Russland baut Starlink-Störer in Serie – doch der angebliche „Satelliten-Killer“ ist deutlich schwächer als behauptet
Russland hat mit der Serienproduktion des Systems „Wolna Kupol Garant“ begonnen, das Starlink-Verbindungen stören soll. Russische Staatsmedien feiern die Anlage bereits als hochwirksames Mittel gegen das Satellitennetz und behaupten sogar, die Technik könne Starlink-Satelliten im Orbit selbst beeinträchtigen. Genau daran haben Fachleute erhebliche Zweifel. Bekannt wurde das System im Juni, nachdem der ukrainische Spezialist für Kommunikation und elektronische Kriegsführung Serhij Beskrestnow darüber berichtet hatte.
Der Aufbau besteht aus mehreren Anhängern mit Satellitenschüsseln, die ihre Störsignale gezielt in Richtung der Starlink-Satelliten schicken sollen. Acht solcher Antennen sollen ausreichen, um Starlink-Terminals auf einer Fläche von rund 20 Quadratkilometern zu beeinträchtigen. Russische Angaben sprechen davon, dass mehrere Anlagen ganze Regionen abschirmen könnten und dutzende gleichzeitig eingesetzte Systeme einen zeitweisen Zusammenbruch der Starlink-Nutzung auslösen könnten. Ukrainische Soldaten bestätigen, dass russische Störtechnik Starlink an einzelnen Frontabschnitten tatsächlich schwächen kann. Von einem „Starlink-Killer“, wie russische Medien das System bereits nennen, ist die Technik dennoch weit entfernt. Ein Komplex soll rund 1,5 Millionen Dollar kosten, ist weitgehend stationär und deckt nur ein begrenztes Gebiet ab. Bei rund 20 Quadratkilometern Reichweite wären enorme Mengen nötig, um größere Frontabschnitte oder besetzte Gebiete abzudecken. Thomas Withington vom britischen Royal United Services Institute hält dieses Verhältnis für wirtschaftlich kaum tragfähig. Ein Drohneneinsatz könne die Störzone zudem schlicht umgehen.
Auch der ukrainische Sicherheitsanalyst Anton Semljanoi sieht keine völlig neue Bedrohung, weil ähnliche Reichweiten bereits mit vorhandenen russischen Systemen erreicht werden. Wahrscheinlich werden die neuen Anlagen zunächst zum Schutz wichtiger militärischer Einrichtungen in besetzten Gebieten und nahe der Grenze eingesetzt. Eine flächendeckende Abdeckung sei mit vertretbarem Aufwand kaum möglich. Hinzu kommt ein weiteres Problem für Russland: Wer starke Störsignale abstrahlt, verrät seinen eigenen Standort. Samuel Bendett vom amerikanischen Forschungszentrum CNA bezeichnet die Anlage deshalb selbst als eine Art stark sichtbaren Sender, der geortet und anschließend angegriffen werden kann.
Bereits jetzt gibt es Bilder zerstörter Systeme dieses Typs. Noch fragwürdiger ist die Behauptung, „Wolna Kupol Garant“ könne Starlink-Satelliten direkt im Weltraum stören. Für ein starkes Störsignal bis in den Orbit wäre eine enorme Sendeleistung notwendig. Fachleute sehen bislang keinen belastbaren Beleg dafür, dass Russland diese Fähigkeit tatsächlich besitzt. Wahrscheinlicher ist, dass die Anlage die Verbindung zwischen Bodenstation und Satellit mit starkem Funkrauschen überlagert und dadurch den Empfang oder die Datenübertragung in einem begrenzten Gebiet erschwert. Russland denkt offenbar trotzdem bereits über den Export der Technik nach. Aus der russischen Rüstungsindustrie heißt es, ähnliche Systeme könnten künftig an interessierte Staaten verkauft werden. Bendett nennt genau das beunruhigend, weil eine weitere Verbreitung die militärische Nutzung von Starlink in mehreren Regionen erschweren könnte. Dass Moskau sensible Militärtechnik an Partner weitergibt, wäre nichts Neues. Russland unterstützt Iran bereits seit Jahren bei der Entwicklung militärischer Systeme und soll Teheran unter anderem bei überschallschnellen Marschflugkörpern helfen. Die neue russische Anlage ist damit kein Wundergerät gegen Starlink, aber sie ist auch kein bedeutungsloses Experiment. Auf einzelnen Frontabschnitten kann sie Kommunikation empfindlich stören, und gerade deshalb dürfte sie dort eingesetzt werden, wo Russland besonders viel schützen will.
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Russischer Soldat mit dem tragbaren Störsystem „Peroed-M“, das Funk- und Steuerverbindungen von Drohnen stören oder unterbrechen kann. Für eine gezielte Störung von Starlink ist das System nicht ausgelegt.
Russland hat mit der Serienproduktion des Systems „Wolna Kupol Garant“ begonnen, das Starlink-Verbindungen stören soll. Russische Staatsmedien feiern die Anlage bereits als hochwirksames Mittel gegen das Satellitennetz und behaupten sogar, die Technik könne Starlink-Satelliten im Orbit selbst beeinträchtigen. Genau daran haben Fachleute erhebliche Zweifel. Bekannt wurde das System im Juni, nachdem der ukrainische Spezialist für Kommunikation und elektronische Kriegsführung Serhij Beskrestnow darüber berichtet hatte.
Der Aufbau besteht aus mehreren Anhängern mit Satellitenschüsseln, die ihre Störsignale gezielt in Richtung der Starlink-Satelliten schicken sollen. Acht solcher Antennen sollen ausreichen, um Starlink-Terminals auf einer Fläche von rund 20 Quadratkilometern zu beeinträchtigen. Russische Angaben sprechen davon, dass mehrere Anlagen ganze Regionen abschirmen könnten und dutzende gleichzeitig eingesetzte Systeme einen zeitweisen Zusammenbruch der Starlink-Nutzung auslösen könnten. Ukrainische Soldaten bestätigen, dass russische Störtechnik Starlink an einzelnen Frontabschnitten tatsächlich schwächen kann. Von einem „Starlink-Killer“, wie russische Medien das System bereits nennen, ist die Technik dennoch weit entfernt. Ein Komplex soll rund 1,5 Millionen Dollar kosten, ist weitgehend stationär und deckt nur ein begrenztes Gebiet ab. Bei rund 20 Quadratkilometern Reichweite wären enorme Mengen nötig, um größere Frontabschnitte oder besetzte Gebiete abzudecken. Thomas Withington vom britischen Royal United Services Institute hält dieses Verhältnis für wirtschaftlich kaum tragfähig. Ein Drohneneinsatz könne die Störzone zudem schlicht umgehen.
Auch der ukrainische Sicherheitsanalyst Anton Semljanoi sieht keine völlig neue Bedrohung, weil ähnliche Reichweiten bereits mit vorhandenen russischen Systemen erreicht werden. Wahrscheinlich werden die neuen Anlagen zunächst zum Schutz wichtiger militärischer Einrichtungen in besetzten Gebieten und nahe der Grenze eingesetzt. Eine flächendeckende Abdeckung sei mit vertretbarem Aufwand kaum möglich. Hinzu kommt ein weiteres Problem für Russland: Wer starke Störsignale abstrahlt, verrät seinen eigenen Standort. Samuel Bendett vom amerikanischen Forschungszentrum CNA bezeichnet die Anlage deshalb selbst als eine Art stark sichtbaren Sender, der geortet und anschließend angegriffen werden kann.
Bereits jetzt gibt es Bilder zerstörter Systeme dieses Typs. Noch fragwürdiger ist die Behauptung, „Wolna Kupol Garant“ könne Starlink-Satelliten direkt im Weltraum stören. Für ein starkes Störsignal bis in den Orbit wäre eine enorme Sendeleistung notwendig. Fachleute sehen bislang keinen belastbaren Beleg dafür, dass Russland diese Fähigkeit tatsächlich besitzt. Wahrscheinlicher ist, dass die Anlage die Verbindung zwischen Bodenstation und Satellit mit starkem Funkrauschen überlagert und dadurch den Empfang oder die Datenübertragung in einem begrenzten Gebiet erschwert. Russland denkt offenbar trotzdem bereits über den Export der Technik nach. Aus der russischen Rüstungsindustrie heißt es, ähnliche Systeme könnten künftig an interessierte Staaten verkauft werden. Bendett nennt genau das beunruhigend, weil eine weitere Verbreitung die militärische Nutzung von Starlink in mehreren Regionen erschweren könnte. Dass Moskau sensible Militärtechnik an Partner weitergibt, wäre nichts Neues. Russland unterstützt Iran bereits seit Jahren bei der Entwicklung militärischer Systeme und soll Teheran unter anderem bei überschallschnellen Marschflugkörpern helfen. Die neue russische Anlage ist damit kein Wundergerät gegen Starlink, aber sie ist auch kein bedeutungsloses Experiment. Auf einzelnen Frontabschnitten kann sie Kommunikation empfindlich stören, und gerade deshalb dürfte sie dort eingesetzt werden, wo Russland besonders viel schützen will.
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