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Nachrichten aus Serbien

Na, eh, passt schon. Da verliert man mal eben krachend die Parlamentswahlen gegen eine Studentenliste, aber zum Glück klingelt ununterbrochen das Telefon, weil die europäischen Freunde ganz dringend Trost spenden müssen.
Es ist natürlich ein absolut genialer Schachzug, wenn die eigenen Bürger einen nicht mehr im Parlament sehen wollen, flüchtet man sich einfach in die Arme von Orban, um in Belgrad gemeinsam "zu kämpfen“. :lol27:
Gegen wen eigentlich? Gegen die studentische Mehrheit im eigenen Land? Aber keine Sorge, mit Costa wurde immerhin ganz optimistisch über den "europäischen Weg Serbiens“ gesprochen, der nach diesem Wahlergebnis vermutlich direkt in die absolute politische Bedeutungslosigkeit führt. Aber Hauptsache, man hat gemeinsam Erfolg, relativ schnell versteht sich, wahrscheinlich genau in zwei Jahren, wenn die große Reorganisation der Partei Früchte trägt. Ein echtes Meisterwerk der politischen Realitätsverweigerung.
 
Vučić: „Ich glaube, dass wir in zwei Jahren an die Macht zurückkehren werden“; „Uns steht eine große Reorganisation bevor“
Aleksandar Vučić hat sich zu allen aktuellen Themen geäußert. Er erklärte, dass Serbien eine schwere Zeit bevorstehe, kündigte jedoch gleichzeitig eine umfassende Reorganisation der Serbischen Fortschrittspartei (SNS) an.
Hier sind die Kernpunkte seiner Erklärungen im Überblick:
• Reaktion auf die Opposition: Auf die Frage nach kritischen Äußerungen gegen ihn betonte er, dass ihn persönliche Angriffe nicht interessieren, sondern nur das, „was sie gegen unseren Staat tun“. Er verurteilte zudem den jüngsten Vorfall, bei dem Bürger in die Räumlichkeiten von Informer TV eingedrungen waren, und lobte den Mut der dortigen Journalisten.
• Kritik an der neuen politischen Lage: Vučić warf der siegreichen Liste vor, jede freie Stimme unterdrücken zu wollen. Er behauptete, die neuen Kräfte („Studentenliste“) hätten keine echte Parteistruktur und würden von Akteuren einer „Farbrevolution“ gesteuert. Sobald die neue Regierung gebildet sei, würden die Bürger die Folgen sehen, wie etwa drohende Sanktionen gegen Russland oder eine geänderte Außenpolitik.
• Ausblick auf die Rückkehr: Er zeigte sich zuversichtlich, dass seine Partei in zwei Jahren wieder an die Macht kommen werde, da die neue Führung unfähig sei und die Menschen ihren Fehler schnell bemerken würden. Die SNS habe weiterhin 104 Abgeordnete im Parlament, die man nicht zum Schweigen bringen könne.
• Reorganisation der SNS: Für die Partei kündigte er eine grundlegende Erneuerung an. Man werde neue, unverbrauchte Gesichter in die Führung holen, zu Unrecht vergraulte Mitglieder zurückholen und eine breite Front gegen die „korrumpierte Regierung“ aufbauen. Als historische Beispiele für ein solches Comeback nannte er Donald Trump, Andrej Babiš oder die politische Entwicklung in Bulgarien.


 
Was für ein Kabarett, kaum vom eigenen Volk vor die Tür gesetzt, mutiert der langjährige Herrscher plötzlich zum feurigen Oppositionsführer gegen die "korrupte Regierung“. :lol27:
Statt den Fehler bei sich zu suchen, schwurbelt er lieber von finsteren "Farbrevolutionen“ und angeblichen Studenten, die in Wahrheit alle älter seien als er. Das absolute Highlight ist jedoch sein unerschütterlicher Größenwahn, in exakt zwei Jahren wie das weltgrößte A....loch Trump triumphal zurückzukehren. Bis dahin wird im Parlament natürlich jede Zusammenarbeit verweigert und stattdessen der totale revolutionäre Terror an die Wand gemalt. Ein wahres Meisterwerk der Realitätsverweigerung, man weiß gar nicht, ob man lachen oder weinen soll.
 
Kroatien hat bereits Forderungen an die neue Regierung in Serbien: Das verlangt Zagreb; Hohe Beamte haben sich geäußert
Kroatische Beamte erwarten, dass die Bildung der neuen Regierung in Serbien Raum für Fortschritte in den bilateralen Beziehungen eröffnen wird, aber auch für die Lösung von Fragen, die die Beziehungen der beiden Länder seit Jahren belasten.
Zu den hervorgehobenen Prioritäten gehören das Schicksal vermisster Personen, das Öffnen von Sicherheitsarchiven und die Strafverfolgung von Kriegsverbrechen.
Der stellvertretende kroatische Premierminister und Minister für kroatische Veteranen, Tomo Medved, forderte die zukünftigen Behörden in Belgrad auf, Zugang zu Archivdokumenten zu gewähren und Informationen zu liefern, die kroatische Institutionen laut seinen Worten bereits seit zehn Jahren fordern.
Gleichzeitig erklärte der Präsident des kroatischen Parlaments, Gordan Jandroković, dass man die Bildung der neuen Regierung und ihre ersten Schritte abwarten müsse, um zu beurteilen, in welche Richtung sich die Beziehungen zwischen Serbien und Kroatien entwickeln werden.

Medved fordert Öffnung der Sicherheitsarchive

Medved forderte die Vertreter der siegreichen „Studentska lista“ auf, nach der Bildung der neuen Regierung Zugang zu Dokumenten zu gewähren, die einst in der Zuständigkeit des Staatssicherheitsdienstes (UDBA/SDB) lagen und sich heute nach seinen Angaben im Besitz der serbischen Sicherheits- und Geheimdienststrukturen befinden.


 
Kaum ist das Möchtegerngenozidler in Belgrad abgewählt, da klopft der "liebe" Nachbar aus Zagreb auch schon freudig an die Tür und wedelt mit einer zehn Jahre alten Wunschliste.
Wie rührend, dass man den politisch völlig unerfahrenen Studenten direkt als erste Amtshandlung den totalen Einblick in die geheimsten Staatsarchive abverlangen möchte. Kroatiens Spitzenpolitiker betonen natürlich ganz uneigennützig, dass es ja "nur eine historische Wahrheit“ gebe und die bestimmt man im Westbalkan bekanntlich am besten im Alleingang. Aber keine Sorge, Kroatiens Premier hat dem serbischen Wahlsieger Srdanovic ja immerhin schon telefonisch gratuliert; wahrscheinlich, um ihm ganz "partnerschaftlich“ zu erklären, wie er seine neue Regierung am schnellsten nach Zagreber Geschmack umbaut. Ein fabelhafter Start für den neuen, unbelasteten Dialog in der Region :facepalm:
 
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