tut am Anfang immer am meisten weh.
Nur wohin? Orban ist weg, Fico auch schon auf recht wackeligen Posten, der mutmaßliche Kriegsverbrecher Putin oder das weltgrößte A....loch wären eine Option
 
Nach dem Wahlerfolg der Studentenliste in Serbien hat sich ein Teil der Beschäftigten des öffentlich-rechtlichen Senders RTV Vojvodina für die jahrelange einseitige Berichterstattung entschuldigt. Eine Entschuldigung des öffentlich-rechtlichen Senders RTS (gewissermaßen des serbischen ORF) steht weiterhin aus.
Am 26. Oktober, einen Tag nach der Wahl, kam es in Belgrad zu Vorfällen bei zwei Vučić-nahen Sendern Pink TV und Informer TV. Demonstrierende versammelten sich vor dem Gebäude von Pink TV und bewarfen es mit Eiern. Bei Informer TV drang eine Gruppe ins Studio ein und forderte eine Entschuldigung von Dragan J. Vučićević. Das Programm wurde unterbrochen.
Aleksandar Vučić verurteilte den Vorfall als monströsen Angriff auf die Pressefreiheit. Mit Angriffen auf die Pressefreiheit kennt er sich aus: Unter Slobodan Milošević war er Informationsminister.
Die Studentenliste distanziert sich ausdrücklich von den Übergriffen. Die studentische Bewegung warnt zudem vor möglichen inszenierten Vorfällen, für die man ihr die Verantwortung zuschieben könnte. Ob die bisherigen Angriffe inszeniert waren, ist damit allerdings nicht belegt.
Die Vorfälle müssen lückenlos aufgeklärt werden. Nach dem Wahlerfolg der Studentenliste besteht aber endlich die Hoffnung, dass Serbiens Institutionen künftig die nötige Unabhängigkeit dafür haben

Um diese Inhalte anzuzeigen, benötigen wir die Zustimmung zum Setzen von Drittanbieter-Cookies.
Für weitere Informationen siehe die Seite Verwendung von Cookies.
 
Die RIK hat sich zu Wort gemeldet; Hier wird die Abstimmung wiederholt und dann

Die Abstimmung bei den Parlamentswahlen wird am Sonntag, dem 1. November 2026, an 53 Wahllokalen wiederholt, beschloss die Republikanische Wahlkommission (RIK) auf ihrer heutigen Abendsitzung.
Insgesamt sind an diesen Wahllokalen 24.438 Wähler stimmberechtigt.
Die Wahl wird an 31 Wahllokalen wiederholt, an denen es unmöglich war, das Wahlergebnis festzustellen, sowie an 22 Wahllokalen, an denen die Abstimmung annulliert wurde.
Aufgrund der Unmöglichkeit, die Wahlergebnisse festzustellen, ist eine erneute Abstimmung in folgenden Wahllokalen vorgesehen: in Aleksinac (3, 13, 24, 42, 46 und 47), Bačka Topola (19), Bojnik (10), Vladičin Han (17, 27, 35, 39, 40, 46 und 47), Inđija (20), Koceljeva (4, 10, 14, 26 und 32), Kikinda (14), Kuršumlija (30), Majdanpek (28, 29, 30, 34 und 35), Subotica (73), Ćuprija (16) und Šid (35).
Annulliert wurde die Abstimmung wiederum in den Wahllokalen von: Aleksinac (16 und 74), Babušnica (24, 26 und 36), Bačka Topola (34, 40 und 44), Zemun (1 und 25), Kanjiža (4), Kruševac (111), Kuršumlija (13), Loznica (32), Ljig (20), Novi Pazar (81), Petrovac na Mlavi (27), Pirot (33), Požarevac (3), Prokuplje (12), Trstenik (66) und Ćuprija (21).
Die erneute Stimmabgabe ist für den 1. November 2026 angesetzt.
Die RIK hat den Beschluss über die Wahlwiederholung gefasst, welcher mit dem Tag der Verabschiedung in Kraft tritt und auf der Webseite der Kommission veröffentlicht wird.

 
Ich habe KI befragt, warum?:

Warum die Wahlen in 53 Wahllokalen wiederholt werden
Die Republikanische Wahlkommission (RIK) musste für den 1. November 2026 eine Wiederholung anordnen, da es bei der Auszählung massive Probleme gab: [1]
  • Ergebnisermittlung unmöglich (31 Wahllokale): In diesen Orten stimmten die Zahlen in den Wahlprotokollen (z. B. Anzahl der Stimmzettel in den Urnen versus Unterschriften im Wählerverzeichnis) mathematisch so schwerwiegend nicht überein, dass kein offizielles Ergebnis festgestellt werden konnte. [1]
  • Annullierung wegen Unregelmäßigkeiten (22 Wahllokale): In diesen Lokalen wurde das gesamte Voting für ungültig erklärt. Typische Gründe hierfür sind schwerwiegende Verstöße gegen das Wahlgeheimnis, beschädigte Siegel an den Urnen oder das Auftauchen von Stimmzetteln, die nicht ordnungsgemäß ausgegeben wurden. [1]

Insgesamt sind von dieser Wiederholung 24.438 Wahlberechtigte betroffen. [1]



Die bisherigen Gesamtergebnisse der Wahl
Nach den vorläufigen offiziellen Daten der Wahlkommission (auf Basis von über 8.000 ausgewerteten Wahllokalen) sowie den finalen Hochrechnungen der Wahlbeobachter von IPSOS und CeSID ergibt sich folgendes Bild: [1]
  • Die „Studentska lista“ (Studentenliste): Geht mit 52,54 % der Stimmen (entspricht rund 2.211.400 Stimmen) als klarer Sieger aus der Wahl hervor. Sie stellt damit die absolute Mehrheit. [1]
  • Aleksandar Vučić & die SNS: Erlebten ein historisches Debakel. Vučićs Liste (angetreten als „Ujedinjena Srbija“ / „Vereintes Serbien“) verlor die Macht. Vučić selbst erklärte bereits intern, dass er eine „große Reorganisation“ seiner Serbischen Fortschrittspartei (SNS) plant. [1, 2]
 
Im nächsten Parlament werden dann wohl nur noch zwei Parteien vertreten sein, wenn man von den Minderheiten absieht?
Ja, sieht so aus. Nach den Auswertungen und Hochrechnungen von IPSOS und CeSID haben es neben den Parteien der nationalen Minderheiten tatsächlich nur zwei politische Kräfte über die gesetzliche Drei-Prozent-Sperrklausel geschafft.
 
KI:
Die Ursachen für dieses Wahlergebnis
  1. Der Referendums-Effekt: Die Wahl entwickelte sich in den letzten Wochen zu einer reinen Ja/Nein-Abstimmung über das System Vučić. Kleinere oder traditionelle Oppositionsparteien wurden von der Dynamik der studentisch geführten Protestbewegung komplett erdrückt. [1]
  2. Die 3-Prozent-Hürde: Alle etablierten Parteien, die nicht rechtzeitig auf den Zug der Studenten aufgesprungen waren oder eine eigene Allianz bildeten, scheiterten an der Sperrklausel. Selbst Ivica Dačićs traditionell starke Sozialistische Partei (SPS) blieb laut Auszählungen bei knapp über 2 % hängen und fliegt nach Jahrzehnten aus dem Parlament. [1, 2, 3, 4]
  3. Strategische Zusammenschlüsse im Vorfeld: Die klügeren Oppositionsparteien (wie die Demokratische Partei DS) verzichteten kurz vor der Wahl auf eine eigene Kandidatur, überließen der Studentenbewegung ihre Strukturen und Ressourcen und sind nun über deren Einheitsliste im Parlament vertreten. [1]
Dieses historische Ergebnis hinterlässt eine politische Landschaft, in der sich im Parlament nun zwei unversöhnliche Lager mit völlig konträren Wertvorstellungen direkt gegenüberstehen. [1]
 
Informer: Schandhafte Relativierung von Gewalt! Journalistin von „Nova S“ kündigt gegenüber Sarajevo-Medien neue Angriffe auf Informer an – wirft der ehemaligen Regierung Kriminalisierung vor (VIDEO)

Der kriminelle Angriff auf den Fernsehsender Informer und der Terror gegen die Angestellten, die lediglich ihre Arbeit verrichten, stieß bei der Journalistin von „Nova S“, Mirjana Nikolić, auf Zustimmung. Sie deklarierte das brutale Eindringen als ein Ablenkungsmanöver („Spin“) der ehemaligen Regierung.
Mit einem rächenden Lächeln im Gesicht schätzte sie gegenüber dem staatlichen Fernsehen in Sarajevo ein, dass es noch weitere solcher Angriffe geben werde.
„Und uns steht nun in der Tat eine Phase bevor, in der sich viele, die an diesem Kampf teilgenommen haben, das Recht herausnehmen werden zu glauben, sie könnten jetzt über Nacht etwas bewirken. Ich denke, die gesamte Geschichte von gestern Abend und diese Angriffe auf die Medien wurden als ein Moment genutzt, in dem einige Leute in ihrer eigenen, kleinen Organisation kamen, um erneut ein Ablenkungsmanöver zu konstruieren. Die ehemalige Regierung hat noch nicht wirklich begriffen, dass sie die ehemalige ist, und das wird auch nicht so einfach vonstattengehen“, erklärte Nikolić.
Wie das Ganze aussah, sehen Sie im Videobeitrag.

 
Mimimi auf der sprichwörtlichen Anklagebank.
Es ist wirklich herzzerreißend, da betreibt man jahrelang prime, staatlich geförderte Hetze, brandmarkt die Opposition als Volksfeinde, erfindet blutige Invasionen von kroatischen Nachbarn im Minutentakt und plötzlich, oh Wunder, schlägt der Wind nach den Wahlen um.
Gewalt gegen Redaktionen geht natürlich gar nicht. Aber dass ausgerechnet Informer, die selbsternannte Fabrik für Schmutzkampagnen und wüste Verschwörungstheorien, jetzt die moralische Instanz mimt und jede kritische Einordnung als kriminellen Terror hochstilisiert, entbehrt nicht einer gewissen Komik. Wer jahrelang verbalen Brandsatz wirft, sollte sich nicht wundern, wenn es im eigenen Studio plötzlich ungemütlich wird. Willkommen in der Realität der Meinungsfreiheit, die tut nach einem Machtwechsel offenbar besonders weh.
 
Zurück
Oben